2011 - Beobachtungen und Anmerkungen zu den Tierknochenfunden im Sattelschacht

Tierknochen aus dem Sattelschacht.

Tierknochen aus dem Sattelschacht.

Autor(en): Schmitzberger M.

Der Eingang des Sattelschachtes (Kat.nr. 1712/7, Hochtorgebiet) liegt wenige Meter außerhalb des abgezäunten Waldweidegebietes der Stadlalm (Koderalm). In rund 10 bis 15 Metern Tiefe bildet grobes Blockwerk den schräg nach hinten abfallenden Schachtgrund, der regelrecht von Knochen übersät ist (Abb. 3). Zusammenhängende Skelettpartien – etwa Abschnitte der Wirbelsäule oder Extremitäten-teile im Sehnenverband – liegen nicht vor. Sämtliche Weichteile, also Muskel-, Bänder- und Knorpelgewebe, sind ebenso wie Haut, Haare, Hornscheiden und Klauen vollständig vergangen. Die einzelnen Knochen weisen aber größtenteils einen ausgezeichneten Erhaltungszustand auf, sind kaum korrodiert und zeigen keinerlei Schlacht- oder Zerlegungsspuren (Hieb- oder Schnittmarken). Nur wenige, vor allem etwas zarter gebaute Elemente, sind zerbrochen, wobei die Bruchflächen unregelmäßig und scharfkantig geformt sind. Bei einigen Schädeln sind Teile des Gebisses postmortal ausgefallen.

Die exakten Quantitäten konnten im Rahmen der Begutachtung vor Ort nicht erfasst werden, aber anhand der einigermaßen vollständigen Schädelreste waren deutlich mehr als ein Duzend Individuen abzählbar. Rund die Hälfte der festgestellten Tiere sind Rinder, mindestens ein Drittel Schweine. Darüber hinaus fanden sich der Oberschädel eines Hundes, das Schädel-dachfragment einer Ziege sowie einige Knochen juveniler kleiner Wiederkäuer, die aber wegen der großen osteologischen Ähnlichkeit von Schaf, Ziege, Gemse und Steinbock nicht auf Artniveau bestimmt werden konnten. Der definitive Nachweis eines Wildtieres konnte nicht erbracht werden.



Berichte und Veröffentlichung

Schmitzberger M. (2011): Beobachtungen und Anmerkungen zu den Tierknochenfunden im Sattelschacht. Naturhistorisches Museum Wien. Wien, 12 S.

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