2015 - Architektonische Dokumentation von traditionellen Holzbauten im Nationalpark Gesäuse/Steiermark/Österreich

Diese Masterarbeit dokumentiert historische Holgebäude im Besitz der Steiermärkischen Landesforste im Gebiet des Natonalparks Gesäuse.

Diese Masterarbeit dokumentiert historische Holgebäude im Besitz der Steiermärkischen Landesforste im Gebiet des Natonalparks Gesäuse.

Autor(en): Pielmeier B.

Die vorliegende Arbeit stellt eine Dokumentation von traditionellen Holzgebäuden, welche sich im
Besitz der Landesforste Steiermark befinden, im Nationalpark Gesäuse in der Steiermark/Österreich und dessen unmittelbaren Umfeld dar. In diesem Zusammenhang wurde der Fokus auf eine möglichst große Informationsweite gelegt. D. h. es wurde versucht Informationen von vielen, verschiedenen Seiten und möglichst allen Themenbereichen, welche die Gebäude betreffen können, zu verarbeiten. Das bedeutet insbesondere die Verarbeitung von Informationen über die genaue Lage und die Standortwahl, die Bauweise und Baudetails, die aktuelle und ursprüngliche Nutzung, den Zustand und notwendige Instandhaltungsmaßnahmen, sowie geschichtlich relevante Punkte.

Außerdem wurden umfangreiche Fotoserien für jedes Gebäude erstellt. Der Schwerpunkt lag dabei
sowohl auf der Datenaufnahme im „Feld“ um den aktuellen Zustand zu inspizieren, als auch das
Umfeld zu erkunden. Außerdem galt es umfangreiche Archive seitens der Landesforste Steiermark
zu sichten. Des Weiteren wurden Interviews mit ehemaligen Förstern, Berufsjägern und Almbauern
durchgeführt, um noch nicht dokumentierte Informationen bzgl. der Gebäude zu erhalten.

Grund für diese Arbeit ist ein möglicher Verlust von Kulturgut in der Ausprägung von historischen Gebäuden bedingt durch Nutzungsänderungen auf Grund von sich ändernden Grundvoraussetzungen. Es zeigte sich, dass zwar einerseits ein großes Interesse besteht so viele
historisch wertvolle Gebäude wie möglich einer neuen Nutzung und somit einer Existenzsicherung
zuzuführen, dies wird jedoch aus verschiedenen, vor allem aber aus wirtschaftlichen, sowie Gründen des Naturschutzes nicht um jeden Preis geschehen.

Die hier durchgeführte Arbeit stellt einen Beginn der Dokumentationsarbeit dar, die dazu dienen
soll, für eventuell in Zukunft nicht mehr existierende Gebäude eine Informationsgrundlage zu
bilden. Ebenso sollten die dokumentierten Bauten nicht nur als Erbstücke traditioneller, handwerklicher Arbeit vergangener Tage gesehen werden, sondern vielmehr einen Kontrast zu den heute allgegenwärtigen wirtschaftlichen Zwängen der Bauindustrie darstellen. In diesem Zusammenhang können sie auch bedingt durch ihre optimale Balance zwischen Aufwand und Nutzen (auch in ästhetischen Gesichtspunkten), Anknüpfungspunkte für die heutige, wachsende, nachhaltige Baukultur in Kombination mit der landschaftlichen Qualität dieser Gegend sein.

Es kommt jedoch vor, dass nur einzelne Elemente und Stilmittel dieser traditionellen Bauweisen
und landschaftstypischen Besonderheiten übernommen werden und diese sich dann in Verknüpfung
mit modernen dem aktuellen „Trend“ entsprechenden Mitteln, zu sehr entfremdeten Bauten
entwickeln, welche leider nur im entferntesten oder überhaupt nicht mehr dem ursprünglichen
Gedanken entsprechen. Da diese Entwicklung auch im Gesäuse Einzug gehalten hat, sollte es von
großem Interesse sein einige der dokumentierten Bauten öffentlichen Nutzungen zuzuführen um
das Bewusstsein für homogenes Bauen, welches in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts
größtenteils verloren gegangen zu sein scheint, wieder in den Vordergrund zu rücken.
Weiterführende Arbeiten zu diesem Thema könnten sich mit genauen Aufmaßen (3D, lasergestützt), tieferen, geschichtlichen und kulturellen Aspekten, wie auch weiterführenden holztechnologischen bzw. holzbautechnischen Aspekten (z. B. dendrochronologische Altersbestimmung des Bauholzes (Kontakt zu Dr. Grabner von der BOKU in Wien besteht bereits) befassen. Aber auch fundierte Nutzungskonzepte für den großen Gebäudebestand der Landesforste könnten ein Thema sein. Abschließend ist zu sagen, dass von allen beteiligten Seiten (Stmk. Landesforste, Nationalpark Gesäuse, Servitutsberechtigten und Pachtnehmern sowie Anwohnern) großes Interesse darin besteht die Gebäude, soweit eine vernünftige Nutzung gefunden wird, als Kulturgut zu erhalten und somit dem Zusammenspiel von Kultur und Natur im



Berichte und Veröffentlichung

Pielmeier B. (2015): Architektonische Dokumentation von traditionellen Holzbauten im Nationalpark Gesäuse/Steiermark/Österreich. FH Salzburg. Salzburg, 469 S.

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