2013 - Gewässerökologische Bestandsaufnahme des Sulzkarsees (Nationalpark Gesäuse)

2003 erfolgte erstmals eine Bestandesaufnahme des Sulzkarsees - 2013, also 10 Jahre später hat sich der ökologische Zustand leicht verbessert.

2003 erfolgte erstmals eine Bestandesaufnahme des Sulzkarsees - 2013, also 10 Jahre später hat sich der ökologische Zustand leicht verbessert.

Autor(en): Schabetsberger R., Jersabek Ch.

Das Aussperren des Weideviehs hat im Sulzkarsee zu einer Verbesserung der trophischen Situation geführt. Die Gesamtphosphor- und Nitratkonzentrationen waren leicht gesunken, allerdings wären wiederholte Untersuchungen notwendig, um diese Befunde zu bestätigen. Durch das Abdrehen der künstlichen Zuleitung sind die räuberischen Salmoniden aus dem See verschwunden. Die Elritzen (Phoxinus phoxinus) konnten im Freiwasser jagend beobachtet werden und haben die 2003 dominante Crustaceenart Daphnia longispina zum Verschwinden gebracht. Ganz im Gegensatz zur Erstuntersuchung war der „standing stock“ des Planktons, bei fast vollständig verändertem Artenspektrum, diesmal stark zugunsten der algischen Primärproduzenten verschoben (Verhältnis Phytoplankton : Zooplankton > 6:1, vertikal abnehmend auf > 2 : 1). Im Herbst 2003 erreichten die zumeist algivoren Primärkonsumenten noch annähernd die doppelte Biomasse des Phytoplanktons. Die Uferzone (aquatisch und terrestrisch) war 2013 im geringen Ausmaß vertreten und nur lokal fäkal verunreinigt. Eine Wiederherstellung der natürlichen Situation erscheint nur möglich, wenn die Elritzen aus dem See entfernt werden. Nur dann können große Crustaceenarten und Amphibien im See wieder aufkommen. Mit Hilfe einer Rohrleitung könnte der Sulzkarsee innerhalb weniger Tage abgelassen werden. Eine Elimination des Fischbestandes mit Multimaschennetzen oder mit einem Elektroaggregat ist nicht möglich.



Berichte und Veröffentlichung

Schabetsberger R., Jersabek Ch. (2013): Gewässerökologische Bestandsaufnahme des Sulzkarsees (Nationalpark Gesäuse). Zur Problematik des Fischbesatzes von Gebirgsseen. Universität Salzburg. 17 S.

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