2016 - Kartierung und Evaluierung von Sedimenttransport-Prozessen in der Zwischenmäuerstrecke, Johnsbachtal

Intensität der Prozessdynamik auf den Sedimentspeicher - grafische Darstellung für den Gsenggraben

Intensität der Prozessdynamik auf den Sedimentspeicher - grafische Darstellung für den Gsenggraben

Autor(en): Krenn P.

Die Rolle und Bedeutung von Sedimentspeichern in alpinen Einzugsgebieten ist nicht gänzlich geklärt (TRIMBLE 1995). Um jedoch ein besseres Verständnis für die alpine Landschaftsentwicklung entwickeln zu können, ist es nötig für kleine alpine Einzugsgebiete (<50km²) mehr Daten über Sedimentspeicher und Sedimentspeichertypen zu erheben. Auch in Bezug auf Landschaftsplanung und Naturgefahrenmanagement sind weitere Untersuchungen von Sedimentspeichern und Sedimenttransportprozessen nötig (SCHROTT und ADMAS, 2002; GUTIÉRREZ et al., 1998).
Ziel dieser Masterarbeit ist das Verständnis über Sedimenttransportprozesse und Sedimentspeicher in der Zwischenmäuerstrecke zu entwickeln. Mittels einer geomorphologischen Kartierung, deren Basis die unterschiedlichen Sedimentspeichertypen bilden, und einer GIS-Modellierung über Intensität und Bedeutung von Sedimenttransportprozessen, die von THELER und REYNARD (2008) vorgestellt wurde, soll dies erreicht werden. Die geomorphologische Kartierung ist ein modernes digitales Kartenprodukt, das auf Basis von Felduntersuchungen, Orthophoto-Interpretation und der Analyse von digitalen Geländemodellen basiert. Den zweiten Schritt bildet eine rasterbasierte Analyse der folgenden Parameter: Grad der Vegetationsbedeckung, Hangneigung und Konnektivität.
Die Ergebnisse setzten sich zusammen aus einer geomorphologischen Karte der Zwischenmäuerstrecke und Karten der Prozessintensität und der Sedimentdynamik für den Gseng- und Langgriesgraben.
Die Methode von THELER und REYNARD (2008) eignet sich als Vorbereitungstool, um sich einen Überblick, wo und wie stark Sedimenttransportprozesse vorzufinden sind, zu gewinnen (THELER et al. 2010). Leider können mit Anwendung dieser Methode nur semi-quantitative Aussagen zum Sedimenttransport getroffen werden und eine Quantifizierung von Sedimentvolumina ist bis jetzt noch nicht möglich. Trotzdem sind die Ergebnisse insofern zufriedenstellend, als dass die Modellierung der Prozessintensität geomorphologische sehr plausibel erscheint. Schwächen des Ansatzes zeigen sich vor allem bei der Modellierung der Bedeutung des Sedimenttransports, da der Durchtransport von Sedimenten von einem geomorphologischen Kompartiment ins nächste nicht berücksichtigt wird. Mit der stärkeren Gewichtung der Konnektivität und der Unterteilung der Einzugsgebiete in Subcatchments könnte dieses Manko vermutlich behoben werden.



Berichte und Veröffentlichung

Krenn P. (2016): Kartierung und Evaluierung von Sedimenttransport-Prozessen in der Zwischenmäuerstrecke, Johnsbachtal. Karl-Franzens Universität Graz. Graz, 80 S.

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