2017 - Naturschutzfachliche Bewertung und Vergleich von ausgewählten bewirtschafteten und nicht bewirtschafteten Almen im Nationalpark Gesäuse

Vegetationsaufnahmen auf sechs ausgewählten Almen zeigen die Auswirkungen der Bewirtschaftung auf die ökologischen bzw. floristischen Verhältnisse.

Vegetationsaufnahmen auf sechs ausgewählten Almen zeigen die Auswirkungen der Bewirtschaftung auf die ökologischen bzw. floristischen Verhältnisse.

Autor(en): Plank C.

Almen sind als charakteristisches und gleichzeitig historisches Element eng mit der Entwicklung der österreichischen Kulturlandschaft verflochten. Sie spielen in vielen Schutzgebieten flächenwirtschaftlich und ökologisch eine bedeutende Rolle.

Im Nationalpark Gesäuse wurden im Zeitraum 2005-2007 auf allen Almen Dauerbeobachtungsflächen eingerichtet und vegetations- sowie bodenkundliche Erstaufnahmen durchgeführt. Rund zehn Jahre später erfolgten auf ausgewählten bewirtschafteten und nicht bewirtschafteten Almen erste Wiederholungsaufnahmen. Die Pflanzenartenzusammensetzung und die Artenvielfalt auf den Flächen wurden verglichen. Zusatzaufnahmen für eine bessere Ab-bildung des IST-Zustandes der Almen erfolgten. Eine pflanzensoziologische Charakterisierung der Vergleichsaufnahmen wurde durchgeführt.

Zusätzlich wurden ökologische Werte-zahlen (Ellenberg-Zeigerwerte, Futterwertzahl und Trittverträglichkeitszahl) berechnet und verglichen. Die Bewertung der Naturschutzrelevanz erfolgte anhand von Biodiversitätsindices (Anzahl der Gefäßpflanzenarten, Shannon-Index und Evenness).

Im Vergleichszeitraum kam es zu keiner signifikanten Veränderung der floristischen Diversität. Tendenzen sind erkennbar. Die Artenzusammensetzung hat sich auf einzelnen Flächen leicht verändert. Auch bei der Bewirtschaftung gab es geringfügige Modifikationen. Auf den 54 Vegetationsaufnahmeflächen wurden im Jahr 2016 insgesamt 262 verschiedene Gefäßpflanzenarten kartiert, darunter sechs seltene Arten. Die größte Artenvielfalt wurde in Borst-grasrasen auf Weideflächen von bewirtschafteten Almen und in Fettweiden, die alle paar Jahre bewirtschaftet werden, festgestellt. Die Artenvielfalt (Anzahl der Gefäßpflanzenarten und Shannon-Index) der nicht bewirtschafteten Aufnahmeflächen war signifikant geringer.

Aus Sicht des Naturschutzes wird die Fortführung einer extensiven, naturverträglichen, standortsangepassten Bewirtschaftung im Nationalpark Gesäuse empfohlen. Bewirtschaftungsempfehlungen wurden verfasst.



Berichte und Veröffentlichung

Plank C. (2017): Naturschutzfachliche Bewertung und Vergleich von ausgewählten bewirtschafteten und nicht bewirtschafteten Almen im Nationalpark Gesäuse. Universität Wien. Wien, 105 S.

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