2015 - Tagfalter-Fauna gemäß FFH-Richtlinie im Nationalpark Gesäuse

Zwei von drei untersuchten FFH-geschützten Falterarten konnten hinsichtlich ihres Erhaltungszustandes im Nationalpark Gesäuse beurteilt werden.

Zwei von drei untersuchten FFH-geschützten Falterarten konnten hinsichtlich ihres Erhaltungszustandes im Nationalpark Gesäuse beurteilt werden.

Autor(en): Remschak C.

Im Jahr 2015 wurden für drei der FFH-geschützten Tagfalter Erhebungen im Nationalpark Gesäuse durchgeführt mit dem Ziel einer Bewertung des Erhaltungszustandes. Das gelang für zwei der drei Arten: den Goldenen Scheckenfalter und den Gelbringfalter (Lopinga achine).
Der bisher nur in Einzelexemplaren beobachtete Goldenen Scheckenfalter (Euphydryas aurinia) konnte mit insgesamt 29 Individuen im Kalktal, Plattental und Wandaubauernkar nachgewiesen werden. Er bewohnt Lawinenrinnen im nordwestlichen Teil des Nationalparks. Dieser Lebensraum ist praktisch nur durch Lawinen als natürliche Gestalter beeinflusst. Da leider der Nachweis von sommerlichen Raupengespinsten nicht gelang, ist auch die im Gebiet genutzte Raupenfutterpflanze weitgehend unbekannt. Der Erhaltungszustand von Euphydryas aurinia kann aufgrund der derzeitigen Datenlage nach den Kriterien von Höttinger, Huemer & Pennerstofer (2005) als "gut" bewertet werden.
Die Flugzeit des Gelbringfalters (Lopinga achine) wurde gut getroffen und konnte voll ausgenutzt werden. Dadurch konnten mit 109 Exemplaren die bisher meisten Nachweise für das Gebiet erbracht werden. Die lichten, grasigen Misch- und Föhrenwälder in den Talbereichen rund um Enns und Johnsbach sind als geeignete Lebensräume gut besiedelt. In fast allen in der ersten Kartierung von A. Koschuh ausgewiesenen Potentialflächen (Koschuh 2009) konnten Nachweise erbracht werden. Die Art dürfte zudem von den Auflichtungen im Zuge der Waldumwandlung im Rahmen des Waldmanagementplanes profitieren. Der Erhaltungszustand von Lopinga achine im Nationalpark Gesäuse wird nach den Kriterien von Schnitter (2006) als "gut" eingestuft.
Für den Quendel-Ameisenbläuling gelangen leider zu wenige Nachweise, um eine Bewertung des Erhaltungszustandes vorzunehmen.



Berichte und Veröffentlichung

Remschak C. (2015): Tagfalter-Fauna gemäß FFH-Richtlinie im Nationalpark Gesäuse. Fortführung der Kartierungen 2015. Im Auftrag der Nationalpark Gesäuse GmbH. Admont, 24 S.

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