2016 - Monitoring ausgewählter Wald-Brutvogelarten im Nationalpark Gesäuse 2016

Mehrere Wald-Brutvogelarten wurden 2016 im Zuge eines Monitorings untersucht, um mögliche Veränderungen in den Beständen der Zielarten festhalten zu können.

Mehrere Wald-Brutvogelarten wurden 2016 im Zuge eines Monitorings untersucht, um mögliche Veränderungen in den Beständen der Zielarten festhalten zu können.

Autor(en): Wirtitsch M.

Die Waldvogelarten Raufußkauz, Sperlingskauz, Weißrückenspecht und Dreizehenspecht, Berglaubsänger und Zwergschnäpper sowie weitere Specht- und Eulenarten werden seit 2010 im Nationalpark Gesäuse untersucht. 2016 konnte das Monitoring ausgeweitet werden, es wurden erstmals alle Untersuchungsgebiete in einem Jahr bearbeitet und ein neues Untersuchungsgebiet hinzugefügt. Ziel ist es, mehr Daten zu den Bestandesveränderung der Zielarten zu gewinnen und die Bestandesverläufe in Zukunft in Form von Indizes darzustellen. Insgesamt werden derzeit 1282 ha für das Monitoring der Spechte und 1147 ha für das der Eulen, in fünf Untersuchungsgebieten, bearbeitet. Bisherige Ergebnisse legen nahe, dass nicht alle Zielvogelarten gleich auf die hohen Schneelagen im Spätwinter der letzten Jahre reagieren. Am wenigsten beeinflusst scheinen Dreizehenspecht und Sperlingskauz, Weißrückenspecht und vor allem der Raufußkauz reagieren auf ungünstige Schneelagen im Frühjahr mit deutlichen Revierverlagerungen bzw. Bestandesrückgängen.
Beim Berglaubsänger konnte 2016 erstmals dokumentiert werden, dass ein Teil des üblichen Habitats, die lückigen Kiefernwälder im Nationalpark, nicht besiedelt wurden. Besonders auffällig war, dass diese unbesiedelten Kiefernwälder direkt an Rotbuchenbestände angrenzten, die 2016 praktisch gleich dicht wie 2015 vom Berglaubsänger besiedelt waren. Offensichtlich waren phänologische Aspekte in den Kiefernwäldern ausschlaggebend für diese ungewöhnliche Dispersion der Art im Jahr 2016.
Die Ausweitung der Untersuchung ermöglichte 2016 auch die vorliegenden Bestandesschätzungen, 2010 an Hand einer Habitatmodellierung ermittelt, zu evaluieren. Das Monitoring liefert auch Daten zur Bestandessituation des Waldkauzes. Die Art beeinflusst als direkter Nahrungskonkurrent und Fressfeind die Zielarten Raufuß- und Sperlingskauz. Seit 2016 ist die Art erstmals in allen Untersuchungsgebieten nachgewiesen worden.



Berichte und Veröffentlichung

Wirtitsch M. (2016): Monitoring ausgewählter Wald-Brutvogelarten im Nationalpark Gesäuse 2016. Kartierung 2015/2016. Im Auftrag der Nationalpark Gesäuse GmbH. Graz, 28 S.

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