Almmanagement im Nationalpark Gesäuse

Langjährige Maßnahmen zeigen erste Erfolge

Almforschung im SulzkarDie Bauern im Nationalpark Gesäuse leisten einen wesentlichen Beitrag zum Erhalt der Almen. Um eine optimale Wirtschaftlichkeit und Naturverträglichkeit der Almbebeweidung zu erreichen, wurde seitens der Nationalpark GmbH im Jahr 2003 das „Pilotprojekt Sulzkaralm“ gestartet. Fächerübergreifende Forschung unter Leitung des Fachbereiches Naturschutz & Naturraum bildeten die Basis für die Erarbeitung des Almbewirtschaftungsplanes. Dieses Modellprojekt wurde schließlich in vereinfachter Form auf alle Almen umgelegt.

In weiterer Folge wurden die Auswirkungen der Bewirtschaftungsänderungen auf die Artenvielfalt der Alm untersucht. Die Ergebnisse liegen in zahlreichen Berichten vor und werden auf der Alm in die Praxis übersetzt.

Almforschung im SulzkarIm Wesentlichen geht es um eine möglichst vollständige Erfassung des Natur- und Kulturraumes „Alm“. Neben managementrelevanten Daten zur Almqualität und der Erhebung von Lebensräumen, Pflanzen und Tieren wurden auch Dauerbeobachtungsflächen eingerichtet, um die Auswirkungen der gesetzten Maßnahmen bewerten und dokumentieren zu können. Die Erhebungen werden je nach Fachgebiet flächendeckend (Brutvogel- und Quellkartierung) oder in repräsentativen Teillebensräumen (Vegetation, Boden, Kleinsäuger, Wirbellose Tiere, Dauerbeobachtung) durchgeführt. Ein besonders wichtiger Aspekt ist die Einbettung des Projektes in das sozioökonomische Umfeld. Die Untersuchung der Nutzungsgeschichte und aktuellen Situation soll die historische, kulturelle und wirtschaftliche Bedeutung der Almen herausstreichen.

Pflege der AlmweideDer Almbewirtschaftungsplan: Mit Hilfe eines Bewertungsmodells wird eine Analyse von Energieangebot und bedarf des Weideviehs durchgeführt. Sie dient neben den Ergebnissen der zoologischen und vegetationskundlichen Kartierungen als Grundlage für die vorgeschlagenen Maßnahmen. Ziel ist es, ein Maßnahmenprogramm zur Verbesserung der Weidequalität unter Schonung von sensiblen und ökologisch wertvollen Flächen, z.B. durch Auszäunen von Feuchtflächen, zu erarbeiten und gemeinsam mit den Almberechtigten umzusetzen. Die Maßnahmen werden jährlich vor Ort mit den Almbauern besprochen und abgestimmt.

Sicherung richtiger LebensräumeNach 8 Jahren Umsetzung von Biotopschutz- und Weidepflegemaßnahmen wurden die Auswirkungen mehrfach dokumentiert. Die Weidepflege (z.B. Ampfermahd und Einsaat) zeigt deutliche Erfolge (siehe Bildvergleich nebenan!). Die ersten Ergebnisse des Vergleichs von zoologischen Daten (Zikaden, Wanzen und Heuschrecken) aus den Jahren 2003/2004 mit denen von 2010 zeigen positive Auswirkungen durch die Auszäunung von Feuchtflächen auf. Die Artenvielfalt von Almen hängt sehr stark von der Intensität der Beweidung ab. Zu hohe Tierbesatzzahlen führen zu einer Verringerung der Artenvielfalt. Almwirtschaftlich ökonomische Ziele sind daher an die ökologischen Rahmenbedingungen anzupassen.