Artenschutzprojekt Ufer-Tamariske

Tamarisken sind an der Enns beinahe ausgestorben.Die Ufer-Tamariske, uach Deutsche Tamariske genannt (Myricaria germanica) ist ein Pionierstrauch auf Schotter- und Sandbänken entlang von Wildflüssen und Gebirgsbächen.

In der Steiermark beinahe ausgestorben und europaweit stark gefährdet verdient sie unsere besondere Aufmerksamkeit. Das Verschwinden dieser unscheinbaren, aber bei genauem Hinsehen sehr anmutigen Pflanze mit ihren kleinen, rosa Blüten ist auf die weitgehende Verbauung der Flüsse in Europa zurückzuführen. Die letzten größeren Bestände findet man in Österreich zum Beispiel noch am Lech oder auch am Kalser Bach in Kärnten. Auch im Gesäuse ist die Ufer-Tamariske bereits verschwunden.

Wiederansiedlung: Ein Versuch

Nach Voruntersuchungen wurde im Jahr 2004 mit vorbereitenden Arbeiten für ein Wiederansiedlungsprojekt begonnen. In Gstatterboden wurde ein Pflanzbeet für die Anzucht von Stecklingen errichtet. Im Laufe des Jahres hatten sich die Keimlinge zu bis zu drei Zentimeter langen Pflänzchen entwickelt. Bei den Stecklingen erreichten die längsten Triebe an die 30 Zentimeter. Nach mehrjährigem Anwachsen konnten die ersten Pflanzen ausgebracht werden. Dabei ist die Ausbringung von vollständig entwickelten Pflanzen, somit samt Wurzelkörper, sicherlich am erfolgversprechendsten - jedoch auch die aufwändigste Methode.

Dynamik entscheidend für Erfolg

Wie das Erlöschen praktisch aller steirischen Primärstandorte belegt, liegt die mittel- und langfristige Etablierungswahrscheinlichkeit in der aufrechten Dynamik des Standorts begründet. Finden Umlagerungsereignisse nicht mehr oder viel zu selten statt, wird die Tamariske von Weiden und Grauerlen überwachsen und ausgedunkelt.

Der Geschiebetransport in der Enns ist durch die Verbauung der flussaufwärts liegenden Zubringergräben stark eingeschränkt. Im Gesäuse jedoch bringen die Seitengräben noch genug Schuttfraktion ein, sodass die Schotterbänke durch Umlagerungen, Aufschüttungen und Abtragungen in Bewegung gehalten werden.

Diese Tatsachen sollten auf lange Sicht eine nachhaltige Wiederansiedlung der Ufer-Tamariske im Gesäuse ermöglichen.

Hoffnung ergrünt für die Zukunft

Die Deutsche Tamariske benötigt Dynamik in der Gewässerlandschaft.Nach ersten Teilerfolgen im Jahr 2005 wurde genau diese benötigte Dynamik der jungen Tamarisken-Population zum Verhängnis. Ungewöhnlich große Hochwässer lagerten die Schotterbänke des Gesäuses um und rissen die Pflanzen flussabwärts in wenig geeignete Gebiete der Enns mit.

Seither bemüht man sich die Ufer-Tamariske im Pflanzbeet weiter zu vermehren um zu einem günstigen Zeitpunkt neuerlich Pflanzen auszubringen.

 

Literatur

Artenschutzprojekt Deutsche Tamariske

Machbarkeitsstudie Deutsche Tamariske im Nationalpark Gesäuse