Der Managementplan Wald

Managementplan WaldMit Ausnahme der steilen Felshänge und des urwaldartigen Zinödlwaldes unterlagen alle Waldgebiete einer lange zurückreichenden Nutzung. Das hatte eine deutliche Reduktion des Durchschnittsalters und eine Verschiebung des Artenspektrums zu Gunsten der Fichte zur Folge. Der Verlust naturnaher Waldstrukturen (Fehlen von ausreichend Totholz, Mangel an Pioniergesellschaften und Uraltbeständen) ist im Steiermärkischen Landesforst aber nicht so ausgeprägt wie in vergleichbaren Wirtschaftsrevieren. Immerhin 67,5 % der Bestände, deren Gesamtfläche mit knapp 5.500 Hektar ausgewiesen ist, gelten als „naturnah“.

Standortgerechte Waldgesellschaften

Herbstlicher Mischwald im Gesäuse.Ein Waldumbau ist nur innerhalb der restlichen 32,5 % an Waldflächen vorgesehen, die als „naturfern“ eingestuft sind. Die Zielfläche des Waldumbaus innerhalb des LIFE-Projektes (2005-2010) betrug bei fünf Jahren Laufzeit 169 ha. Der Umwandlungsbedarf im gesamten Nationalpark Planungsgebiet (12.000 ha) summiert sich darüber hinaus ab 2010 noch auf rund 1.505 Hektar.

Der Waldmanagementplan soll den naturschutzkonformen Umbau fichtendominierter Wälder mit Schwerpunkten im Auwald an Enns und Johnsbach sowie im Gstatterbodner Kessel steuern. Parallel zu laufenden Grundlagenerhebungen (Standortskartierung, Waldinventur, Biotopkartierung) wurden die notwendigen Maßnahmen in Begehungen mit Fachleuten festgelegt. Dabei wurden flächenscharf und flächendeckend Entwicklungsziele erarbeitet. Als Leitbild dienten auch Ergebnisse von Vergleichsuntersuchungen aus dem Urwaldgebiet Rothwald/NÖ.

Der vorliegende Waldmanagementplan wurde vom Fachbereich Wald- und Wildtiermanagement gemeinsam mit dem Fachbereich Naturraum und Naturschutz der Nationalpark Gesäuse GmbH sowie der LIFE-Projektkoordination erstellt.