Almen im Nationalpark

Lage AlmenDas Nationalparkgesetz sieht die Bewahrung naturnaher Kulturlandschaft vor. So kann ein Großteil der geschichtsträchtigen Almen noch heute traditionell und extensiv bewirtschaftet werden. Sieben Almen werden derzeit im Gebiet noch bestoßen.

Nähers zur Geschichte der Almen findet sich bei den Publikationen.

Ebneralm

EbneralmEigentumsalm

Die Ebneralm liegt am südlichen Rand und ist die kleinste Alm im Nationalpark und besteht nur aus Waldweide. Aufgetrieben wird ausschließlich Jungvieh.

Die Reinweidefläche um die Almhütte und weitere Teile der Waldweide sind Teil der Eigentumsalm und derzeit nicht in den Nationalpark integriert.

Haselkaralm

HaselkaralmPachtalm

Diese Alm liegt im südlichen Bereich des Nationalparks und hat eine Größe von etwa 90 ha. Auf der Haselkaralm wurde das Vieh bis 2015 von einem Halter ständig betreut und das Haselkar war lange Zeit die einzige Nationalparkalm, wo noch Milchwirtschaft betrieben wurde, d.h. die Kühe wurden auf der Alm gemolken und die Milch vor Ort verarbeitet und Rahm sowie Butter und sonstige Almprodukte erzeugt.

Auf der Haselkaralm findet man neben den Reinweideflächen ein Mosaik an weiteren, für die Artenvielfalt sehr wichtigen Lebensräumen wie etwa artenreiche, montane Borstgrasrasen, Niedermoore, Latschengebüsche, Kalkschutthalden, Fichten- und Lärchenwälder (zum Teil mir einzelnen Zirben). Managementziele sind die Pflege und intensive Beweidung der Fettwiesen, mäßig starke Beweidung der Magerrasen und Auszäunung der Moor- und Feuchtbiotope.

Hochscheibenalm

HochscheibenalmServitutsalm

Die Hochscheibenalm liegt am Fuße des Tamischbachturms und weist eine Größe von etwa 95 ha auf. Die Alm wird nicht ständig von einem Halter beaufsichtigt.

Die Hochscheibenalm zeichnet sich durch ein strukturreiches Landschaftsbild aus. Weide und Wald sind getrennt und zeigen schöne Übergangsbereiche. Man findet neben Weideflächen Kalkrasen, Borstgrasrasen, Latschengebüsche, Schutthalden, Fichtenwälder (zum Teil mit Lärchen). Eine Lawinenbahn im Bereich der Alm trägt wesentlich zur Artenvielfalt bei. Ein Teil der Alm wird von Wäldern und Schlagfluren bestimmt. Die Weideflächen liegen zentral um die Almhütten.

Kölblalm

KölblservitutsalmServitutsalm

Die Kölblalm liegt auf der Johnsbacher Sonnseite und hat ein Flächenausmaß von etwa 60 ha. Die Almfläche ist sehr vielfältig, von Waldweidebereichen bis zu offenen Flächen in Lawinenrinnen unterhalb des Stadelfelds. Namen wie Kölblplan und Kölblgaltviehmäuer zeugen von der langen Beweidungsgeschichte. Im Osten grenzt sie an die Neuburgalm.

Die Kölblalm ist eine tief gelegene Alm. Um eine Verbuschung zu verhindern, ist regelmäßiges Schwenden der Offenflächen notwendig, besonders im Bereich der Magerweiden. Um die Strukturvielfalt der Alm zu erhalten, sollen die Übergänge zum Wald mit einzelnen Bäumen und Sträuchern erhalten bleiben.

Kölblalm

KölblalmEigentumsalm

Direkt an die gleichnamige Servitutsalm grenzt die Eigentumsalm Kölbl, diese hat eine Fläche von ungefähr 21 ha und beide Almen werden gemeinsam von einem Halter bewirtschaftet. Auf der Alm werden auch Getränke und eine Almjause angeboten. Sie ist daher ein beliebtes Ausflugsziel von Johnsbach aus.

Niederscheibenalm

NiederscheibenalmServitutsalm

Der untere Teil der  Niederscheibenalm, auch Kroissnalm genannt, ist seit 2013 Teil des Nationalparks.  Die Größe der Kroissenalm entspricht in etwa 93 ha. Die Alm wird bewirtschaftet und man bekommt auch Getränke und eine kleine Jause. Da die Alm direkt an der Bikestrecke über die Hochscheibenalm liegt, wird diese auch gerne besucht. Der obere Teil, die Hörantalm, ist ebenfalls bewirtschaftet und hat eine Fläche von ca. 35 ha. Sie wurde 2014 in den Nationalpark aufgenommen.

Die Niederscheibenalm unterliegt wegen ihrer tiefen Lage einem hohen Wiederbewaldungsdruck. Regelmäßiges Schwenden von Jungbäumen ist zum Erhalt der Weideflächen wichtig. Ein Teil der Alm wird von Wäldern und Schlagfluren bestimmt, die Weideflächen liegen zentral um die Almhütten. Besondere Lebensräume sind Borstgrasrasen, Niedermoore und Latschengebüsche.

Scheucheggalm

ScheucheggalmPachtalm

Die Scheucheggalm liegt an der östlichen Nationalparkgrenze am Fuße des Lugauers und hat ein Flächenausmaß von etwa 68 ha. Die Bewirtschaftung erfolgt vom Heimhof aus und das Vieh weidet von Anfang Juni bis etwa Mitte September auf der Alm.

Auf der Scheucheggalm findet man unterschiedliche, besondere Lebensräume, wie Latschengebüsche, Borstgrasrasen, Niedermoore, Kalkschutthladen, Fichten- und Lärchenwälder.

Sulzkaralm

Pachtalm

SulzkaralmDie Sulzkaralm liegt im Herzen des Nationalparks Gesäuse und hat eine Gesamtgröße von etwa 180 ha. Ein Halter betreut die ca. 100 Stück Vieh, wobei Mutterkühe, Galtvieh und Pferde auf der Alm weiden. Auf dem Sulzkar wurden seit 2003 umfangreiche Studien durchgeführt, unter anderem auch Quellwasseruntersuchungen und Almgeschichtsforschungen. Die Alm zeichnet sich durch ein vielfältiges Mosaik an Lebensräumen aus. Sie ist daher eine der artenreichsten Almen im Nationalpark. Unter anderem wurde hier auch eine weltweit neue Steinfliegenart gefunden

Die Sulzkaralm besitzt eine große Vielfalt an Lebensräumen und ist besonders reich an Feuchtbiotopen und Kalkniedermooren. Managementmaßnahmen sehen eine Extensivierung der Beweidung und eine Auszäunung wertvoller Feuchtbiotope, sowie die Schaffung von Ersatztränken vor. Diese wurden zum Großteil bereits umgesetzt. Die Strukturvielfalt, bedingt durch Einzelbäume und Sträucher, Totholz und einzelne Felsblöcke soll erhalten bleiben. Eine Besonderheit der Alm ist der Sulzkarsee – ein wichtiger Lebensraum für Amphibien. Zum Schutz der Ufervegetation und um Eutrophierung zu verhindern, wird der See ausgezäunt. Mehr Informationen zum Sulzkarsee findet man bei den Gewässern.