Kulturlandschaft Alm

Die Beweidung führt zu Inseln der Artenvielfalt im waldreichen Nationalpark Gesäuse.Almen sind ein wesentlicher Teil der bergbäuerlichen Kulturlandschaft, sie sind aber nicht nur notwendige Produktionsstätten für die Landwirtschaft, sondern spielen auch eine bedeutende kulturelle und touristische Rolle. Im Nationalpark gelten sie auch als Zentren der Artenvielfalt und werden daher auch in der Bewahrungszone weiter bewirtschaftet und gefördert. Um die Bewirtschaftung möglichst fördernd für die Vielfalt der Arten, aber auch an den Standort angepasst zu gestalten, wurden eigene Managementpläne erarbeitet. Bei jährlichen Begehungen werden gemeinsam mit den Bewirtschaftern Maßnahmen festgelegt.

Die Beweidung auf den Almen führt zu einem vielfältigen Mosaik an unterschiedlichsten Lebensräumen, die eine bunte Vielfalt an Tieren beheimaten.

Die Almen im Nationalpark – Vielfalt durch Beweidung

Almen als Lebensraum für Pflanzen und Tiere:

Die Bedeutung von Almen als Lebensraum für Pflanzen und Tiere ist in hohem Maße abhängig von der Intensität der Bewirtschaftung. Sowohl Intensivierung, wie auch Aufgabe der Bewirtschaftung bedeuten für eine Vielzahl von Lebewesen den Verlust ihres Lebensraumes.

Extensiv genutzte Weiden:

Extensive Bewirtschaftung in Teilbereichen fördert eine Vielzahl an Schmetterlingen…Die Beweidung fördert lichtbedürftige Kräuter, die für diverse Kleintiere als Nektar und Futterpflanzen wichtig sind. Durch die Auflichtung des Pflanzenbestandes werden zudem die bodennahen Luftschichten stärker erwärmt und somit wärmeliebende Arten gefördert.

Daher ist beispielsweise die Vielfalt an tagaktiven Schmetterlingen in extensiv genutzten Weiden und ungedüngten Mähwiesen am größten.

Das Mosaik macht die Musik:

Viele Artengruppen, von Hummeln, Wildbienen und Schwebfliegen tragen zur Bestäubung bei…Wenn man an einem Sommertag über die Alm wandert, begleitet von einem Konzert von singenden Vögeln, zirpenden Heuschrecken und Zikaden oder zahlreichen summenden Schwebfliegen, Hummeln und Wildbienen, dann ist die Welt in Ordnung. Das heißt, es gibt ein buntes Mosaik an Lebensräumen. Weidestellen mit Hochstauden und Gehölzgruppen wechseln sich ab mit vegetationslose Bereichen und bunt blühenden Kalkmagerweiden. Eine unterschiedlich starke Beweidung der einzelnen Flächen fördert somit auch die Artenvielfalt.

Waldweiden:

Vom Bergpieper bis zum Auerhahn, alle finden hier einen Unterschlupf…Auch die Waldweide beeinflusst das Artengefüge und die Artenvielfalt unter dem Baumbestand. Durch die Beweidung entstehen so genannte Komplexbiotope, in welchen Arten der Weide mit Arten des Waldes vereint vorkommen. Solche Saumlebensräume mit ihrem Übergang zwischen offenen Weiden und geschlossener Waldvegetation tragen wesentlich zur Artenvielfalt auf Weiden bei. Diese Vielzahl an ökologischen Nischen fördert vor allem auch die Vogelwelt einer Alm.

Quellen, Feuchtwiesen und Moore:

Niedermoor mit Wollgras auf der Sulzkaralm.Besonders wichtig ist auf den Almen auch eine ausreichende Wasserversorgung. Viele Quellen und Bäche, Feuchtwiesen und Moore sind auch die Heimat von ganz besonderen Arten. Auf der Sulzkaralm wurde an einem Quellbach eine weltweit neue, und bisher einzig im Gesäuse nachgewiesene, Steinfliegenart entdeckt. In den Tümpeln finden sich die seltenen Gelbbauchunken und in den Niedermooren blühen zahlreiche Orchideen. Die Feuchtflächen auf den Almen sind aber auch besonders empfindlich bei zu starker Beweidung. Besonders sensible Flächen werden daher im Nationalpark ausgezäunt und alternativ eigene Tränken für das Weidevieh errichtet.

Unter den Veröffentlichungen auf unserer Homepage kann man nach allen Forschungsberichten zum Thema Alm suchen - die meisten Arbeiten findet man in der Kategorie "Lebensräume".
Unter Management findet man den Almmanagementplan des Nationalparks Gesäuse.