Flussuferläufer

Der Flussuferläufer ist ein Watvogel und benötigt Schotterbänke entlang von Wildflüssen als Bruthabitat.Eine seltene zoologische Besonderheit an den Flussläufen im Gesäuse ist der Flussuferläufer. Dieser Watvogel ist ein Spezialist der Schotterbänke und -inseln. Da er seine Eier mit geringer Deckung in eine Bodenmulde ablegt, ist Unauffälligkeit oberstes Gebot. Zwischen 4 und 6 Brutpaare werden jedes Jahr im Gesäuse nachgewiesen – das ist eine Viertel des steirischen Bestandes.

Auch die Jungvögel sind auf den Schotterbänken kaum auszumachen. Die Tarnung funktioniert aber nur, wenn die Umgebung, in der sich Gelege und Jungvögel “auflösen“ sollen, ausreichend groß ist. Ansonsten können Beutegreifer durch gezielte Suche kleine Geschiebeflächen zu leicht plündern. Deshalb, und auch weil längere Uferlinien einen größeren Nahrungsvorrat zur Verfügung stellen, ist der Flussuferläufer auf unverbaute Flüsse mit natürlicher Dynamik und Wildflusscharakter angewiesen.

Besonders zur Brutzeit sind die Flussuferläufer gegenüber Störungen sehr sensibel. Zu starker Beunruhigung kann sogar zur Aufgabe des Nestes führen.Durch die starke Verbauung der Flüsse im Sinne der Uferbefestigung, des Hochwasserschutzes und für Kraftwerksbauten gibt es heutzutage kaum mehr günstige Habitate für den Flussuferläufer, wodurch sein Bestand stark geschrumpft ist. Mittlerweile gilt die Art sogar als stark gefährdet und ist in der Roten Liste der gefährdeten Brutvögel der Steiermark und Österreichs gelistet. Der Erhalt der natürlichen Lebensräume und Brutgebiete ist von größter Bedeutung um dieser Art auch in Zukunft das Überleben zu ermöglichen.

Im Nationalpark Gesäuse gibt es einen etwa 9 km langen Abschnitt entlang dem die Enns kaum verbaut ist und wo der Flussuferläufer Schotterbänke und Inseln als geeignetes Bruthabitat vorfindet. Die größte Gefährdung geht hier vom Wassersport aus. Durch den Bootsbetrieb, das Anlanden, aber auch durch Spaziergänger und Badegäste können die Tiere leicht gestört werden. Dann geben sie ihr Gelege auf und es gibt keinen Nachwuchs in dem Jahr. Daher gilt es besonders während der Brutzeit von Mai bis Juli Rücksicht zu nehmen und die Bereiche der Brutplätze nicht zu stören.

junger FlussuferläuferIm Nationalpark sind eigens zu diesem Zweck Einstiegs- und Ausstiegsstellen für die Wassersportler und Besucherbereiche ausgewiesen. Abseits dieser Bereiche ist das Betreten der Schotterbänke verboten. Dort können die Flussuferläufer ungestört brüten, Nahrung suchen und ihre Jungvögel aufziehen.