Der Johnsbach

Der Johnsbach, einer der bedeutendsten Zubringer der Enns im Nationalpark.Der Johnsbach ist der bedeutendste Zubringer der Enns im Nationalpark. Er entspringt auf einer Seehöhe von rund 1.500 m in den Eisenerzer Alpen (Grauwackenzone, oberhalb der Grössingeralm). Er fließt Richtung Westen durch den Ort Johnsbach und ändert danach seine Fließrichtung abrupt um 90° nach Norden. Dabei durchbricht er auf 8 km in einem Kerbtal die Triaskalke und Dolomite der Gesäuseberge. Diese Strecke wird auch „Zwischenmäuer“ genannt.

Die bizarren Formen, die das Niederschlagswasser im Laufe der Jahre in den Felsen der Umgebung hinterlassen hat, bilden die charakteristische „Dolomiterosionslandschaft“. Felstürme, Felsfenster, weitläufige Schuttgräben und tiefe Rinnen formen das Bild einer fremden, jedoch faszinierenden Welt aus Stein.

JohnsbachDas Tal war vor der Regulierung in den 50er und 60er Jahren des vorigen Jahrhunderts immer wieder unpassierbar, da das Geröll- und Schuttmaterial aus den Seitengräben weite Bereiche des Talbodens verschüttet hat. Heute ist dies allerdings sehr selten der Fall und der Johnsbach zeigt auf kurzen „Verwilderungsstrecken“ seine ursprüngliche, weit ausufernde Dynamik. Grund dafür sind massive Verbauungen, die in den 50ern nach einer verheerenden Hochwasserkatastrophe angelegt wurden. Dabei war der Ort Johnsbach wochenlang von der Außenwelt abgeschnitten und große Teile der Straße sind zerstört worden. 2003 wurde der Fluss im Zuge eines LIFE Projektes renaturiert. Dabei wurde ein Großteil der Verbauungen entfernt und nur jene baulichen Maßnahmen belassen bzw. verbessert, die zur Gewährleistung der Sicherheit erforderlich sind. Dadurch gibt es im Fluss heutzutage kaum mehr Hindernisse für die Ausbreitung der Wasserlebewesen und die Flusslandschaft bietet Lebensraum für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten.

Band 3 der Schriftenreihe des Nationalparks Gesäuse „Der Johnsbach“ widmet sich eingehend diesem Wildfluss und seiner Lebewelt.