Hartelsgraben

Im Hartelsgraben findet man einen außergewöhnlichen Lebensraum.Der zweitgrößte Zubringer der Enns im Nationalpark ist der Hartelsbach. Er ist vor allem im Frühjahr bei der Schneeschmelze von besonderem Reiz. Aufgrund der Steilheit finden sich immer wieder kleine Wasserfälle und moosbewachsene Kaskaden.

Die Quellregionen befinden sich auf der Sulzkaralm und in der Hüpflingeralm, die zu den wasserreichsten Almen des Gesäuses zählen. Zahlreiche Quellen und auch der einzige See des Nationalparks befinden sich auf der Sulzkaralm, deren Name auch auf den Wasserüberfluss anspielt (Sulze = Stelle, an der Wasser entspringt oder aussickert).

Der Sulzkarbach stürzt über einen wunderschönen Wasserfall in den tiefen Einschnitt des Hartelsgrabens. Weitere Quellen in den Hangbereichen des Goldeggs, die möglicherweise aus dem weit verzweigten System der Goldegghöhle hervortreten, speisen den Hartelsgraben.

Die Hirschzunge ist typisch für den feucht-kühlen Hartelsgraben.

An den feucht-kühlen Hängen im Hartelsgraben hat sich ein Ahorn-Eschen-Schluchtwald ausgebildet. Er fällt durch seine üppige Krautschicht auf, in der man Hirschzunge und Silberblatt findet. Dieser Lebensraum ist heute nur mehr selten zu finden und wurde daher von der EU als prioritäres Schutzgut eingestuft.

Die Bedeutung des Hartelsbaches als Zubringer zur Enns ist in diesem Abschnitt besonders hoch, da sich die Strecke unterhalb des Wehres Gstatterboden befindet und deshalb nur wenig Wasser führt. Der Großteil des Ennswassers wird über die Ausleitungsstrecke zum Kraftwerk in Hieflau umgeleitet und der Hartelsbach liefert hier bedeutende Wassermengen für die Restwasserstrecke der Enns.

Band 13 der Schriften des Nationalparks Gesäuse widmet sich dem Thema Hartelsgraben und Natura-2000.