Die Enns

Die Enns im Gesäuse – eine Naturflusslandschaft, wie sie nur noch selten zu finden ist.Die Enns bildet das sensible Rückgrat des Nationalparks Gesäuse. Sie entspringt im Bundesland Salzburg (Radstätter Tauern am Fuß des Kraxenkogels, 1.735 m) und entwässert auf einer Länge von 254 km ein Einzugsgebiet von 6.080 km². Zwischen Quelle und Mündung in die Donau überwindet die Enns einen Höhenunterschied von 1.497 m. Sie ist somit der längste Fluss in Österreich, der sowohl im Land entspringt als auch auf österreichischem Staatsgebiet sein Ende findet.

Im Nationalpark Gesäuse ist die Enns kaum verbaut und zeigt ein sehr naturnahes Bild. Dies kann man am besten am Au-Erlebnisweg in der Lettmair-Au erfahren und entdecken. Eine Besonderheit ist auch die Felsstufe am Gesäuseeingang, der Ennskatarakt. Kraftwerksplanungen in diesem Bereich waren ein wichtiger Impuls für den Naturschutzgedanken in den Ennstaler Alpen.

Die Enns - ein blau-grünes Juwel, das neu erblüht!

Ennskatarakt

Spektakulär ist der Übergang der gemächlich fließenden Enns im Talboden bei Admont in die wilde Kataraktstrecke beim Gesäuseeingang. In der Bildmitte die „Ennspyramide“.Im Bereich des Admonter Beckens verlässt die Enns die Grenze zwischen Grauwackenzone und Kalkalpen und wird im Gesäuseeingang durch eiszeitliche Moränen zum Durchbruch durch die Nördlichen Kalkalpen gezwungen. Dabei ändert sich der Charakter der Flusslandschaft plötzlich vom weiten Talboden im Admonter Becken, über den klammartigen Gesäuseeingang, zum engen, von den hoch aufragenden Felswänden der Hochtorgruppe und des Buchsteins umschlossenen Kerbtal. Die Höhendifferenz zwischen Enns und Hochtorgipfel beträgt dabei nahezu 1.800 Meter.

Die Enns schlängelt sich durch den Nationalpark

Die Enns im Bereich des Nationalparks. Am Winterbild erscheint die Enns wie eine Schlange, die sich durchs Tal schlängelt.Zwischen Gesäuseeingang und dem Wehr in Gstatterboden (Anteil der Enns im Nationalpark) zeichnet sich die Enns durch einen hohen Grad an Natürlichkeit, eine abwechslungsreiche Struktur im Gewässerbett und eine besonders starke Dynamik aus.

Dies zeigt sich an der guten Struktur des Gewässers, mit Prallhang, Gleituferbereichen, an denen sich auch Schotterbänke bilden, und natürlichen Inselbildungen. Wir finden schluchtartige Bereiche mit tosendem Wasser und weitere, ruhigere Stellen, an denen das Wasser sanft dahin fließt.

Die Mäander der Enns

Vor dem Gesäuseeingang im Admonter Becken sieht man aus der Luft noch die Reste des alten Ennsverlaufes (meist werden diese Restgewässer heute als Fischteiche genutzt).Das Ennstal oberhalb des Nationalparks war vor hunderten Jahren noch flächig geprägt durch den Fluss, die Enns pendelte von einer Talseite zur anderen und trat bei regelmäßigen Hochwässern über die Ufer. Die Bewirtschaftung des Talbodens war nur mühsam zu erhalten. Daher wurde 1860 die große Ennsregulierung gestartet und insgesamt 40 Durchstiche trennten die Schlingen und Mäander ab. Dadurch gingen 20 Kilometer Flusslauf verloren, und mit ihm viele Tier- und Pflanzenarten, wie zum Beispiel die Ufer-Tamariske. Ein effizienter Hochwasserschutz war langfristig dadurch nicht erreicht. Aufgrund der Eintiefung des Flussbettes und vermehrter Hochwasserhäufigkeit in den weiter flussab gelegenen Bereichen musste man sich andere Strategien überlegen.

Mehr Enns…

Die Enns am Paltenspitz, hier hat der Fluss wieder Raum über die Ufer zu treten und auch Schotterbänke auszubilden, die ein wichtiger Lebensraum für viele Arten sind.Heute weiß man, dass man den Flüssen wieder mehr Raum geben muss, um Hochwässer sicher abzupuffern. Gerade aufgrund der Prognosen zu einer vermehrten Hochwasserhäufigkeit aufgrund des Klimawandels ist diese Strategie unbestritten. Durch die Renaturierung von Flüssen entsteht so ein neuer Lebensraum für bedrohte Tiere und Pflanzen, aber da und dort auch ein schöner Erholungsraum für uns Menschen. Vom Eisvogel bis zur Äsche können Arten, die von naturnahen Fließgewässern abhängig sind, somit in eine positive Zukunft blicken.

Maßnahmen zur Vitalisierung der Enns sind in der „Leitlinie Enns“ formuliert. In mehreren EU-Life-Projekten konnten bisher erfolgreiche Umsetzungen erfolgen. Mehr dazu unter „Gewässermanagement“.