Die Eschen sterben

 Saurer Regen, Ulmensterben und jetzt die Esche …

Bäumefällende Waldarbeiter gingen ihrem Handwerk meist fern der Öffentlichkeit, tief drin im Wald nach. Seit wenigen Jahren können wir die Waldarbeiter öfter am Straßenrand beobachten. Absterbende und zur Gefahr für Verkehrsteilnehmer werdende Bäume häufen sich nämlich und da muss dann eingegriffen werden. Meist geht es um Eschen, die gerne am Straßenrand wachsen und massiv unter einem Pilz, dem Eschen-Stengelbecherchen leiden.

Bis vor gut 20 Jahren litt der Wald unter dem sauren Regen. Der Schadstoffeintrag in die Luft führte zur Säurebildung, was bei vielen Baumarten zu teilweisem Nadel- oder Laubverlust führte. Der Schadstoffausstoß konnte in der Folge deutlich reduziert werden und die geschwächten Bäume haben ihre volle Vitalität wiedererlangt.  Der Druck auf den Wald ist selektiver, aber deutlich aggressiver geworden. Heute kämpfen die Eschen um ihr Überleben.

Davor hat das Ulmensterben schon gezeigt, wie bedrohlich Pilze sein können, wenn sie einen neuen Kontinent erobern, der erst lernen muss, mit ihnen umzugehen.  Dieser selektive Ausfall einzelner Baumarten nimmt unserem Wald Stabilität und verringert sein Potential, sich an den Klimawandel anzupassen. Das Problem ist ernst! So untersuchen u.a. die Universität für Bodenkultur und das Bundesforschungszentrum für Wald, ob es resistente Varianten der Esche gibt und ob diese gezielt vermehrt werden können.

Im Nationalpark wird sich zeigen, wie die Eschen ohne Hilfe langfristig mit der Pilzattacke zurechtkommen werden. Für den Praktiker im Wirtschaftswald geht es auch um die Ökonomie und die Frage, ob und was zum Wohl der Eschen aktiv unternommen werden kann. Ein Vortrag am 1. März in Admont (19 Uhr im GH Pirafellner) gibt Auskunft zum Thema. Veranstalter sind der Nationalpark Gesäuse und die Bezirkskammer für Land- und Forstwirtschaft.