Stress lass nach - Auerhühner im Skitourengebiet

Glitzernde Winterlandschaften – der Traum eines jeden passionierten Tourengehers. Wer zur kalten Jahreszeit oft in den Bergen unterwegs ist, trifft des Öfteren auf die markanten Spuren der Auerhühner, die 10 bis 12 cm langen Fußabdrücke mit seitlich stark abgespreizten Zehen. Auerhühner zählen wie Birk-, Schnee- und Haselhühner zu den Raufusshühnern. Sie sind sehr gut an zeitweise schneereiche Habitate angepasst, etwa durch ihre bis zu 2/3 befiederten Füße. Die Federn an den Zehen verhindern ein Einsinken im Schnee. Sie ernähren sich von Blättern, Zweigen und Nadeln.

Als Lebensraum bevorzugen Auerhühner stille, naturnahe, lockere Nadel- und Mischwälder. Brutplätze, Sommer- und Wintereinstände müssen unterschiedliche Ansprüche erfüllen. Geeignete Lebensräume werden aber immer seltener. Neben anderen Ursachen kommt in der heutigen Zeit der Skitourismus als negativer Einfluss hinzu, da die Tiere äußerst empfindlich auf Störungen reagieren. Durch ihr hohes Gewicht führen Fluchtreaktionen zu einem großen Energieverlust, was in den kalten Wintermonaten fatal ist. Häufige Störungen führen schließlich auch zur völligen Aufgabe geeigneter Habitate.

Im Nationalpark Gesäuse gibt es mehrere Bestände von Auerhühnern. Die Entwicklung der Populationen wird durch eine jährliche Kontrolle überprüft. Dabei werden in den Einstandsgebieten Losungen gesammelt und genetisch untersucht. Dies gibt Aufschluss über die Anzahl der Tiere und das auf und ab innerhalb der Population. Da das Gesäuse ein sehr beliebtes Ziel für Skitourengeher darstellt, ist die Schaffung von Rückzugsräumen für die Tiere enorm wichtig. Hierfür wurde ein eigenes Besucherlenkungskonzept erstellt, in dem den Besuchern attraktive Routen, von gemütlichen Touren bis hin zu anstrengenden Aufstiegen mit anspruchsvollen Abfahrten, geboten werden. Bewusst umgangen werden darin Ruhegebiete der Wildtiere für die strengen Wintermonate. Nur durch ein verantwortungsvolles Verhalten der Tourengeher, besonders das Einhalten der ausgewiesenen Routen, ist der Wintergenuss der Besucher weiterhin mit dem Schutz der Wildtiere vereinbar!

Detaillierte Informationen zu den Skitouren im Gesäuse mit Hinweisen zu den Routen und zum Leben der Auerhühner sowie anderer Wildtiere sind auf der Homepage des Nationalparks unter http://nationalpark.co.at/naturerlebnis/schitouren?lang=de zu finden.

Die Studien des Nationalparks Gesäuse sind in der Wissens-Datenbank von Nationalparks Austria unter www.parcs.at aufgelistet.

Weitere Informationen zu dem Thema Wintertourismus und Wildtiere:
Alexander Maringer
alexander.maringer@nationalpark.co.at

Spuren im Schnee (©Toni Kerschbaumer)
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Balzender Hahn (©Herfried Marek)
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Henne im Unterschlupf (©Hubert Keil)
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