Artenschutzprojekt Tamariske im Nationalpark Gesäuse

Die Ufer-Tamariske, auch Rispelstrauch genannt, ist aus der heimischen Flora beinahe gänzlich verschwunden. Ein Artenschutzprojekt im Nationalpark Gesäuse soll dieser stark gefährdeten Art wieder neuen Lebensraum verschaffen.

Im Vergleich zu den meist bekannten Weiden-Gebüschen ist dieses Pioniergehölz hingegen meist wenig bekannt. Es erstaunt nicht, denn diese historisch im Ostalpenraum weit verbreitete Art hat in den vergangenen 150 Jahren einen drastischen Rückgang erfahren. Bis auf wenige Fließgewässer bzw. Fließgewässersysteme ist die Ufer-Tamariske in Österreich inzwischen sehr selten geworden und inzwischen in vielen Regionen ausgestorben. Wasserkraftwerke, Flussbegradigungen und andere flussbauliche Maßnahmen führen dazu, dass es in Österreich kaum noch Schotterbänke und natürliche Flussufer gibt. Mit ihrem Lebensraum verschwand auch die Ufer-Tamariske von den heimischen Gewässern. Nennenswerte Populationen findet man in Tirol an den Flüssen Isel und Lech und ihren Zubringern. Durch den dramatischen Rückgang der Populationen steht die Ufer-Tamariske nun auf der Roten Liste der gefährdeten Arten und gilt in Österreich als „vom Aussterben bedroht".

Erkennen kann man Tamarisken leicht. Es sind Sträucher die an Schotterbänken und entlang von Ufern der Alpen- und Voralpenflüsse wachsen. Die Pflanze wird 50 bis 200cm hoch und hat eine starke basale Verzweigung mit rutenförmigen Ästen. Die 2-3mm langen, blaugrünen Blätter sind schuppenförmig und meist dachziegelartig an den Ästen ausgebildet. Am Ende der langen Äste sitzen weiße bis hellrosa Blüten in traubigen Blütenständen.

Im Nationalpark Gesäuse fließt die Enns noch über mehrere Kilometer unreguliert und kaum verbaut. Trotz geeigneter Habitate ist die Tamariske auch hier ausgestorben. Im Zuge eines Projektes wird versucht die Ufer-Tamariske im Nationalpark Gesäuse an der Enns und am Johnsbach wieder anzusiedeln. Ein Pflanzengarten in Gstatterboden dient zur Vermehrung und Aufzucht von Stecklingen. Diese sollen zu einem späteren Zeitpunkt an geeigneten Standorten ausgebracht werden. Zusätzlich werden die Samen der blühenden Tamarisken im Pflanzengarten abgesammelt und im Rahmen von Keimversuchen herangezogen. Die Aufzucht der Stecklinge funktioniert sehr gut, da Tamarisken durch ihren sehr dynamischen Lebensraum in hohem Maße ausschlagefreudig sind und auch kleine Aststücke neu anwurzeln.

Nähere Informationen zur Ufer-Tamariske und dem Artenschutzprojekt im Nationalpark Gesäuse finden Sie auf der Nationalpark Homepage.

 

Ufer-Tamariske © Nationalpark Gesäuse GmbH, Herfried Marek
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Blütenstand © Nationalpark Gesäuse GmbH, Herfried Marek
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