Verborgene Schätze im Nationalpark Gesäuse

In einem Gelände, das schon an der Oberfläche für extreme Abenteuer bekannt ist, sucht Eckart Herrmann nach Höhlen. In einer leidenschaftlichen Mischung aus Alpinismus und Höhlenkunde ist er seit 1998 mit Gleichgesinnten auf Erkundungstour im Gesäuse. Vergangene Woche widmete er sich im Projekt „SPELEO ALPIN" dem Karstgebiet der Hochtorkette. „Unter den bekanntesten Gesäusebergen liegen noch viele faszinierendere Felsformationen, kilometerlange Gänge und hunderte Meter tiefe Canyons!", so Herrmann.

Die nördlichen Kalkalpen sind zerklüftete Gebirgszüge mit zahlreichen Höhlensystemen. „Schnell erkannten wir, dass die gering dokumentierte Höhlendichte im Gesäuse nicht Resultat einer schlechten Verkarstung, sondern mangelnder Erforschung ist", erzählt Günther Stummer, der bereits 2001 die ersten Forschungsergebnisse publiziert hat. Seither hat sich aus seiner Sicht glücklicherweise einiges geändert. Speziell dem Landesverein für Höhlenkunde in Wien und Niederösterreich ist es zu verdanken, dass sich in den vergangenen Jahren Speläologen (so der Fachbegriff für die Höhlenforscher) aus dem In- und Ausland, darunter auch steirische Kollegen, den Höhlen im Gesäuse gewidmet haben. Besonderer Dank gilt den „Hobby-Höhlenforschern", die wertvolle Forschungsarbeit größtenteils in ihrer Freizeit leisten. Ohne ihr Engagement wäre es um die Höhlenforschung im Nationalpark Gesäuse nach wie vor schlecht bestellt.

Unter der Leitung von Eckart Herrmann findet daher jedes Jahr eine Forschungswoche im Gesäuse statt, in der sich eine Gruppe alpin erfahrener Forscher/innen den Höhlen im Gebiet der Hochtorkette widmet. Auf diese Weise wird das Gebiet Schritt für Schritt erfasst, die Höhlen werden vermessen und kartiert und die Ergebnisse schließlich in den Höhlenkataster eingegliedert. Herrmann abschließend: „Erst durch diese Forschung lernen wir die Gesäuseberge als Karststöcke mit ihren unterirdischen Wasserbahnen und Lebensräumen kennen. Dennoch liegt hier noch so vieles im Dunkeln..."

Die ersten Ergebnisse wurden bereits in einem 444 Seiten schweren Werk veröffentlich. Unter dem Titel „Höhlen im Hochtor" geben die Autoren Herrmann Eckart und Reinhard Fischer einen Einblick in die wichtigsten Höhlen der Hochtorgruppe und geben Aufschluss über die Gebirgsbildung der Gesäuseberge. Erhältlich beim Nationalpark Gesäuse Infobüro in Admont und beim VÖH: office@hoehle.org. (Eine Kooperation des Verbandes Österreichischer Höhlenforscher, des Landesvereins für Höhlenkunde in Wien und NÖ und des Nationalparks Gesäuse.)

Rückfragehinweis:

Mag. Tamara Höbinger

Tel.: +43 664 8252310

tamara.hoebinger@nationalpark.co.at

 

Höhlenforscher © Eckart Hermann
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Höhlenforscher beim Abseilen © Eckart Hermann
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