Spionage im Nationalpark?

Drohne im Forschungseinsatz in Lawinenrinnen

Im Nationalpark Gesäuse ist im heurigen Jahr das erste Mal eine Drohne im Dienst der Wissenschaft unterwegs gewesen. Ziel war es, die natürlichen Prozesse in Lawinenrinnen genauer unter die Lupe zu nehmen. Dazu wurden mit einem ferngesteuerten Hexacopter aus der Luft hochaufgelöste Luftbilder erstellt und ausgewertet.

„Die Lawinenrinnen am Tamischbachturm bei Hieflau sind die artenreichsten Lebensräume im Nationalpark Gesäuse. Die neue Untersuchungsmethode kombiniert „Fernerkundung" aus der Luft mit Erhebungen im Gelände. Bei den dabei erstellten Vegetationsaufnahmen wurde auf einer Fläche von 5 x 5 Metern eine Artenzahl von bis zu 50 Blütenpflanzen erhoben", berichtet Fachbereichsleiter Daniel Kreiner. Zum Vergleich: Auf einer Mähwiese sind es nur 1/10 dieser Arten. Dies zeigt einmal mehr die große Bedeutung dieser Lawinenrasen für die Artenvielfalt. Ziel des Forschungsprojektes war es, Ursachen und Zusammenhänge, die zu diesem Reichtum führen, besser zu verstehen.

Es zählt zu den Kernaufgaben des Nationalparks Gesäuse, die Natur und ihren Wandel langfristig zu beobachten. Veränderungen in der Natur haben sehr oft auch direkte oder indirekte Auswirkungen auf uns. Die Folgen bemerken wir erst viele Jahre später. Würde man die Dynamik – zum Beispiel durch eine Lawinenverbauung – unterbinden, würde der Wald die Offenflächen bald zurückerobern. Die einzigarte Artenvielfalt dieser Hänge würde verlorengehen.

Zur Sicherung der Infrastruktur wurden in diesem Fall schon vor Jahrzehnten Galerien entlang von Straße und Bahn gebaut. Diese schützen Menschenleben und Infrastruktur, gleichzeitig wird auch die Biodiversität der Lawinenflächen bewahrt.

Unter www.nationalpark.co.at findet man mehr zum Thema Naturdynamik und der aktuelle Bericht dazu ist auch online verfügbar.

Rückfragehinweis:
Mag. MSc Daniel Kreiner, Fachbereichsleiter für Naturschutz & Naturraum

Tel.: +43 3613 21000 30
daniel.kreiner@nationalpark.co.at

 

Drohne im Einsatz der Wissenschaft © E.C.O. (M. Jungmeier)
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