Burgi, der Nationalpark-Hund

Mein Name ist Burgi, na ja, eigentlich heiße ich Ronja vom Pflüglhof, aber dieser Name dürfte meinem Herrchen nicht so gut gefallen haben – oder waren es doch seine Kinder Franziska und Antonia, die sich für den Namen Burgi entschieden haben? Ganz egal, jedenfalls stamme ich von einem Kärntner Züchter ab, der zu den ältesten Zwingernamen des Österreichischen Schweißhundevereins zählt. Wie ihr seht, bin ich ein Jagdhund, und zwar ein Bayerischer Gebirgsschweißhund – klingt gefährlich, nicht wahr?

Ich bin gerade einmal 5 Monate alt geworden und als 8 Wochen alter Welpe zu meiner Familie nach Gstatterboden gekommen. Ich lebe mitten im Nationalpark Gesäuse und es macht so richtig Spaß, tagtäglich mit meinem Herrchen, dem Nationalpark-Förster Martin Zorn, die wunderschönen Wälder zu erkunden. Da ich einmal ein richtiger Diensthund werden soll, der dem Förster bei der Arbeit zur Hand geht, hat der Ernst des Lebens für mich schon längst begonnen. Bereits am ersten Tag habe ich zu spüren bekommen, was mich einmal alles erwarten wird. Da wurde mir nämlich von meinem Herrchen „unser" Revier gezeigt und ich war den ganzen Tag im Auto unterwegs. Das hat mich etwas genervt und ich habe gewinselt – ach ja, wie habe ich damals meine Mama und meine Geschwister daheim vermisst!

Mittlerweile bin ich gut eingewöhnt und Franziska und Antonia helfen mir, mich in meinem neuen Zuhause pudelwohl zu fühlen! Schon mit 3 Monaten habe ich die verschiedensten Gerüche in meiner Nase gewittert und mein Herrl hat begonnen, Fährten vom Rot- und Gamswild – manchmal auch vermischt mit Blut (das nennt man in der Jägersprache „Schweiß") auszulegen. Ich war ganz begeistert davon und anscheinend „super gut" drauf. Somit ging es gleich weiter und die Abstände zwischen dem Legen der Fährten und meiner Nachsuche wurden immer größer. Stellt euch vor, jetzt finde ich eine Fährte sogar nach einer ganzen Nacht! Anfangs durfte ich mit Martin, meinem Herrchen, auf den Hochstand, um die Tiere zu beobachten. Wie habe ich diese Momente der Vertrautheit genossen und ich kam mir furchtbar wichtig vor! In diesen Genuss komme ich jetzt leider nicht mehr, weil ich gelernt habe, unten zu bleiben. Das war ein harter Weg und hat von meinem „Chef" viel Konsequenz erfordert, weil ich immer wieder aufgestanden bin. Ich wollte nämlich partout nicht verstehen, dass ein guter Diensthund in einem Hochsitz nichts verloren hat!

Und wisst ihr, was das Beste ist? Bald kommt der Schnee und ich darf täglich in die weiße Pracht hinaus. Wenn ich erwachsen bin, muss ich mich nämlich bei jeder Witterung im Wald zurecht finden und meine Nase darf mich nicht im Stich lassen.

Na ja, bis dahin habe ich ja noch ein bisschen Zeit... und wie alle Kinder (ob Mensch oder Tier) freue ich mich auf Weihnachten und viele Geschenke!

Und wie meine Geschichte weitergeht, das sollt ihr im nächsten Jahr erfahren!

 

Burgi im Garten © Nationalpark Gesäuse GmbH, Zorn
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Burgi am Berg © Nationalpark Gesäuse GmbH, Zorn
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