Die Zirbe im Gesäuse - östlicher geht's nicht!

Die Zirbe im Gesäuse - östlicher geht's nicht!

Kürzlich fand in Admont ein gut besuchter Vortag zum Thema „Die Zirbe im Gesäuse" statt. Die Zirbe, auch „Königin der Alpen" genannt, ist eine hochalpine, anpassungsfähige Baumart und hat im Gesäuse ihr östlichstes Vorkommen in den Alpen! Magdalena Langmaier vom Institut für Waldbau an der Universität für Bodenkultur Wien präsentierte Wissenswertes für Waldbesitzer/innen, Förster/innen und Naturinteressierte.

Die Zirbe ist eine im Alpenraum weit verbreitete Baumart der hohen Lagen. Sie ist gut angepasst an das raue Klima und ungünstige Bodenverhältnisse der hochalpinen Stufe. So vermag sie Wintertemperaturen von bis zu minus 40 Grad unbeschadet zu überstehen. Neben zahlreichen eindrucksvollen Fakten rund um die „Königin der Alpen" wurde auch die Rolle der Zirbe in der Forstwirtschaft beleuchtet. Das Holz wird als Furnier- und Wertholz und aufgrund seines Duftes hoch geschätzt. Eine schonende Bewirtschaftung der Zirbe ist für eine nachhaltige Nutzung unerlässlich. Die Zirbe ist oft schwer zu bewirtschaften und sie wächst nur langsam. Dies schlägt sich in sehr guten Preisen für das Nutzholz nieder. Nicht vergessen werden darf die wichtige Funktion dieser Art als Schutzbaumart in den Hochlagen, besonders hinsichtlich des Schutzes vor Lawinen.

Zapfen, Kerne, Äste, Scharte, .. Es gibt kaum etwas an der Zirbe dass sich nicht verwerten lässt. Neben dem allseits beliebten Schnaps zählen auch Zirbenpolster, Zirbenöl, Kerne, oder Zirbenlikör zu bekannten Produkten. DI Magdalena Langmaier hält dazu fest: „Das Sammeln der Zapfen ist streng geregelt. In der Steiermark dürfen nur Früchte vom Boden, nicht aber von stehenden Bäumen geerntet werden. Im Nationalpark Gesäuse ist das Sammeln der Zapfen überhaupt verboten."

Wälder mit hohem Zirbenanteil werden aber auch von Wanderern als Besonderheit geschätzt. Im Nationalpark Gesäuse kann man diese auf dem Weg zur Hesshütte oder auf die Planspitze erleben.

Lärchen-Zirbenwälder bilden im Nationalpark Gesäuse die höchste Waldstufe zwischen 1.600 bis 1.800m Seehöhe. Bemerkenswert für das Gesäuse ist, dass es den östlichsten Verbreitungspunkt in den Alpen darstellt. In der Nationalpark-Forschung wurde der Zirbe daher besondere Aufmerksamkeit geschenkt. Waldökologische Studien zeigen die genaue Verbreitung und Charakteristik der östlichsten Vorkommen dieser Art im Alpenraum.

Die mächtigsten Zirben findet man übrigens in der Schweiz. Das älteste Individuum ist hingegen aus Südtirol bekannt, mit einem stolzen Alter von 1020 Jahren!

Die Zirben-Studien des Nationalparks Gesäuse sind in der Wissens-Datenbank von Nationalparks Austria unter www.parcs.at aufgelistet.

Weitere Informationen zu dem Thema Zirben im Gesäuse:
Daniel Kreiner: daniel.kreiner@nationalpark.co.at, Tel. +43 3613 21000 30

 

Zirbenwälder im Nationalpark Gesäuse © Nationalpark Gesäuse, Lisbeth Zechner
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