Sensationsfunde im Nationalpark Gesäuse

Zusammenhang mit Hitzewelle?

Seltene mediterrane Wanderfalter sind im Nationalpark Gesäuse eingetroffen und das „Schwarze Ordensband", ein Nachtfalter der eher in den Talauen verbreitet ist, wurde nun von Schmetterlingsforscher Heinz Habeler auf 1.450 Metern gefunden. Ein Zusammenhang mit der heurigen Hitzewelle bzw. mit der schleichenden Klimaerwärmung ist sehr wahrscheinlich.

Unter den Schmetterlingen gibt es einige bei uns nicht heimische Arten, die von Nordafrika aus startend das Mittelmeer überqueren und bei uns einfliegen. Dazu zählen so bekannte Arten wie der Admiral und der Distelfalter, die uns jedes Jahr besuchen. Aber es gibt auch Arten, die ganz selten bis zu uns vordringen, und solche wurden anläßlich des GEO-Tages der Artenvielfalt 2015 im Nationalpark Gesäuse registriert. Vom Goldeulenfalter mit dem wissenschaftlichen Namen Trichoplusia ni oder auch vom Wanderfalter Heliothis peltigera wurden die letzten Exemplare im Jahr 2000 und davor 1965 bzw. 2001 in der Steiermark verzeichnet. Erstaunlich, dass diese Tiere nun in die kühlen Schluchten des Gesäuses vordringen.

Das Schwarze Ordensband mit dem wissenschaftlichen Namen Mormo maura ist ein seltener und mit 7 cm Spannweite recht großer nachtaktiver Schmetterling. Er konnte erstmals am 6.8.2015 im Nationalpark Gesäuse nachgewiesen werden, und zwar in einer Höhe von 1.450 m. Das ist der mit Abstand höchstgelegene Fund dieser Tieflandart in der Steiermark. Es ist zu vermuten, dass als Folge der Klimaerwärmung etliche Arten nun in Höhen vorstoßen, in denen sie bisher nicht leben konnten.
Diese neuen Nachweise bestätigen andere Forschungsergebnisse aus dem Nationalpark, wie etwa aus dem internationalen Klimaforschungsprojekt GLORIA.

Die Tatsache der Klimaerwärmung wird in der Forschung kaum mehr angezweifelt. Die Folgen, wie vermehrte Hitzewellen und entsprechende Sturm- und Starkregenereignisse, sind vor allem im Alpenraum auch stark zu spüren. Entsprechende Anpassungen in Politik und Gesellschaft werden in den nächsten Jahren notwendig sein um sich dieser Herausforderung rechtzeitig zu stellen und wirtschaftliche Schäden in naher Zukunft zu minimieren.

Für fachliche Fragen:
DI Heinz Habeler
+43 664 5284933

Kontakt im Nationalpark Gesäuse:
Mag. Alexander Maringer
+43 3613 21000 31
alexander.maringer@nationalpark.co.at


 

Schmetterlingsforscher Heinz Habeler © Gernot Kunz
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Das schwarze Ordensband Mormo Maura© Heinz Habeler
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Wanderfalter Heliothis peltigera © Heinz Habeler
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