Gesäuse – Die Berge rocken…

Im Nationalpark Gesäuse werden von der UNI Graz im Bereich des Johnsbachtales seit mehreren Jahren Forschungsprojekte zum Thema Verwitterung und Erosion durchgeführt (Rocking Alps, SedynX). Dabei geht es nicht nur um die Entstehung dieses Verwitterungsmaterials, das die Landschaft im Johnsbachtal im Gesäuse unter den Gipfeln von Ödstein und Reichenstein prägt. Vor allem auch der Transport des Materials in den vielen Schuttrinnen bis hinunter zum Johnsbach und in die Enns wird in Kooperation mit der Universiät für Bodenkultur untersucht. Am Johnsbach wurde zur Messung des im Bach transportierten Materials in Kooperation mit der Wildbach- und Lawinenverbauung eine „Geschiebefalle" installiert. Diese liefert laufend aktuelle Daten zu den Materialmengen, die das Johnsbachtal hinaus zur Enns verlassen.

Alle diese Vorgänge laufen seit Jahrtausenden ab und sind die wesentlichen Gestalter unserer Landschaft. Viele dieser natürlichen Abläufe haben wir durch unsere Bautätigkeiten stark verändert. Geschiebesperren oder Kraftwerke halten das Material zurück, gleichzeitig wird durch die starke Verbauung und Kanalisierung der Bäche schneller Material transportiert und teilweise auch mehr erodiert. So tiefen sich die Gewässer ein und verlieren ihre ursprüngliche Anbindung an das Umland. „Neben der steigenden Hochwassergefahr in den tiefer gelegenen Talbereichen der Einzugsgebiete entstehen so auch Probleme im Gewässer selbst. Die Eintiefung kann sowohl zu ungehinderter Erosion in tiefere Bodenschichten führen als auch das Funktionieren von Hochwasserschutzbauten untergraben. Nebenbei geht durch die fehlenden Strukturen die Vielfalt der heimischen Fischfauna und vieler anderer Lebewesen am Gewässer verloren", erklärt Daniel Kreiner, Fachbereichsleiter für Naturraum im Nationalpark Gesäuse.

Viele Fragen aus der Praxis, von unterschiedlichen Interessengruppen, vom Energieversorger, Gemeindebürger, Gewässerbewirtschafter bis hin zum Naturschützer werden an Forschungsprojekte gestellt. Projekte, wie das vorgestellte von der UNI Graz und der BOKU, sollen helfen, einen Teil dieser Fragen unserer Gesellschaft zu beantworten. Damit die Ergebnisse auch in der Praxis ankommen, wird von der Österreichischen Akademie der Wissenschaften die Forschungsplattform Eisenwurzen unterstützt. Die Forschungsplattform versucht, die einzelnen Forschungsinitiativen besser zu vernetzen und die Ergebnisse noch stärker in der Region zu verbreiten. Der Nationalpark Gesäuse wird dabei weiterhin eine wichtige Drehscheibe bilden.

 


 

Geschiebeforschung 01 © Erik Rascher, UNI Graz
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Geschiebeforschung 02 © Erik Rascher, UNI Graz
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