Erstaunlich unauffällig: Der Raufußkauz im Gesäuse

Der Ruf des nachtaktiven Raufußkauzes ist in den Bergwäldern des Nationalpark Gesäuse weithin zu hören. Noch jetzt im Juni sind Männchen, die keinen Partner gefunden haben, mit ihren ausdauernden Paarungsrufen fast einen Kilometer weit zu hören. Die Eule mit dem erstaunten Gesichtsausdruck ist aber schwer zu finden und bei uns gar nicht häufig anzutreffen.

„Zur idealen Beobachtungszeit im März und April liegt meist noch Schnee und ihr Lebensraum in den hochgelegenen Nadelwäldern kurz vor der Waldgrenze ist schwer zu erreichen.“, sagt der Ornithologe Michael Wirtitsch. Der etwa amselgroße Vogel brütet bevorzugt in verlassenen Schwarzspechthöhlen. Seine Verbreitung und Populationsdichte ist von seiner Nahrung, hauptsächlich Waldmäusen, abhängig. Raufußkäuze wandern weit umher, um Gebiete mit dichten Mäusevorkommen zu finden. An diesen Orten konzentrieren sie sich dann, sodass Gebiete die im Vorjahr besiedelt waren im nächsten Jahr plötzlich verwaist sein können. „Unter dem Schnee können Eulen keine Mäuse finden, die Raufußkäuze wandern daher ab oder brüten in diesem Jahr einfach nicht.“, sagt Wirtitsch, der in regelmäßigen Abständen Vögel im Nationalparkgebiet untersucht.

In den vergangenen Jahren hat der strenge Winter so manche Brut verhindert. Heuer war der Winter mild, doch auf Grund des späten Schneefalls im Gebiet konnten wiederum nur auf der Sonnenseite der Nationalparkberge Brutreviere des Raufußkauzes nachgewiesen werden. Dem Nationalpark Gesäuse ist der Raufußkauz ein Anliegen. „Österreichweit weiß man wenig über die Vorkommen des geschützten Raufußkauzes. Es ist daher wichtig, die Entwicklung des Bestandes einschätzen zu können und dazu regelmäßig Daten zu erheben.“, sagt Alexander Maringer, Zoologe im Nationalpark.

Mehr über diese interessante Tierart erfahren Sie am 24. Juni bei einem spannenden Vortrag, begleitet von einem mehrgängigen Cocktail-Menü und abwechslungsreichen kleinen Gaumenschmankerln, im Hotel Spirodom in Admont.

Nähere fachliche Infos: Mag. Alexander Maringer, Nationalpark Gesäuse +43 664 82 52 314

Das Foto kann in hoher Auflösung von www.nationalpark.co.at/de/presse herunter geladen werden. Verwendung ausschließlich für Berichte im Zusammenhang mit dieser Presseinformation und unter Anführung der Bildrechte. Jede weitere Nutzung des Bildmaterials bedarf der Zustimmung der Nationalpark Gesäuse GmbH.