Mediterrane Schmetterlingsart bis in den Nationalpark Gesäuse verfolgt

Bei biologischen Bestandsaufnahmen im Nationalpark Gesäuse nahe Gstatterboden wurde ein aus dem Mittelmeerraum bekannter und dort häufiger Flechtenspinner-Schmetterling namens Eilema caniola gefunden. In den steirischen Gebirgen ist das der erste Nachweis.

Diese Art wurde erstmals in der Steiermark 1998 am Zinsberg bei Fehring entdeckt, es folgten Herberstein 2001, Gleichenberger Kogel 2006, der Hauenstein-Steinbruch in Graz 2010 und ist seit 2012 regelmäßig in Graz zu beobachten. Nun hat der Grazer Schmetterlingsforscher Heinz Habeler, der diesen Flechtenspinner von seinem eigenen Stadtbalkon kennt, auch im Gesäuse nachgewiesen. Das Gesäuse ist für sein raues Klima bekannt, wodurch der mediterrane Schmetterling nun besonders hervorsticht.

Die von Heinz Habeler nachverfolgte Besiedlungsgeschichte ist mit den Klimaveränderungen zu erklären. Wärmeliebende Arten aus dem Süden breiten sich allmählich nach Norden aus, aber auch heimische Arten steigen im Gebirge immer höher hinauf. „Die Faszination der Schmetterlingswelt des Nationalparks Gesäuse besteht zum Teil darin, dass montan-alpine Arten neben wärmeliebenden Südländern leben, bevorzugt in den Lawinenrinnen, den artenreichsten Stellen des Gebietes“, zeigt sich Heinz Habeler vom Nationalpark begeistert.

Bisher wurden im Nationalparkgebiet 1.234 Schmetterlingsarten nachgewiesen. Die große Vielfalt an Lebensräumen spiegelt sich auch bei der Diversität der Schmetterlingsarten wider. Rund 90 % dieser Arten sind nachtaktiv.

Kontakt Fachexperte: Heinz Habeler, Tel: +43 664 52 84 933; heinz.habeler@gmx.at

Kontakt Nationalpark Gesäuse: Daniel Kreiner, Tel: +43 664 82 52 303; daniel.kreiner@nationalpark.co.at


 


Flechtenspinner-Schmetterling namens Eilema caniola © Heinz Habeler
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