Elritzen für Zell am See

Der Fisch des Jahres 2016 kommt zurück in seine Heimat.

Die Elritze ist ein kleiner Fisch, der früher kaum großes Aufsehen erregte. Unter dem Namen „Pfrille“, „Pfrüei“ oder „Pfründl“ ist er als Köder- bzw. Futterfisch bekannt gewesen. In den letzten Jahren wurde jedoch klar, dass auch diese einst häufige Art bereits gefährdet ist. Im Pinzgauer Zeller See etwa gilt die dort einst häufige Elritze als verschollen. Der Nationalpark Gesäuse unterstützt nun die Wiederansiedlung dieser Art im Zeller See mit Elritzen aus dem einzigen See im Nationalpark, dem Sulzkarsee.

Da die Elritzen im Nationalpark aus dem Zeller See stammen, ergibt sich eine einmalige Möglichkeit, die dort ursprünglich heimische und heute ausgestorbene Art wieder anzusiedeln. Im Nationalpark Gesäuse wurde der Sulzkarsee vor ca. 40 Jahren in einen Fischteich umgewandelt. Im früher fischlosen See dienten die Elritzen als Futterfische für die größeren Saiblinge. Das langfristige Ziel im Nationalpark ist es, den See wieder in seinen natürlichen Zustand zurückzuführen und damit fischfrei zu machen. So war es ein glücklicher Zufall, dass die Bewirtschafter am Zeller See von den übrig gebliebenen Elritzenbeständen im Gesäuse erfahren haben.

Robert Schabetsberger von der Universität Salzburg: „Die Elritzen aus dem Nationalpark Gesäuse bieten die einzigartige Möglichkeit, die mittlerweile verschollene Population im Zeller See wieder aufzubauen.“ Mit Uferrenaturierungen wird dort versucht, den Lebensraum für die Art zu verbessern. Nur so ist eine erfolgreiche Vermehrung der Art in ihrem Heimatgewässer sicher zu stellen.

Für den Nationalpark Gesäuse und die Fischereibewirtschafter am Zeller See ist durch diese Kooperation der Startschuss für eine Erfolgsgeschichte gesetzt: „Die Wiedereinbürgerung der Elritzen im Zeller See ist uns ein großes Anliegen und gerade im „Jahr der Elritze“ eine erfreuliche Geschichte“, so Mario Panzl vom Wirtschaftshof der Stadtgemeinde Zell am See.

Kontakt:
PD Mag Dr. Robert Schabetsberger, Universität Salzburg, Tel: +43 664 5221809; E-Mail: Robert.Schabetsberger@sbg.ac.at
Mag. Daniel Kreiner, Nationalpark Gesäuse. Tel: +43 664 8252303; E-Mail: daniel.kreiner@nationalpark.co.at

Link zur Newsmeldung.


 

Elritzen werden mit Reusen gefangen © Nationalpark Gesäuse GmbH, Daniel Kreiner
FORMAT :2957 x 1958  px 
GrÖße        :2.44 MB

Portrait einer Elritze (Phoxinus phoxinus) © Ch. Komposch, ÖKOTEAM
FORMAT :2964 x 1968  px 
GrÖße        :1.80 MB