Habichtskauz – eine Erfolgsgeschichte

Der Habichtskauz. Eine imposante Eule kehrt in unsere Wälder zurück.Der Habichtskauz ist mit einer Flügelspannweite von rund 1,2 m und einem Gewicht bis zu 1,5 Kilogramm die größte Eule in unseren Wäldern. Doch wer so groß ist, hat auch Ansprüche: Der mächtige Nachtgreifvögel besetzt Reviere von 2-5 km², benötigt reichlich Mäuse als Nahrung und fühlt sich vor allem in alten, lichten Baumbeständen wohl. Dort legt ein Habichtskauz-Pärchen in dicken alten Stämmen bevorzugt seine Bruthöhle an.

Doch den Habichtskäuzen wurde in der Vergangenheit gehörig zugesetzt. Die intensivierte Waldwirtschaft hatte die Population stark schrumpfen lassen und der gar nicht scheue Vogel konnte zudem leicht gefangen oder erlegt werden. Bis Mitte des 20. Jahrhunderts wurden nur mehr sehr wenige Exemplare in Österreich nachgewiesen. Als Brutvogel verschwand er zur Gänze.

Seit 2009 werden im Rahmen des Projekts „Habichtskauz Wiederansiedlung“ in Österreich wieder Tiere in die Freiheit entlassen. Die Lebensräume in der ECONNECT-Pilotregion „Nördliche Kalkalpen“ sind größtenteils gut für den Habichtskauz geeignet. Allein die alten Bäume fehlen heute zum Großteil. Daher greift man der imposanten Eule unter die Schwingen und hängt an ausgewählten Orten Nistkästen für den Habichtskauz auf.

Schweißtreibende Nistkastenmontage im Nationalpark Gesäuse. Künstliche Nisthilfen ersetzen die Bruthöhlen in alten Bäumen.Die 60 Zentimeter hohen Holzkästen im Wald anzubringen ist keine leichte Aufgabe. Mit Seilzug und Leiter wurden 10 der künstlichen Bruthöhlen in einer Höhe von vier Metern montiert. Ob sich darin Bewohner finden wird jährlich in einem wissenschaftlichen Monitoring kontrolliert.

Habichtskäuze streifen weit umher und die Tatsache, dass die Nistkästen angenommen werden, zeigen erste Brutnachweise aus benachbarten Gebieten. Und selbst wenn sich nicht sofort ein Habichtskauz-Pärchen einstellt, so sollen die langlebigen Nistkästen doch über Jahre hinweg das Angebot an Bruthöhlen verbessern. So lange, bis der Wald mit uralten Bäumen diese Funktion wieder selbst übernehmen kann.