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Mit Zug und Bus zu Bergwanderungen ins Gesäuse

 

HALBTAGES- UND TAGESWANDERUNGEN

Über die Gsengscharte zur Haindlkarhütte und weiter über den Haindlkargraben hinunter ins Ennstal

Von Kirchenlandl über die Ennstaler Hütte nach Gstatterboden

Von Gstatterboden auf den Tamischbachturm

Über den Schneelochpfeiler auf das Hochtor

Großer Buchstein

Von Hinterradmer über den Sulzkarhund nach Johnsbach

Bike&hike-Tour: Hochscheibentour – Tamischbachturm

Bike&hike-Tour: Rund um die Tieflimauer

 

TAGESWANDERUNGEN MIT ANREISE AM VORABEND

Lugauer-Überschreitung

Von der Kummerbrücke über den Wasserfallweg und die Hesshütte nach Johnsbach

Über die Sulzkaralm ins Johnsbachtal

Über den Peternpfad auf die Planspitze

Kaibling und Sparafeld

Höhenwanderung vom Kalbling über die Riffel und den Kreuzkogel

Auf den Admonter Reichenstein

Bike&hike-Tour: Von den Johnsbachalmen auf den Lugauer

 

1 ½- UND 2-TAGES-TOUREN

Tamischbachturm und Tieflimauer

Auf die Hausberge der Hesshütte

 

2- TAGESTOUR MIT ANREISE AM FREITAGABEND

Wasserfallweg, Planspitze und Hochtor

 

Die Anreise mit dem Auto stellt die weitaus größte Umweltbelastung beim Bergwandern dar. Dass es deutlich umweltfreundlicher wäre, mit öffentlichen Verkehrsmitteln in die Berge zu fahren, ist vielen Menschen, die gern in den Bergen sind, sehr bewusst. Oft wird aber die mangelnde Erreichbarkeit der Bergregionen ins Treffen geführt, wenn es um die Frage geht, was denn letztendlich den Ausschlag für die Anreise mit dem Auto in die Berge gibt.

Dabei wäre es doch gerade bei Touren in einem Nationalpark besonders wünschenswert, wenn Bergtourismus und Umweltschutz durch eine „sanfte“ Anreise möglichst gut unter einen Hut gebracht werden können.

Ganz von der Hand zu weisen ist das Argument der schlechten Anbindung der alpinen Regionen Österreichs an das Netz der öffentlichen Verkehrsmittel nicht – und das gilt auch für das Gesäuse.

Der Nationalpark Gesäuse weist ein ausgezeichnetes Netz an markierten
Mit Zug und Bus zu Bergwanderungen ins Gesäuse

Aber findet sich nicht doch die eine oder andere Bergwanderung im Gesäuse, die sich auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichen lässt? Oder anders gefragt: Gibt es bei Bergfahrten im Gesäuse keine Alternative zur Anreise mit dem Auto?

Nun, viel hat sich in den letzten Jahren beim öffentlichen Verkehr im und ins Gesäuse geändert. Der Personenverkehr auf der Gesäusebahn wurde 2009 weitestgehend eingestellt – es gibt nur mehr je ein Zugspaar am Samstag und am Sonntag – und durch ein Buskonzept ersetzt. Das Rufbussystem, über das einige der Nebentäler des Ennstals an das öffentliche Verkehrsnetz angebunden sind, wurde umgestaltet, wodurch einige Verbindungen und Kurse entfallen sind. Haltestellen – wie die Bahnhöfe Kleinreifling und Landl oder die Bushalte­stelle Hartelsgraben – wurden aufgelassen. Dennoch lassen sich immer noch überraschend viele Bergtouren im Gesäuse machen, bei denen die An- und Abreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln gut durchführbar ist. Dieser Artikel gibt einen Überblick über solche Wanderungen. Besonders wichtig ist dabei, dass der Fahrplan der öffentlichen Verkehrsmittel An- und Abreisemöglichkeiten aufweist, die ausreichend lange Zeitfenster für die jeweilige Tour bieten.

Der Schwerpunkt auf den hier vorgestellten Bergwanderungen liegt dabei auf Touren, die am Wochenende möglich sind. Bei den Anreisemöglichkeiten wird vor allem auf die Bergwanderer abgestellt, die aus den Großräumen Wien und Graz anreisen.

Die Anreise von Wien ins Gesäuse erfolgt mit der Bahn bis nach Kleinreifling bzw. nach Weißenbach an der Enns und von dort weiter mit dem Bus. Nur am Samstag und am Sonntag gibt es je ein Zugspaar, das durch das Gesäuse verkehrt (Amstetten – Selzthal und retour). Alternativ kann man mit dem Zug über Leoben nach Liezen und von dort mit dem Bus weiter ins Gesäuse fahren. Auch aus dem Großraum Graz reist man über Leoben und Liezen an.

Im Gesäuse selbst sind die Nebenlinien nach Johnsbach und nach Radmer Rufbuslinien. Eine Fahrt in einem solchen Bus ist in der Regel eine Stunde vor Abfahrt telefonisch anzumelden. 

Johnsbach: 03613/4170 oder 03613/2406; Radmer: 0676/5870031 oder 03637/212). Außerdem gibt es in der Wandersaison ein Ruftaxi (Kaiserau-Shuttle), das zwischen Weng bzw. Admont und der Oberst-Klinke Hütte verkehrt (0680/1153790).

Eine frühzeitige Anmeldung der Rückfahrt mit dem Rufbus/-taxi ist empfehlenswert, da es auf manchen Abstiegsrouten nur eingeschränkten Handy-Empfang gibt. Auf den Hauptlinien von Liezen nach Kleinreifling über Hieflau bzw. von Admont über den Buchauer Sattel nach Kleinreifling verkehren hingegen normale Postbus-Kurse.

Da der Fahrplan der öffentlichen Verkehrsmittel gelegentlich auch während des Jahres geändert wird, sollten die bei den einzelnen Touren angeführten Verbindungen jeweils einige Tage vor dem Antritt der Tour überprüft werden. www.oebb.at und für einige Kurse ergänzend www.verbundlinie.at. Dies ist auch deshalb empfehlenswert, weil es auf der Gesäusebahn wegen Bauarbeiten von Teit zu Zeit einen Schienenersatzverkehr gibt, durch den sich Verzögerungen entstehen können. (Auch eine Fahrradmitnahme ist dann oft nicht möglich.)

Der Nationalpark Gesäuse weist ein ausgezeichnetes Netz an markierten 
Ein Bild aus vergangenen Tagen - dennoch können viele Bergziele im Gesäuse mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreicht werden.

Hilfreich können auch die Telefonnummern der örtlichen Taxi-Dienste sein, falls unerwartete Verzögerungen (wie etwa ein Wettersturz) dazu führen, dass man außerhalb der Fahrzeiten der Busse einen Transfer zur nächsten Unterkunft oder Anschlusshaltestelle benötigt.

Das Spektrum der Touren, die in diesem Artikel beschrieben werden, reicht von einfachen Halbtagsunternehmungen bis zu Wochenendtouren, einfache Wanderungen sind ebenso vertreten wie anspruchsvolle Bergfahrten mit leichten Kletterpassagen. Allen hier vorgestell­ten Touren ist gemeinsam, dass sie zumindest zum Teil durch den Nationalpark Gesäuse führen. Neben Rundwanderungen, bei den Ausgangs- und Endpunkt identisch sind, bietet sich die öffentliche An- und Abreise vor allem für Überschreitungen besonders an.

Zusätzlich zu reinen Bergwanderungen werden hier auch einige kombinierte Fahrrad- und Wander­touren (bike&hike-Touren) vorgestellt. Fahrräder lassen sich in Nahverkehrszügen in der Regel problemlos und kostengünstig mitnehmen; in Schnellzügen ist die Fahrradmitnahme hingegen teurer und zusätzlich eine ebenfalls kostenpflichtige Reservierung nötig. Auch die Postbuslinien durch das Gesäuse nehmen teilweise Fahrräder in begrenzter Anzahl mit (die Rufbus­linien nur im Ausnahmefall nach telefonischer Vereinbarung, weil zumeist nur Kleinbusse im Einsatz sind).

Die höchsten Gesäuseberge lassen sich im Zuge von sehr ausgiebigen Tagestouren besteigen. Dies ist aber nur ausdauernden und geübten Bergwanderern zu empfehlen. Genusswanderer teilen diese Touren besser auf anderthalb oder zwei Tage auf und nächtigen auf einer Hütte der alpinen Vereine.

Peter Backé

Ein herzliches Dankeschön an Herrn Peter Backé aus Wien für seine umfassende und detailgenaue Arbeit!