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Multifunktionale Forschungsplattform Eisenwurzen

MFRP EISENWURZEN

Last update: 10.08.2011

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Cluster zur Ökosystemforschung formiert sich

Während die nachhaltige Sicherung von Ökosystem-Leistungen eine hohe politische Priorität hat, ist die Situation der Ökosystem-Forschung in Österreich sehr angespannt: Rahmenprogramme mit Schwerpunkt Umwelt- und Ökosystemforschung fehlen weitgehend, eine langfristige Sicherung der Infrastrukturen steht dringend an.

LTER Austria präsentierte am 2. November 2010 Weißbuch zur langfristigen Ökosystemforschung in Österreich

Die zentrale Frage der ökologischen Langzeitforschung ist: Wie reagieren Ökosysteme langfristig auf Änderungen? Genauer gesagt: Wie reagieren sie auf verschiedenen Skalen-Ebenen (lokal bis kontinental) über Jahrzehnte und Jahrhunderte auf Änderungen unterschiedlichen Ursprungs (Klima, menschliche Nutzung)? LTER (Long-term Ecosystem Research) ist eines der wenigen Programme weltweit, dessen Projekte dem langfristigen Charakter der meisten Änderungen auch organisatorisch Rechnung tragen: In kurzfristigen Projekten mit 2-3 Jahren Laufzeit können langfristige ökologische Veränderungen kaum oder gar nicht erkannt und interpretiert werden.

Ökosystemforschung und Politik im Wechselspiel
Die langfristigen Luftschadstoffmessungen in den 1970er und 1980er Jahren zeigten deutlich den Anstieg der Belastung mit Luftschadstoffen. Die Politik reagierte und verbot Blei im Benzin und reduzierte den Schwefelanteil im Heizöl. Die Ökosystemforschung untersucht nun gleichzeitig die Wirkung dieser politischen Maßnahmen und thematisiert neue Herausforderungen, die sich aus Belastungen wie dem Klimawandel oder hohen Stickstoffeinträgen ergeben.

Vernetzung und konzertierte Finanzierung erforderlich
Genauso wie die physikalische Forschung oder Astronomie (zum Beispiel CERN in der Schweiz, europäische Teleskopanlagen in Chile) braucht die Umwelt- und Ökosystemforschung technische Einrichtungen und Personalkapazitäten, um der Natur auf den Puls zu fühlen. Um im europäischen Forschungsraum mitspielen zu können, benötigt es eine koordinierte Vorgangsweise. „Wir schlagen einen Forschungscluster vor, der die Aktivitäten und Infrastrukturen in Österreich abstimmt und vernetzt. Für einen solchen Verbund von Standorten und Forschungsaktivitäten ist eine national abgestimmte, verteilte Finanzierung einzurichten“, empfehlen Michael Mirtl (Umweltbundesamt) und Michael Englisch (Waldforschungszentrum BFW) im Namen von LTER-Austria.

Die registrierten österreichischen LTER-Standorte und die knapp 20 maßgeblichen Institutionen in LTER-Austria bieten dafür eine gut organisierte Basis.

Linktipp:
www.lter-austria.at und www.lter-europe.net/networks/austria

LTER Austria Mitglieder stammen aus folgenden Organisationen:
Biologische Station Illmitz, Bundesforschungszentrum für Wald (BFW), IFF-Institut für interdisziplinäre Forschung und Weiterbildung der Uni Klagenfurt, Institut für Limonologie Mondsee, Lehr- und Forschungszentrum Raumberg-Gumpenstein, Nationalpark Kalkalpen, Nationalpark Gesäuse, Österreichische Akademie der Wissenschaften, Umweltbundesamt GmbH, Universität für Bodenkultur Wien, Universität Innsbruck, Universität Salzburg, Universität Wien, Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG), Wassercluster Lunz, Wildnisgebiet Dürrenstein


Ökologische Langzeitforschung in der Umweltkontrolle


Alle Naturräume der Erde liefern der Menschheit Lebens- grundlagen in Form von „ökologischen Dienstleistungen“ wie etwa Trinkwasser, Holz und Erholungsraum.

Über Jahrhunderte haben menschliche Eingriffe diese Naturräume verändert und in den letzten Jahrzehnten ist es zu einer Beschleunigung der Veränderungen gekommen (Beispiel Klimawandel, ein Forschungsprojekt geht dem Thema Erwärmung mit Messungen auf Berggipfeln nach). Die Ökosysteme in den verschiedenen Regionen reagieren sehr unterschiedlich und in der Regel langfristig.

Die Langzeitforschung in Ökosystemen (LTER Long Term Ecosystem Research) ist diesen Veränderungen auf der Spur.

Die Eisenwurzen wird zum Zentrum der Langzeitforschung in Österreich und soll so auch in der europäischen Forschungs- Landschaft etabliert werden. Der Nationalpark Gesäuse wird seinen Teil zu dieser „Forschungsplattform Eisenwurzen“ beitragen.

Thema Klimaerwärmung auf Berggipfeln (GLORIA), im Bild der Lugauer.

Forschungsplattform Eisenwurzen: Intensive Zusammenarbeit

Die Region Eisenwurzen ist eine einzigartige Landschaft in Österreich, geprägt von der jahrhundertelangen Nutzungsgeschichte in der Achse Erzberg - Steyr. Die Auswirkungen dieser Lage an der Eisenstraße können bis in die Gegenwart beobachtet werden.

Die gut dokumentierte Geschichte macht die Eisenwurzen attraktiv für die Erforschung der Folgen von gesellschaftlichen Entwicklungen für die Landschaft und deren Bewohner.

Über Jahrzehnte hinweg war die Region Inhalt zahlreicher Forschungsprojekte. Nun sollen diese einzelnen Initiativen gebündelt und im Sinne des gemeinschaftlichen Mehrnutzens besser koordiniert werden.

Holzrechen in Hieflau - Lange Zeit wurde der Wald für die Hochöfen geschlägert  und das Flussnetz zum Transport  genutzt.


Forschungs - "Task Force" Eisenwurzen


Das Flaggschiff der österreichischen Langzeit- forschung ist die Forschungsplattform "Eisenwurzen".

Sie basiert auf einer einmaligen Konzentration von Forschungs-Infrastruktur und -Projekten in einer gut dokumentierten Region. Die Umsetzung des Konzeptes für eine Multifunktionale Forschungsplattform in der Eisenwurzen ist ein wichtiger Beitrag Österreichs zur Entwicklung der europäischen Forschungslandschaft.

Der Nationalpark Gesäuse liefert mit seinen Forschungsaktivitäten wesentliche Inputs für dieses „Gemeinschaftsprojekt“ unter Federführung des Umweltbundesamtes.



Erforschung der Biodiversität von Almflächen im Gesäuse

ALTER-Net-Projekt: Landnutzungsaufgabe und Biodiversität


ALTER-Net ist eine Partnerschaft von 24 Forschungsinstitutionen aus 17 europäischen Ländern.
ALTER-Net dient der Vernetzung von Langzeitforschung zu Biodiversität, insbesondere zu Ökosystemen. Parallel dazu wird auf die Folgen des Verlustes der Artenvielfalt aufmerksam gemacht.

In diesem Rahmen wird von Seiten des Nationalparks in Kooperation mit der Forschungsanstalt Raumberg-Gumpenstein (Dr. Andreas Bohner) an einem europaweiten Projekt zu Auswirkungen der Landnutzungsaufgabe auf die Biodiversität gearbeitet. Dieses Forschungsprojekt wird auch mit europäischen Mitteln gefördert.

Eine aufgelassene Alm (Wolfbauern- Hochalm im Gesäuse)


Die neuesten Ergebnisse aus diesem Projekt und aus allen anderen Forschungsarbeiten im Fachbereich Naturschutz & Naturraum der Nationalpark Gesäuse GmbH finden sie immer aktuell auf unserer Forschungsseite!

Nähere Hintergründe zur Forschungsplattform Eisenwurzen finden sie auf der MFRP-Website des Umweltbundesamtes.


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