Die Forschung im Nationalpark Gesäuse dient in erster Linie der Umsetzung der Kernaufgaben: Lebensraum- und Artenschutz.
Primär betreiben wir also AngewandteNaturschutzforschung. Nachgereiht sind die Grundlagenforschung und die Langzeitforschung.
Zur Angewandten Naturschutzforschungzählt die Dokumentation der Lebensräume und Arten im Nationalpark.
Ob Biotopkartierung, ob Brutvogel- oder Fledermauskartierung oder Aufnahme von Neophytenvorkommen (pflanzliche "Aliens"): Je mehr man über die Lebensräume und deren Bewohner im Nationalpark weiß, desto besser kann man sie betreuen und schützen. Und je mehr man der Bevölkerung und den Besuchern des Nationalparks über die Besonderheiten erzählen kann, desto eher werden sie ihn schätzen.
Die für den Nationalpark Gesäuse relevanten Teile der österreichweiten "Nationalpark-Forschungsberichte" können Sie hier downloaden:
Als Grundlagen für das Naturraum-Management dienen die naturräumliche Kartierung (Naturrauminventur) und zahlreiche weitere Erhebungen von Spezialisten (Vogelstudien, Quellaufnahmen, Untersuchungen der Schotterbänke, Almerhebungen usw.).
Verschiedene andere Grundlagendaten aus dem GEIS (Gesäuse-Informationssystem) ergänzen das Bild durch Informationen zu den standörtlichen Gegebenheiten.
So bilden zum Beispiel die geologische Karte oder auch das digitale Höhenmodell wichtige Grundlagen für die Analyse und die Verschneidung mit anderen flächenbezogenen Daten. Wir können damit die Habitatansprüche von verschiedenen Arten abchecken und geeignete Räume für ihre Entwicklung abgrenzen. GIS ist eine wichtige Basis für die Entwicklung von Managementplänen!
Datenerhebungen aller Art werden im GEIS (= Gesäuse-Informations-System) gesammelt und ausgewertet.
Auf die GEIS - Datenbasis baut die laufende Biotopkartierung auf.
Diese findet vorrangig in den sensiblen Bereichen (z.B. an Geschiebeflächen entlang der Enns, auf dem Biotopmosaik der Almen, in aktiven Schutt-Erosionsgräben) statt. Sie bietet wichtige Entscheidungshilfen für die Maßnahmen zum Erhalt der Artenvielfalt.
Dies ist für die Erarbeitung der unterschiedlichen Leitlinien und Managementpläne von großer Bedeutung. Mehr noch: Die da und dort notwendige Verbesserung der Lebensräume (wie z.B. im LIFE Programm 2005-2011) erhält von hier die wichtigsten Impulse.
Die Langzeitforschung überprüft als "Monitoring" auf ausgewählten Referenzflächen die Auswirkungen der Maßnahmen in der Bewahrungszone. Ebenso behält sie die natürliche Dynamik in der Naturzone im Auge.
Beispiel Monitoring: Kontrolle von Quellen im Nationalpark Gesäuse
Die Grundlagenforschung liefert allgemein gültige Aussagen, die im Schutzgebiets- Management über den Nationalpark hinaus von Bedeutung sind.
Natürliche oder möglichst wenig beeinflusste natürliche Abläufe sollen musterhaft untersucht werden. Im Zusammenspiel von Natur- und Bewahrungszone und mit dem Nationalpark - Umfeld können sich Nationalparke als "Vorbildregionen" für andere präsentieren.
Jegliche Art der Forschung dient dem Schutz der Lebensräume und Arten und ist letztendlich auch "Forschung für die Menschen".
Insbesonders in der Kulturlandschaftsforschung wird die ökologische mit der sozioökonomischen Forschung kombiniert.
Im Rahmen von verschiedenen Projekten greifen die Forschungsansätze über die Fächer hinweg, um die Zusammenarbeit zu fördern. Das geschieht zunéhmend im Rahmen von europaweiten Forschungsnetzen und von Initiativen zum Schutzgebietsverbund.