GB01. Bodenverhältnisse ausgewählter Standorte im Nationalpark Gesäuse
Autor: Grasser Richard (Diplomarbeit)
Anhand von Geländebegehungen und Bodenbohrungen erfolgt die Erfassung und Beschreibung der verschiedenen Bodentypen und ihrer Charakteristika. Die dominante Stellung der Kalk- und Dolomitgesteine im Untersuchungsgebiet, wobei aber auch Silikate auftreten, spiegelt sich auch in den einzelnen Bodentypen wider.
So herrschen in weiten Teilen Rendzina, kalkhaltige Braunerden und Braunlehme vor, wobei die Übergange unter den Subtypen oftmals fließend sind. In einigen Hanglagen und an wechselfeuchten Standorten finden sich Gleye und Pseudogleye. Die Gruppe der Auböden und Moore komplettiert das ökologisch reiche Projektgebiet.
Unterschiedliche Landschaftsformen, Ge- steinsverhältnisse und Nutzungen bedingen sehr variable Böden.
Berichte und Veröffentlichungen:
Grasser, R. J. (2004): Bodenverhältnisse ausgewählter Standorte im Nationalpark Gesäuse. Diplomarbeit Universität Graz, 78 pp.
Aufbauend auf den österreichischen Höhlenkataster, erfolgte die systematische Erfassung und Dokumentation von 129 Höhlen mit bis zu 1150 m Ganglänge und 320 m Höhenunterschied. Ergänzend wurden die wichtigsten Karsterscheinungen kartiert.
Bei bisher nur 2800 Meter Gesamtganglänge wurden vier charakteristische Höhlentypen festgestellt. Vorherrschend sind aktive Canyons, die sich spiralenförmig in die Tiefe winden. Auffallend ist das Fehlen von alten Höhlenniveaus bzw. von horizontal entwickelten Höhlen, was auch am eher dürftigen Durchforschungsgrad liegen könnte.
Die bekannten Höhlen sind in ökologisch sehr gutem Zustand. Nachweise von Fledermäusen und Knochenfunde wurden an Fachleute weiter geleitet.
Die Gesäuseberge sind höhlenkundlich noch wenig durchforscht.
Berichte und Veröffentlichungen:
Herrmann, E. (2005): Der Naturzustand der Österr. Höhlen – Vollerhebung in den Testgebieten Hochtor, Bürgeralpe und Anninger. – Die Höhle, Verband Österr. Höhlenforscher; Wien, 56 (1-4), S. 47-62.
Stummer, G. (Red., 2005): Karst- und höhlenkundliche Streiflichter aus der Region Nationalpark Gesäuse, Naturpark Eisenwurzen und westlicher Hochschwab. – Speldok 14, Karst- und höhlenkundliche Abteilung des Naturhistorischen Museums in Wien und Nationalpark Gesäuse GmbH, Wien, Weng, 68 S.
GB03. Tropfsteindatierung – Blockhöhle im Kreuzkogel
Autoren: Pavuza Rudolf und Stummer Günter
Verschiedene Untersuchungen in der 1800 m hoch gelegenen Blockhöhle widmeten sich den Höhlen- sedimenten, besonders dem Kalksinter. Schäden an den Tropfsteinen werden sichtlich nicht durch die Frostsprengung hervorgerufen. Das Alter der Sinterproben soll mittels stabiler Isotope untersucht werden, auch mutmaßlich tertiäre Klastika kommen vor.
In der Schneekarturm-Halbhöhle wurden Pseudo- tropfsteine, die zur Gänze aus biologischem Material (Algen etc.) bestehen, beprobt und untersucht.
Der Bericht gibt noch weitere Hinweise für interessante Forschungsansätze, unter anderem an Höhleneis.
Tropfsteine sind ähnlich Bäumen mit "Jahresringen" strukturiert. Klimazyklen und Alter sind daraus ermittelbar.
Berichte und Veröffentlichungen:
Pavuza, R. & G. Stummer (2004): Projekt Tropfsteindatierung – Blockhöhle (1711/46) im Kreuzkogel. Unveröff. Bericht i.A. Nationalpark Gesäuse GmbH.