Nationalpark Gesäuse | Steiermark - Österreich Nationalpark Gesäuse | Steiermark - Österreich
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Nationalparkforschung:

Lebensräume und Habitate

Last update: 22.05.2012

ÜBERSICHT:

KAMMERER, H. / STIPA

L01. Biotopkartierung

HOFFERT, H. / REVITAL

L02. Digitale CIR - Luftbildinterpretation

KAMMERER, H. / STIPA

L03. Vegetationsökologische Studie Schotterbänke Gesäuse

CARLI, A.

L04. Forstliche Standortserkundung für das Gesäuse

CARLI, A.

L05. Waldinventur

DIETHART, F.

L06. Naturnahe totholzreiche Waldzellen

WERSCHONIG, E.

L07. Vegetationssoziologische Untersuchung aufgelassener Almen

GUBERT, F.

L08. Floristische Diversität im Almbereich

MILLER-AICHHOLZ, F

L09. Vegetation Haselkar, Hüpflinger Alm und Scheuchegg

SUANJAK, M.

L10. Moosvegetation ausgewählter Quellen

DRESCHER-SCHNEIDER, R.

L11. Pollenanalyse des Sulzkar-Moores

CARLI, A.

L12. Der Urwald Rothwald als Leitbild

GRAF, W.
WEIGAND, E.

L13. Hydrobiologische Beweissicherung und Managementvorschläge für Quellen




L01. Biotopkartierung

Autor: Kammerer Helmut (STIPA)

In den Jahren 2006 bis 2007 wurden die Tallagen und Unterhänge im Enns- und Johnsbachtal, sechs größere Seitengräben der Enns und vier Seitengräben des Johnsbachs auf einer Gesamtfläche von 1.568 Hektar durch eine flächendeckende Biotopkartierung erfasst.

Die Kartiereinheiten orientieren sich am neuen Standard für Österreich: Der "Roten Liste der gefährdeten Biotoptypen Österreichs" vom Umweltbundesamt. Es wurden 2.203 Biotope auf mehr als 6.300 Einzelflächen beschrieben. 40% des untersuchten Bereichs gehören einem österreichweit gefährdeten Biotoptyp an. Auf 55% der Flächen konnten FFH-Lebensraumtypen nachgewiesen werden, 19% entfallen auf strukturarme Forste.
Generell markierten aber Strukturreichtum und Standortsvielfalt die Eckpunkte dieses Projektes und übertrafen die Erwartungen bei weitem. So konnten auch einige urwaldartige Bereiche dokumentiert werden.
Karte der Biotopkartierung (FFH-Lebensraumtypen, Forste in rot, Rotföhrenwälder in oliv)


Zu jedem Teiluntersuchungsgebiet wurde ein separater Bericht verfasst, welcher neben einer Beschreibung des Ist-Zustandes auch zur Entwicklung der Gebiete in den vergangenen 50 Jahren Stellung nimmt und die Veränderungen durch Flussverbauungen bzw. Schotterentnahme darstellt.

Berichte und Veröffentlichungen:

Kammerer, H. (2007): Biotopkartierung Gesäuse, Teilbericht Kartierungsbereich Enns 2007. Unveröff. Bericht i. A. d. Nationalpark Gesäuse GmbH, Graz, 32 pp.
Download (PDF 10.0 MB)

Kammerer, H. (2007): Biotopkartierung Gesäuse, Kartierungsbereich Finstergraben. Bericht i. A. d. Nationalpark Gesäuse GmbH, Graz, 14 pp.
Download (PDF 2.8 MB)

Kammerer, H. (2006): Biotopkartierung Gesäuse, Teilbericht Kartierungsbereich Gseng. Bericht i. A. d. Nationalpark Gesäuse GmbH, Graz, 19 pp.
Download (PDF 4.0 MB)

Kammerer, H. (2011): Biotopkartierung Gesäuse, Teilbericht Kartierungsbereich Gstatterstein. Bericht i. A. d. Nationalpark Gesäuse GmbH, Graz, 18 pp
Download (PDF 5.4 MB)

Kammerer, H. (2010): Biotopkartierung Gesäuse, Teilbericht Kartierungsbereich Gstatterstein-Süd. Bericht i. A. d. Nationalpark Gesäuse GmbH, Graz, 24 pp
Download (PDF 7.2 MB)

Kammerer, H. (2007): Biotopkartierung Gesäuse, Teilbericht Kartierungsbereich Haindlkar. Bericht i. A. d. Nationalpark Gesäuse GmbH, Graz, 21 pp.
Download (PDF 6.0 MB)

Kammerer, H. (2011): Biotopkartierung Gesäuse, Teilbericht Kartierungsbereich Hirschofen. Bericht i. A. d. Nationalpark Gesäuse GmbH, Graz, 16 pp
Download (PDF 4.9 MB)

Kammerer, H. (2011): Biotopkartierung Gesäuse, Teilbericht Kartierungsbereich Hochkar. Bericht i. A. d. Nationalpark Gesäuse GmbH, Graz, 16 pp
Download (PDF 4.2 MB)

Kammerer, H. (2008): Biotopkartierung Gesäuse, Teilbericht Kartierungsbereich Johnsbach inkl. Humlechnergraben. Bericht i. A. d. Nationalpark Gesäuse GmbH, Graz, 24 pp.
Download (PDF 0.8 MB)

Kammerer, H. (2007): Biotopkartierung Gesäuse, Teilbericht Kartierungsbereich Kaderalblschüttgraben. Bericht i. A. d. Nationalpark Gesäuse GmbH, Graz, 22 pp.
Download (PDF 5.8 MB)

Kammerer, H. (2008): Biotopkartierung Gesäuse, Teilbericht Kartierungsbereich Küh-/Rotgraben. Bericht i. A. d. Nationalpark Gesäuse GmbH, Graz, 29 pp.
Download (PDF 7.8 MB)

Kammerer, H. (2006): Biotopkartierung Gesäuse, Teilbericht Kartierungsbereich Langgries. Bericht i. A. d. Nationalpark Gesäuse GmbH, Graz, 21 pp.
Download (PDF 1.9 MB)

Kammerer, H. (2007): Biotopkartierung Gesäuse, Teilbericht Kartierungsbereich Schneiderwartgraben. Bericht i. A. d. Nationalpark Gesäuse GmbH, Graz, 18 pp.
Download (PDF 4.5 MB)

Kammerer, H. (2007): Biotopkartierung Gesäuse, Teilbericht Kartierungsbereich Weißenbachl. Bericht i. A. d. Nationalpark Gesäuse GmbH, Graz, 28 pp
Download (PDF 4.5 MB)

Kammerer, H. (2011): Biotopkartierung Gesäuse, Teilbericht Kartierungsbereich Rotofen. Bericht i. A. d. Nationalpark Gesäuse GmbH, Graz, 12 pp
Download (PDF 2.5 MB)


 

L02. Digitale CIR - Luftbildinterpretation

Autoren: Hoffert Hannes & Anfang Christian

Der CIR (Color-Infrared) - Luftbildkartierschlüssel des deutschen Bundesamtes für Naturschutz wurde in einem INTERREG II A Projekt 1999 dem österreichischen Alpenraum angepasst. Kartiert wurde mit Version „HIK 2“ (HABITALP Interpretation Key).

Für das National Planungsgebiet = 12.500 ha wurden 7.381 Polygone ausgewiesen. Der dominierende Habitattyp "Fels" bedeckt 16,8 % des Nationalparks. 9,9 % der Fläche sind "montane bis alpine Rasen und Weiden". 64,5 % der Fläche oder 8.100 ha werden von 47 Waldgesellschaften eingenommen, inklusive der Latschenfelder mit knapp 15 %. Am häufigsten wurden Fichtenbestände interpretiert. Der größte Strukturreichtum liegt in den Almgebieten im Südosten des Nationalparkes zwischen Planspitze und Lugauer. Gebäude, Straßen und 23 Altschneefelder nehmen weniger als 1 % der Fläche ein.
Die CIR-Luftbildkartierung schafft detaillierte Informationen über  Nationalpark und Natura 2000 Gebiet.


Berichte und Veröffentlichungen
:

Hoffert, H. & C. Anfang (2006): Digitale CIR-Luftbildkartierung im Nationalpark Gesäuse gemäß HABITALP Interpretation Key II. Endbericht. - Unveröff. Bericht i.A. der Nationalpark Gesäuse GmbH.  

Download (PDF 1.4 MB)

Offizielle HABITALP Seite mit allen Informationen zum Projekt.



 

L03. Vegetationsökologische Studie Schotterbänke Gesäuse

Autor: Kammerer  Helmut (STIPA)

Die Kartierungen wurden auf zehn Untersuchungs- flächen an Enns und Johnsbach durchgeführt. Die dynamischen Uferbereiche und Schotterbänke der Gesäuse-Enns haben typische standörtliche Sukzessionen, deren Zonierung von Pionierfluren auf Grobschotterflächen über geschlossene Flutrasen, Pestwurzfluren und Röhrichte bis hin zur Weichholz- Aue reicht. Einige der Uferhabitate sind auch aus Sicht des EU-Naturschutzes (FFH-Richtlinie) relevant. Die Lebensräume sind in gutem Zustand. Sandige Buchten und Anlandungen leiden jedoch stärker unter dem Betritt der Besucher.
Auf den Testflächen wurden bereits 10 neophytische und 8 weitere, verwilderte Fremdarten nachgewiesen.

Der Mündungskegel des Bruckgrabens verändert fast jede Woche sein Gesicht und mit ihm auch die Lebensräume.


Der Japanische Staudenknöterich und vor allem das großwüchsige und enorm wuchsstarke Himalaya-Springkraut können die natürliche Vegetation verdrängen und werden daher zunehmend problematisch.  Denn seit 1992 haben  diese "Aliens" oder "invasiven Neophyten" im Ennstal explosionsartig zugenommen.

Siehe zu diesem Thema auch: SUCHY (2007)


Berichte und Veröffentlichungen:

Kammerer H. (2003): Vegetationsökologische Studie Schotterbänke Gesäuse. Auswirkungen des Raftingsportes auf ausgewählte Schotterflächen und Uferbereiche der Enns im Gesäuse samt Analyse der Neophytenvegetation. Unveröff. Bericht i.A. der Nationalpark Gesäuse GmbH, Weng i. Gesäuse.

Download (PDF 12.2 MB)



L04. Forstliche Standortserkundung für das Gesäuse

Autor: Carli Anton

Die Basis ist die standardisierte „Anleitung zur Forstlichen Standortskartierung in Österreich“. Für den naturschutzgerechten Waldfachplan ist die Ermittlung der Potentiell Natürlichen Vegetation (PNV) relevant.
Auffallend ist die hohe Anzahl an zu differenzierenden Standortseinheiten.

Die Standortseinheiten teilen sich in Übergruppen: 

*  Auwald und Ahorn-Eschenwald (mit Schluchtwald)
*  Rotföhrenwald (Schneeheide- und Heidelbeer-Typ)
*  Fichten-Tannen-Buchenwälder
*  Fichten-Tannenwald
*  Subalpiner Fichtenwald
*  Schattseitiger Lärchenwald
*  Lärchen-Zirbenwald

Auch im Nationalpark muss das natürliche Waldbild erst wieder rekontruiert werden, um das Management darauf abzustimmen.


Zum einen verursacht die von submontan bis subalpin reichende Höhenamplitude diese ökologische Vielfalt, zum anderen das bodenbildende Substrat und die Morphodynamik.

Berichte und Veröffentlichungen:

Carli, A. (2008): Vegetations- und Bodenverhältnisse der Wälder im Nationalpark Gesäuse(Österreich: Steiermark).- Mitt. Naturwiss. Ver. Steiermark. 138: 159-254.

Download (PDF 17.0 MB)

Carli, A. (2009): Ergänzende Materialien zu: "Vegetations- und Bodenverhältnisse der Wälder im Nationalpark Gesäuse (Österreich: Steiermark)"
Ergänzungen zur Publikation mit Errata, Fotos, Tabellen (Daten zu den Bodenprofilen), Bestimmungsschlüssel und Karten.

Download (PDF 8.0 MB)



L05. Waldinventur

Autor: Carli Anton

Die Studie stützt sich auf  207  Aufnahmeflächen im  500 m-Raster,  8 Flächen  in  Umwandlungsbeständen  und 8 Referenzpunkte im Urwald Rothwald .
Als Standortseinheiten  herrschen Kalkhang-Fichten-Tannen-Buchenwaldstandorten  mit 86  Inventur-punkten vor. Etwas mehr als die Hälfte der Rasterpunkte fallen in naturnahe bis mäßig veränderte Hemerobieklassen,  knapp ein Viertel sind stark verändert bis künstlich (Stangenholz-Fichtenforste, Nadelholzaufforstungen, Lichtungen). Die  meisten Fichtenmonokulturen  stocken im Gstatterbodener Kessel. Die Tanne ist nur an vier Standorten  vertreten und effektive  Verjüngung  konnte  nur  an  einem Inventurpunkt  festgestellt werden. Für die wichtigsten Mischbaumarten wird ein Netz an zukünftigen Samenbäumen durch Auspflanzung anzulegen sein. Die Rückkehr zum Naturwald muss  als  Prozess  über  Jahrhunderte  gesehen  werden  kann, der durch weitere Schalenwildreduktion  unterstützt werden muss. 

Mächtige Zeugen des alten Waldbildes

Berichte und Veröffentlichungen:

Carli, A. (2009): Waldinventur Nationalpark Gesäuse 2006-2009. - Unveröff. Bericht i.A.  der Nationalpark Gesäuse GmbH, Weng im Mai 2009: 126 pp.

Download (Bericht: PDF 11.0 MB), Anhang (PDF 0,7 MB)




L06. Struktur und Dynamik in naturnahen, totholzreichen Waldzellen im Nationalpark Gesäuse

Autor: Diethardt Franz (Diplomarbeit)

In einem 52 ha großen subalpinen Fichten-Lärchen-Zirbenwald wurden Inventurdaten erhoben, um daraus Bestandesstrukturtypen abzuleiten und die treibenden Faktoren für Baumartenzusammensetzung und Bestandesstruktur zu quantifizieren.

Um sukzessionale Prozesse abschätzen zu können, wurde eine Aufnahme von Bestandeslücken durchgeführt.

Anhand der Jahrringverläufe wurden Freistellungs-ereignisse abgeschätzt, die durch Störereignisse ausgelöst wurden. 

Tothölzer sind Mikrohabitate und ein Strukturmerkmal des Naturwaldes

Mit multivariaten statistischen Methoden konnten drei Strukturtypen gebildet werden. Das Totholzvolumen auf der Untersuchungsfläche beträgt 20% des gesamten Holzvorrates. Drei Viertel dieses Totholzvolumens sind liegendes Totholz und stehen ab Erreichung eines bestimmten Abbaugrades der Verjüngung als ansamungsgünstiger Kleinstandort zur Verfügung.
Aufgrund der geringen anthropogenen Beeinflussung im nordöstlichen Teil der Untersuchungsfläche können rund 24 ha als Urwaldrest angesehen werden.

Berichte und Veröffentlichungen:


Diethardt, F. (2007): Struktur und Dynamik in einer naturnahen, totholzreichen Waldzelle im Nationalpark Gesäuse. Diplomarbeit, Univ. für Bodenkultur, Wien, 157 pp.

Download (PDF 3.5 MB)



 

L07. Vegetationssoziologische Untersuchung aufgelassener Almen

Autorin: Werschonig Elisabeth (Diplomarbeit)

Die Arbeit befasst sich mit der Vegetationsentwicklung dreier aufgelassener Almen – der Eggeralm, dem Ebersanger und der Wolfsbauernhochalm – nach der Einstellung der Bewirtschaftung. Im Sommer 2006 wurden über 170 vegetationssoziologische Aufnahmen durchgeführt, deren Ergebnisse als Tabellen ausgewertet und schließlich in drei Vegetationskarten verarbeitet wurden. Diese stellen den Hauptinhalt der Diplomarbeit dar.
Der zweite Teil der Arbeit befasst sich mit der Analyse von Orthofotos der Jahre 1954 und 2003, wobei der Fokus auf Vegetationstendenzen und Verbuschungen in diesem Zeitraum gelegt wird. In Kapitel 6 erfolgt eine Diskussion der die Sukzession beeinflussenden Faktoren in den drei Untersuchungsgebieten, welche große Unterschiede im Bezug auf Höhenlage, Hangneigung, Exposition und ehemalige Nutzung aufweisen.

Nicht nur die alten Almgebäude brechen irgendwann zusammen. Auch die Vege- tation degeneriert dann für längere Zeit.

Berichte und Veröffentlichungen:

Werschonig, E. (2007): Vegetationskundliche Untersuchung dreier aufgelassener Almen im Nationalpark Gesäuse: Aufnahme der Vegetation und Untersuchung der Sukzession auf der Egger-, der Ebersanger- und der Wolfbauernhochalm im steirischen Nationalpark Gesäuse, Diplomarbeit, Wien, 109 pp.

Download (PDF 7.2 MB)


 

L08. Einflussfaktoren auf die floristische Diversität im Almbereich

Autor: Gubert Francesco

Die 57 im Rahmen von ALTERNET untersuchten Almflächen im Nationalpark Gesäuse decken ein breites ökologisches Spektrum ab. Stark versauerte Gebirgs- böden verursachen den Pflanzen einen Nährstoff- und Säurestress und hemmen das Pflanzenwachstum. Auch basische Gebirgsböden im Carbonat-Pufferbereich sind ungünstig. Beide weisen im Durchschnitt eine relativ niedrige Diversität mit 40 - 50 Arten auf. Dagegen verursachen Gebirgsböden im Silikat-oder Austauscher- Pufferbereich nur geringen Stress für die Pflanzen, die Diversität steigt auf 60 bis 80 Gefäßpflanzenarten. Knappe Nährstoffverfügbarkeit limitiert die Artenvielfalt ebenso wie überdüngte Systeme. Letztlich weisen regelmäßig beweidete Almflächen eine relativ hohe Pflanzenvielfalt (durchschnittlich 53 Arten) auf, da die niedrigwüchsigen Arten begünstigt werden.

Das Pflanzenkleid der Almen ist wesentlich von den Boden- und Nährstoffverhält- nissen bestimmt. Bild: NP Archiv

Berichte und Veröffentlichungen:

Gubert, F. (2006): Einflussfaktoren auf die floristische Diversität im Almbereich. Laureatsarbeit an der Freien Universität Bozen, 93 pp.

Download (PDF 1.5 MB)


 

L09. Vegetation Haselkar, Hüpflinger Alm und Scheuchegg

Autor: Miller-Aichholz Franziska (Diplomarbeit)

In dieser Arbeit wurden drei Almen hinsichtlich Sukzession und Vorkommen von Pflanzengesell-schaften untersucht.

Die Almen wurden vegetations-ökologisch nach dem System von Braun-Blanquet untersucht und durch Zuordnung von Pflanzengesellschaften ausgewertet. Dafür wurde an 72 Punkten jeweils eine Aufnahme durchgeführt.

Die Punkte erhielt man durch eine semiobjektive Methode. Mittels visueller Luftbildinterpretation und anschließender zufälligen Auswahl wurden Untersuchungsflächen ermittelt, auf denen dann im Freiland subjektiv die Aufnahmepunkte ausgewählt wurden.

Die Haselkaralm, eines der drei untersuchten Bergweidegebiete. - Foto: L. Zechner

Es zeigt sich, dass die Haselkaralm eindeutig durch Weidegesellschaften (80%), die Hüpflingeralm durch Hochstauden und Weiden (48% + 34%) und das Scheuchegg durch Hochstauden und Schlagfluren (50% + 17%) charakterisiert werden. Dieses Bild lässt sich gut mit der heutigen und vergangenen Bewirtschaftung vereinbaren.

Berichte und Veröffentlichungen:

Miller-Aichholz, F. (2007): Vegetationsökologische Analysen unterschiedlich intensiv bewirtschafteter Almen im Nationalpark Gesäuse. Diplomarbeit, Universität Wien, 103 pp, Anhang.

Download (PDF 5.7 MB)

 

 

L10. Dokumentation der Moosvegetation ausgewählter Quellen im Gebiet des Nationalparkes Gesäuse

Autor: Suanjak Michael

Nach der Nationalpark- Quellkartierung wurden Standorte mit reich entwickelten, "vielversprechen-den" Moosfluren gezielt ausgewählt. Neben einer bryo-floristischen Aufnahme der Quellen werden die Moosbestände in pflanzensoziologischen Aufnahmen dokumentiert, unter Berücksichtigung der damit verzahnten Gefäßpflanzen-Bestände und der Vegetation des Umfeldes. Entsprechend den vorwiegend karbonatischen Gesteinen im Einzugsgebiet dominieren Vegetationstypen mit Starknervmoosen (Palustriella commutata, P. decipiens), sowie in höheren Lagen mit dem Schleicher-Birnmoos (Bryum schleicheri). An einigen Quellen treten Tuffbildungen mit Versinterungen lebender Moose auf und schaffen hochwertige Mikrohabitate.

 

Viele Quellen heben sich durch ihre reichen Moosfluren ganz deutlich von der Umgebung ab.

Berichte und Veröffentlichungen:

Suanjak, M. (2007). Die Vegetation moosdominierter Quellfluren im Nationalpark Gesäuse. Bericht im Auftrag der Nationalpark Gesäuse GmbH, 86 pp.

Download (PDF 3.8 MB)

Weiteres zur krenalen Lebewelt:  Quellen



L11. Pollenanalyse des Sulzkar-Moores

Autorin: Drescher-Schneider Ruth

Pollenanalytische Untersuchungen in Moorprofilen können nacheiszeitliche Vegetationsveränderungen rekonstruieren, aber auch lokale Ereignisse, wie historischen Weidebetrieb und Waldgrenzschwan- kungen. Eine nahe dem Sulzkarsee gelegene Moorfläche mit 350 cm Torflage offenbarte ein Pollendiagramm mit 5 Hauptabschnitten. Vom tiefsten Horizont mit viel Kiefer und Zirbe verändert sich das Vegetationsbild über aufkommende Birke, Fichte, Ulme und Erle bis hin zur heute dominierenden Fichte. Der jüngste Abschnitt ist durch Kulturfolger geprägt.
Die ältesten Sedimente (ca. 10.000 BP/vor heute) dürften mit den schmelzenden Gletschern abgelagert worden sein. Spätestens im 2. Abschnitt erreichten die Bäume die Umgebung der Bohrstelle (Nadelreste). Ab etwa 8.000 BP dominierten die Fichte , auch Buche und Tanne breiteten sich vor rund 7.000 Jahren aus.
Moore sind, ähnlich wie Karsthöhlen, wertvolle Landschafts-Archive und dokumentieren in ihren Torf-Bohrkernen oft die ganze Nacheiszeit.


Berichte und Veröffentlichungen
:

Drescher-Schneider, R. (2007): Spät- und postglaziale Vegetationsentwicklung im Oberen Moor – Sulzkaralm, Nationalpark Gesäuse. Bericht im Auftrag der Nationalpark Gesäuse GmbH, 8 pp.

Download Vorbericht (PDF 0,1 MB), Download Endbericht (PDF 0,4 MB)


 

L12. Der Urwald Rothwald als Leitbild für Bestandesumwandlungen - Literaturarbeit

Autor: Carli Anton

Der Rothwald befindet sich über den Südabhängen des Dürrenstein und ist, wie der Nationalpark Gesäuse, Teil der Nördlichen Kalkalpen. Der Urwald erstreckt sich von 940 bis ca. 1480 m Seehöhe und wird (abgesehen von Sonderstandorten) vom Typus des „Nordostalpinen Fichten-Tannen-Buchenwaldes“ eingenommen. Dieser Waldtyp stellt auch die zentralste potentiell natürliche Waldgesellschaft der Gesäuseberge dar.
In der Literaturarbeit wird zunächst die klimatische, geologische und bodenkundliche Vergleichbarkeit der beiden Waldgebiete erörtert. Anschließend werden Ergebnisse mehrerer wissenschaftlicher Untersuchungen über die Urwaldökologie des Rothwaldes dargestellt und die Unterschiede zum Wirtschaftswald diskutiert. Hinsichtlich der Leitbildfunktion sind die Erhebungen von Stammzahlen nach Bestandesphasen und Individuenzahlen in der Verjüngung besonders interessant.

Der Rothwald - einer der letzten urtümlichen Bergwälder in den Alpen und Vorbild für die Rückführung zum Naturwald im Gesäuse. Mächtige Tannen und stehendes wie liegendes Totholz prägen das Waldbild.

Weitere Informationen Rothwald und Wildnisgebiet Dürrenstein: www.wildnisgebiet.at

Berichte und Veröffentlichungen
:

Carli, A. (2007): Der Urwald Rothwald als Leitbild für Bestandesumwandlungen in der Fichten-Tannen-Buchenwaldstufe im Nationalpark Gesäuse. - Bericht im Auftrag der Nationalpark Gesäuse GmbH, 56 pp.

Download (PDF 4.0 MB)


L13. Hydrobiologische Beweissicherung
und Managementvorschläge für Quellen

Autor: Graf Wolfram, Weigand Erich

Die Aufnahmen berücksichtigen zwei saisonale Untersuchungsschwerpunkte, einerseits im Mai/Juni (Zeitpunkt hoher Artenvielfalt und Besiedlungsdichte, Erfassung noch vor Beginn der saisonalen Almbewirtschaftungsperiode) und andererseits im Herbst (mit Erfassung der aktuellen anthropogenen Einwirkung). Einige besonders repräsentative Quellbiotope und Arten werden in Zusammenhang mit relevanten Einflussfaktoren einer sehr detaillierten Beobachtung, die den gesamten Projektzeitraum umfasst, unterzogen. In Quellbiotopen des Nationalpark Gesäuse sind bislang drei Arten mit FFH-Bezug bestätigt: Gelbbauchunke, Grasfrosch und eine endemische Steinfliegenart Leuctra astridae kommen vor.

Hydrobiologische Beweissicherung
und Managementvorschläge für Quellen


Berichte und Veröffentlichungen:

Graf, W. & Weigand, E. (2010): Hydrobiologische Beweissicherung und Managementvorschläge für Quellen mit besonderer Berücksichtigung von Tuffquellen (LIFE05 NAT/A/000078). Endbericht. Weng im Gesäuse: 89pp.

Download (PDF 2.7 MB)



 

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