Nationalparkforschung:
FLORA - Pflanzen und Pilze
Last update: 22.05.2012
ÜBERSICHT
KAMMERER, H.
|
|
| PRENNER, G. |
FL02. Frauenschuh im Johnsbachtal |
KOMPOSCH, et al.
|
FL03. Totholzbewohnende Flechten |
| SUANJAK, M. |
FL04. Moosvegetation auf Totholz |
POCK, B.
|
FL05. Porlinge auf Totholz (Baumschwämme) |
SUCHY, S. et al.
|
FL06. Neophytenmanagement entlang der Enns / im Gesäuse |
| ATANASOVA, L. |
FL07. Genetik zum Uferreitgras entlang der Enns |
| KAMMERER, H. |
FL08. Machbarkeitsstudie Deutsche Tamariske im Gesäuse |
| WILFLING, A. |
FL09. Gipfelflechten im Nationalpark Gesäuse |
| POCK, B. |
FL10. Holz bewohnende Pilze in naturnahen Auwäldern an Enns und Johnsbach im Nationalpark Gesäuse |
|
FL01. Artenschutzprojekt Deutsche Tamariske
Autor: Kammerer Helmut
Die Deutsche Tamariske ist ein Erstbesiedler alpiner Wildfluss-Alluvionen und auf sehr dynamische Uferzonen angewiesen. Dort kann sie ganze Busch-wälder, das "Myricarietum" bilden, ist aber im gesamten Alpenbereich wegen der Zerstörung dieser Lebensräume als stark gefährdet eingestuft. Auch in der Steiermark geht es der Tamariske sehr schlecht. Die Vorkommen in Gstatterboden und Admont sind längst erloschen. Acht Standorte im Gesäuse sind für eine Wieder- ansiedelung potentiell geeignet. Das ergab die Machbarkeitsstudie, in deren Gefolge ein Anzuchtbeet errichtet wurde. Erste Auswilderungsversuche verliefen positiv, sodass auf lange Sicht eine Wiederansiedelung möglich erscheint.
Mehr zum Nationalpark-Tamariskenprojekt
|
 |
Von einstigen Tamarisken - Buschwäldern entlang unserer Wildflüsse sind nur mehr seltene Einzelexemplare übrig.
| | |
|
Berichte und Veröffentlichungen:
Kammerer, H. (2003): Artenschutzprojekt Deutsche Tamariske – Möglichkeiten und Aussichten einer Wiederansiedlung von Myricaria germanica im Gesäuse. - Unveröff. Bericht im Auftrag der Nationalpark Gesäuse GmbH.
Download (PDF 2.5 MB)
|
|
|
FL02. Frauenschuh, Orchidaceae(Cypripedium calceolus ) im Johnsbachtal
Autor: Prenner Gerhard
Der Frauenschuh Cypripedium calceolus kommt im Johnsbachtal noch häufig vor. Die große Orchidee ist als einzige höhere Pflanzenart des Nationalparkes europaweit geschützt und auf naturnahe Wälder angewiesen. Ein Gefährdungsfaktor ist das Zuwachsen der Standorte und der Licht- und Wassermangel (starke Konkurrenz besonders mit Fichtenverjüngung). Leider gefährden auch Besucher, die in den Bestand eindringen, und Raubgrabungen die Orchideen. Während der Blütezeit werden daher die Aufsichtsorgane des Nationalparkes verstärkt eingesetzt. Fliegen-Ragwurz
Im Gebiet findet sich eine Anzahl weiterer schützenswerter Orchideen wie das Männliches Knabenkraut (Orchis mascula), der Fliegen-Ragwurz (Ophrys insectifera), das Rotes Waldvöglein (Cephalanthera rubra), der Vogel Nestwurz (Neottia nidus-avis), das Zweiblättrige Waldhyazianthe (Platanthera bifolia) und Großes Zweiblatt (Listera ovata). |
 |
Eine unserer eindrucksvollsten Blüten- pflanzen: Die mit tropischer Pracht prunkende Orchidee "Frauenschuh".
| | |
|
Berichte und Veröffentlichungen:
Prenner G. (2006). Cypripedium calceolus (Orchidaceae) im Johnsbachtal (Nationalpark Gesäuse, NATURA 2000 Gebiet Ennstaler Alpen - Gesäuse): Kartierung und Managementvorschläge.- Unveröff. Bericht i.A. der Nationalpark Gesäuse GmbH, Graz 2006.
Download (PDF 0.9 MB)
|
|
FL03. Flechten auf totholzreichen Waldflächen
Autoren: Komposch H. und Wilfling A. / OIKOS
Flechten sind Lebensgemeinschaften aus Pilz und Alge und können extreme Lebensräume erobern. Sie eignen sich als Indikatoren zur Beurteilung der Naturnähe von Waldökosystemen und für ein Monitoring (Erfolgskontrolle). Insgesamt konnten auf Totholz 146 Flechten und 11 nicht lichenisierte Pilztaxa nachgewiesen werden. Die Artendiversität variiert zwischen 8 und 33 Taxa, durchschnittlich wurden 20 Arten pro Aufnahmefläche (100 m²) registriert. In Summe wurden 117 Totholzeinheiten von 9 Gehölzarten mit einer Gesamtoberfläche von ca. 330 m² aufgenommen. Die Anzahl der festgestellten Arten stieg linear mit der Anzahl der untersuchten Totholzeinheiten. 24 Flechtentaxa sind in der Roten Liste gefährdeter Flechten Österreichs aufgeführt.
|
 |
Echte Symbiose oder Herr-und-Sklave- Verhältnis? Jedenfalls sind Flechten Pioniere und Erstbesiedler.
| | |
|
Berichte und Veröffentlichungen:
Wilfling A. & Komposch H. 2006. Totholzbewohnende Flechten im Nationalpark Gesäuse. Endbericht. - Unveröff. Bericht i.A. der Nationalpark Gesäuse GmbH.
Download (PDF 3.6 MB)
|
|
FL04. Moose auf totholzreichen Waldflächen
Autor: Suanjak Michael
Im Nationalpark Gesäuse wurden 27 Aufnahmeflächen, verteilt auf 13 Waldparzellen, ausgewählt und die Besiedlung von Totholz dokumentiert. Insgesamt 61 Laubmoos- und 40 Lebermoos-Arten sind derzeit als Besiedler von abgestorbenen Stämmen, Ästen und Strubben nach-gewiesen. Lebermoose weisen dabei einen weitaus größeren Anteil (48%) an Totholz-Arten auf, als die Laubmoose (10%).
Die Moosvegetation auf Totholz konnte 11 Moos-Gesellschaften (Assoziationen) zugeordnet werden, 6 Moosarten sind in Österreich gefährdet bzw. stark gefährdet. |
 |
Moose gehören ebenso zum Naturwald...
| | | Die wichtigste Empfehlung für ein Wald-Management : Totholz soll ausreichend, in verschiedenen Vermorschungsgraden und Dimensionen kontinuierlich zur Verfügung stehen.
|
Berichte und Veröffentlichungen:
Suanjak, M. (2008): Moosvegetation auf Totholz im Nationalpark Gesäuse. - Bericht im Auftrag der Nationalpark Gesäuse GmbH, 80 pp. Nestelbach bei Graz, Jänner 2008
Download (PDF 3.4 MB)
|
|
FL05. Holzbewohnende Porlinge im Nationalpark Gesäuse
Autor: Pock Bernhard
Auf den zehn Untersuchungsflächen wurden gut 50 Arten an Porlingen (Baumschwämmen) kartiert. Der überwiegende Teil der Arten besiedelt Holz von Fichte und Rotbuche. Daneben wurden auch einige Bewohner von Lärche, Latsche und Bergahorn gefunden. 11 Arten finden sich in der Roten Liste gefährdeter Großpilze der Steiermark.
Neu für die Steiermark ist Trichaptum laricinum Ryvarden (Lärchen-Violettporling), eine sehr seltene Art, die in Europa bisher nur aus Skandinavien und Sibirien sowie aus Polen bekannt war.
|
 |
... wie holzbewohnende Pilze
| | |
|
Berichte und Veröffentlichungen:
Pock, B. (2007): Holzbewohnende Porlinge im Nationalpark Gesäuse. Bericht im Auftrag der Nationalpark Gesäuse GmbH, 82 pp.
Download (PDF 2.5 MB)
|
|
FL06. Verbreitung der Neophyten entlang der Enns im Gesäuse; Managementplan Neophyten
Autoren: Suchy Stephanie (Diplomarbeit); Harald Haseke, Christina Remschak (MMP)
Seit mehreren Jahren explodieren die Bestände bestimmter eingeschleppter, nicht heimischer Pflanzenarten. Entwickeln sich diese "Aliens" zu großflächigen, dichten Beständen, dann können sie die ansässige Flora und Fauna überwuchern, verdrängen oder verjüngungshemmend beeinflussen.
Im Jahr 2006 wurden erstmals Standorte der "invasiven Neophyten" Fallopia japonica, Impatiens glandulifera, Impatiens parviflora, Solidago canadensis und Solidago gigantea entlang der Enns im Gesäuse kartiert, digital aufbereitet und ausgewertet.
Die Schutzziele des Untersuchungsgebietes erfordern Maßnahmen, die ab 2007 im LIFE-Programm des Nationalparkes umgesetzt wurden und auch weiter betrieben werden. Die Dokumentation wurde stark erweitert, durch ein Monitoring verstärkt und 2010 mit einem "Bekämpfungshandbuch" ergänzt.
|
 |
Der Japanische Staudenknöterich hat bisher erst auf einigen, wenigen Schotterbänken an der Enns Wurzeln geschlagen. - Bild: S. Suchy
| | | Eine Bekämpfung ist, lediglich im Gesäuse ausgeführt, weder zielkonform noch nachhaltig. Der Samennachschub des Himalaya-Springkrautes und der Goldrute von außerhalb des Untersuchungsgebietes sowie die Großflächigkeit der Bestände geben Anlass zur Sorge, zumal die Verschleppung hauptsächlich durch menschliche Aktivitäten erfolgt. Die Verursacherseite (Bahn, Straße, Bauaktivitäten etc.) ist noch weitaus stärker einzubinden als dies bislang der Fall war.
|
Berichte und Veröffentlichungen:
Suchy, S. (2007): Verbreitung der Neophyten entlang der Enns im Gesäuse und Handlungsempfehlung. Diplomarbeit, Fachhochschule Eberswalde, 79 pp. Download (PDF 18.4 MB)
Suchy, S. (2010): Wiederholungskartierung der Neophyten entlang der Enns im Gesäuse - LIFE 2010. Bericht im Auftrag der Nationalpark Gesäuse GmbH, Weng im Gesäuse Juli 2010: 24 pp. Download (PDF 0.9 MB)
Haseke, H. & C. Remschak (2010): A7/D1 Managementplan Neobiota. - Naturschutzstrategien für Wald und Wildfluss im Gesäuse, LIFE05 NAT/A/000078 Endbericht, Nationalpark Gesäuse GmbH, 31.12.2010: 146 pp., umfangreicher Bildteil Download (PDF 12.0 MB)
|
|
FL07. Genetik zum Uferreitgras entlang der Enns im Gesäuse
Autorin: Atanasova Lea (Diplomarbeit)
Das Uferreitgras Calamagrostis pseudophragmites, eine Pionierart auf Schotterbänken, steht auf der Roten Liste Österreichs und ist stark gefährdet. Alte Fundorte, wie im Fölzgraben bei Eisenerz, konnten nicht mehr bestätigt werden. Auch für das Murtal gibt es keine aktuellen Nachweise. Die letzten Restbestände im Ennstal hütet der Nationalpark.
Genetische Untersuchungen sollten die „Gesäusebestände“ näher beleuchten und die klonale Verbindung aufdecken. Fazit: Die sexuelle Reproduktion überwiegt die vegetative Verbreitung. Die genetische Differenzierung deutet auf einen nur mäßigen Genfluss in der Gesamtpopulation hin, es besteht aber in dieser Hinsicht keine Gefahr für das Uferreitgras im Gesäuse. |
 |
Bild: Uferreitgras an der Enns - letzte Überlebende zwischen Hochwasser und Badetourismus. Foto: L. Atanasova
| | | Die Regeneration sowie das Aufkommen der Keimlinge sollte aber regelmäßig kontrolliert werden, insbesondere auf den Schotterbänken mit einer erhöhten Vertrittbelastung (Besucherbereiche, Ein- und Ausstiegstellen).
|
Berichte und Veröffentlichungen:
Atanasova, Lea: Regional dynamics of Calamagrostis pseudophragmites on riverbanks in the NP Gesäuse inferred from AFLPs. - Diplomarbeit zur Erlangung des Akademischen Grades der Magistra der Naturwissenschaften (Mag.rer.nat.), Universität Wien, Studienrichtung Ökologie. Wien, Oktober 2008, 99 S.
Download (PDF 2.0 MB)
|
FL08. Machbarkeitsstudie Deutsche Tamariske Myricaria germanica im Gesäuse
Autor: Kammerer Helmut
Das Wiederansiedlungsprojekt wurde aufbauend auf die Erkenntnisse des Moduls FL01 gestartet. Der reich bebilderte Bericht dokumentiert die bisherigen Ausbringungsversuche und die dabei gewonnenen Erkenntnisse im Nationalpark. Das Know-How zur Tamariske konnte anhand verschiedener Wiederansiedelungsversuche in Österreich und Südtirol sowie aus Beobachtungen an autochthonen Standorten erarbeitet werden.
In Gstatterboden ist seit Jahren ein bewässerter Pflanzgarten errichtet, welcher der Vorkultivierung der Tamarisken dient. Damit steht eine ausreichende Anzahl vollständig entwickelter Pflanzen für die Ausbringung im Nationalpark zur Verfügung. |
 |
|
Die Tamariske gehört zur Pionierflora unserer Wildbach-Schotterbänke. Vielleicht gelingt es, sie wieder heimisch zu machen. Bild: D. Kreiner
| | |
Die Standorte im Gesäuse und potenzielle Ausbringungsflächen wurden über eine Vegetationsperiode hinweg beobachtet und deren Dynamik dokumentiert und interpretiert.
Berichte und Veröffentlichungen:
KAMMERER, H. 2009: Machbarkeitsstudie Deutsche Tamariske, Myricaria germanica, im Gesäuse. Studie i.A. der Nationalpark Gesäuse GmbH. - Auf der Leber, März 2009, 95 S.
Download (PDF 19,1 MB)
|
FL09. Gipfelflechten im Nationalpark Gesäuse
Autor: Wilfling Alois, Komposch Harald, Möslinger Markus
2009 wurde im Auftrag des Fachbereichs Naturschutz & Naturraum des Nationalparks Gesäuse die Diversität von Flechtengesellschaften auf ausgewählten Gipfelstandorten der Gesäuseberge untersucht. Die Studie ist Bestandteil von Erhebungen, die im Zuge der Teilnahme am internationalen Forschungsprojekt GLORIA durchgeführt werden.
Neben einer detailgenauen Beschreibung der untersuchten Standorte gibt der Bericht einen ersten Überblick über die bisherige lichenologische Erforschung der Gipfelregionen im Nationalpark Gesäuse. Die Untersuchungen erbrachten insgesamt 206 Flechtenarten und 18 lichenicole Pilze und Flechten. Das Phänomen „Gipfelflechten“ wird eingehend diskutiert.
|
 |
| Flechten im Gipfelbereich des Nationalparks sind für die Forschung besonders interessant | | |
|
Berichte und Veröffentlichungen:
Wilfling A., Komposch, H. & Möslinger, M. (2010): Gipfelflechten im Nationalpark Gesäuse. Erstellung eines floristischen Inventars und Einrichtung von Dauerbeobachtungsflächen für ein kontinuierliches Monitoring von Veränderungen durch den Klimawandel (in Anlehnung an das GLORIA-Projekt). – Endbericht i.A.d. Nationalpark Gesäuse GmbH. Gleisdorf, 142pp.
Download (PDF 0,5 MB)
|
|
FL10. Holz bewohnende Pilze in naturnahen Auwäldern an Enns und Johnsbach im Nationalpark Gesäuse
Autor: Pock Bernhard
Während zweier Vegetationsperioden (2009-2010) wurden im Nationalpark Gesäuse Holz bewohnende Pilze aus den Gruppen der Porlinge und der corticoiden Pilze in neun Untersuchungsflächen an Enns und Johnsbach kartiert. Die Auswahl der Untersuchungsflächen erfolgte mit dem Ziel, einen möglichst repräsentativen Querschnitt über die an den beiden Fließgewässern vorkommenden Lebensraumtypen zu erhalten. In den neun Untersuchungsflächen konnten insgesamt 123 Pilzarten aus den oben genannten Gruppen nachgewiesen werden. Davon sind fünf Arten neu für die Steiermark, weitere 15 Arten gelten derzeit in der Steiermark als gefährdet.
|
 |
| Nachweis von fünf neuen Pilzarten für das Bundesland Steiermark. | | |
|
Berichte und Veröffentlichungen:
Pock, B. (2010): Holz bewohnende Pilze in naturnahen Auwäldern an Enns und Johnsbach im Nationalpark Gesäuse. Forschungsbericht i.A.d. Nationalpark Gesäuse GmbH. 48pp.
Download (PDF 4,6 MB)
|
Zurück zum Seitenanfang
Zurück zur Hauptseite Forschung |
|