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Nationalparkforschung:

FAUNA - WIRBELLOSE TIERE

Last update: 22.05.2012

ÜBERSICHT


PAILL, W.          Ökoteam

WL01. Laufkäfer Enns- und Johnsbachufer

BRANDL, K.

WL02. Spinnenfauna Enns- und Johnsbachufer

MAIRHUBER, C.  Ökoteam

WL03. Der Alpenbockkäfer im Nationalpark

ADLBAUER, K.

WL04. Erfassung der Bockkäferfauna im Nationalpark

KRENN, S.

WL05. Höhenabhängigkeit der Borkenkäfer - Entwicklung

REMSCHAK, C.

WL06. Tagfalter auf bewirtschafteten Almen

HABELER, H.

WL07. Nachtfalterfauna in Lawinenrinnen

MAIRHUBER, C. Ökoteam

WL08. Gekörnter Bohrwaldkäfer

FRIEß, T. & G. DERBUCH, INST

WL09. Wanzen und Heuschrecken der Sulzkaralm

FRIEß, T. & W. PAILL Ökoteam

WL10. Laufkäfer und Wanzen bewirtschafteter Almen

FRIEß, T. et al. / Ökoteam

WL11. Gipfelfauna-Monitoring Spinnen und Insekten

FRIEß, T. et al. / Ökoteam

WL12. Spinnen und Insekten in Lawinenrinnen

FRIEß, T. et al. / Ökoteam

WL13. Terrestrische Endemiten im Nationalpark Gesäuse

HOLZINGER et al. / Ökoteam

WL14. Naturschutzfachliche Evaluierung Almen: Zikaden und Spinnen

WEIGAND, E. GRAF, W.

WL15. Hydrobiologie Quellen - Beweissicherung, Management (LIFE)

GERECKE, R. et al.

WL16. Limnofauna und aquatische Endemiten von Quellen im Gesäuse

SCHOPF, A.

WL17. Risikoabschätzung von Borkenkäfer - Massenvermehrungen

NEUMAYER, J.

WL18. Hummeln im Nationalpark Gesäuse

SCHLAMMBER-GER, R.

WL19. Bestandserhebung von Flusskrebsen (Decapoda)

KOSCHUH, A.

WL20. Geschützte Tagfalter im Nationalpark Gesäuse

RUSS, M.

WL21. Libellen im Nationalpark Gesäuse


WL01. Laufkäfer als Indikatoren zum Management der Enns- und Johnsbachufer

Autor: Paill Wolfgang

Auf 15 Sedimentflächen an Enns und dem Johnsbach konnten insgesamt 56 Laufkäferarten nachgewiesen werden, darunter seltene Spezies.

Aufgrund der groben Flusskiesel dominieren Spezialisten hohlraumreicher Schotterbänke und erreichen mit Bembidion complanatum, B. conforme und B. longipes Bestandsgrößen von überregionaler  Bedeutung. Vertreter der Sandufer-Spezialisten sind dagegen rar.

Der Ausfall von Bembidion foraminosum, einer im Gebiet historisch belegten Art, ist ein besonders drastisches Beispiel.

Der Punktierte Gebirgsfluss-Ahlenläufer (Bembidion foraminosum) ist  d i e Zielart der sandigen Alluvionen im Gesäuse.
Die ärgsten Beeinträchtigungen sind die durch Speicherkraftwerke verursachten Wasserstands-schwankungen. Bei flachen Uferstrukturen verschlammen die täglichen Flutungen alle Hohlräume. Schotterentnahmen in Seitengräben lassen die Laufkäferfauna auch am Johnsbach stark verarmen. Wichtig für uferbewohnende Insekten sind Restrukturierungsmaßnahmen, um die Zahl der naturnahen Lebensräume zu erhöhen.

Berichte und Veröffentlichungen:

Ökoteam (2005): Laufkäfer als Indikatoren zum Management der Enns- und Johnsbachufer im NP Gesäuse. Unveröffentlichter Projektbericht im Auftrag der NP Gesäuse GmbH. 39 pp.

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WL02. Die Spinnenfauna (Arachnida: Araneae) ausgewählter Uferlebensräume der Enns und des Johnsbaches

Autorin: Brandl Klara (Diplomarbeit)

Die Gewässer-Schotterflächen im Gesäuse sind von den Evertebraten dominiert, wobei die Springschwänze (Collembola), Kurzflügelkäfer (Staphylinidae), Laufkäfer (Carabidae) und Webspinnen (Araneae) am stärksten vertreten sind. Vom Vorhandensein oder Fehlen bestimmter Spezialisten lässt sich auf die Naturnähe eines Standortes rückschließen.

Insgesamt sind 52 Pionier-Spinnenarten aus 18 Familien nachgewiesen. Erwähnenswert ist der hohe Anteil von 11 (entsprechend 20%) Rote-Liste-Arten.

Als besonders divers und naturschutzrelevant haben sich die Untersuchungsflächen am Johnsbach und dessen Mündung erwiesen.

Arctosa maculata, die "Gefleckte Bärin" , ist eine an Gebirgsbachufern verbreitet vorkommende Wolfsspinne
Der Vergleich mit naturnahen Flusslandschaften wie der Unteren Vellach oder dem Lech zeigt trotz allem, dass die Schotterflächen des Nationalparkes relativ verarmte Spinnenzönosen aufweisen.

Berichte und Veröffentlichungen:

BRANDL, K: Die Spinnenfauna (Arachnida: Araneae) ausgewählter Uferlebensräume der Enns und des Johnsbaches (Nationalpark Gesäuse, Steiermark, Österreich) – Unveröff. Studie i.A. der Nationalpark Gesäuse GesmbH, 2005

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WL03. Der Alpenbockkäfer im Nationalpark Gesäuse – Verbreitung, Erhaltungszustand und weiterführende Maßnahmen

Autor: Mairhuber Christian / Ökoteam

Die imposantesten heimischen Käfer unserer Fauna wohnen im Holz ("Xylobionten"): So der Hirschkäfer, der Nashornkäfer oder der Eichenbock. Leider haben “saubere“ Forstbewirtschaftung und Monokulturen schon viele dieser Holzkäfer auf die Roten Listen gefährdeter Tiere verbannt. Einige davon genießen den Schutz der EU-FFH-Richtlinien, so der als prioritär eingestufte, bis zu vier Zentimeter große Alpenbockkäfer (Rosalia alpina), der lichte Buchenwälder mit sonnigen Althölzern bevorzugt.

Insgesamt konnten 17 aktuelle Vorkommen des Alpenbocks im Gesäuse nachgewiesen werden. An weiteren 15 Örtlichkeiten ist er über Schlupflöcher bestätigt. Mittels Verschneidung der Inventurdaten wurde eine potenzielle Verbreitungskarte erstellt.

Unser eindrucksvollster Bergkäfer, der Alpenbock: Hier mit der Arterhaltung im Dienste der FFH-Richtlinie beschäftigt

Berichte und Veröffentlichungen:

Ökoteam (2004): Der Alpenbock (Rosalia alpina) im Nationalpark Gesäuse. Verbreitung, Erhaltungszustand und Maßnahmen. Unveröffentlichter Projektbericht im Auftrag der Nationalpark Gesäuse GmbH. 22 pp.
Ökoteam (2005): Der Alpenbock (Rosalia alpina) im Nationalpark Gesäuse – Folgeprojekt 2005. Verbreitung, Erhaltungszustand und weiterführende Maßnahmen. Unveröffentlichter Projektbericht im Auftrag der Nationalpark Gesäuse GmbH. 37 pp.

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WL04. Erfassung der Bockkäferfauna im Nationalpark

Autor: Adlbauer Karl

In Österreich sind über 200 Bockkäfer-Arten nachgewiesen. Sie haben überwiegend eine xylobionte Lebensweise, das heißt, dass die Larven im Holz leben und sich davon ernähren.

Das Gesäuse gehört seit dem Anfang des 20. Jahrhunderts zu den käferkundlich am besten erforschten Regionen in der Steiermark. Das erlaubt uns einen historischen Vergleich. Die Bockkäferfauna des Nationalparks ist auch heute noch artenreich und gut ausgeprägt. Doch viele Arten sind offenbar schon nah an den Rand der Existenz gedrängt worden.

Für die Laubholzbewohner ist die begonnene Reduktion der Fichtenforste vermutlich die Überlebensgarantie. Höchst wichtig ist die Duldung von Alt- und Totholz aller Baumarten.

Bockkäfer zählen zu den auffälligsten Bewohnern von Alt- und Tothölzern im Wald.
Mit dem  "Aufarbeiten" von Sturm- oder Lawinenbruchholz entzieht man vielen Bockkäferarten das Brutsubstrat und vernichtet die bereits eingebohrten Jugendstadien. In südexponierten Randlagen und auf Freiflächen ist dieses Totholzangebot besonders wichtig, denn Bockkäfer sind wärmeliebende Tiere.

Berichte und Veröffentlichungen:

Adlbauer, K. (2006): Bockkäfer im Nationalpark Gesäuse. Im Gseis Nr. 7, Herbst 2006.

Adlbauer, K. (2010): Die Bockkäfer des Nationalparks Gesäuse (Coleoptera, Cerambycidae). - Joannea Zool. 11, Graz 2010: 51–95

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WL05. Untersuchungen zur Höhen- abhängigkeit der Borkenkäferentwicklung an exponierten, montanen bis subalpinen Fichtenwaldstandorten

Autorin: Krenn Sonja (Diplomarbeit)

Die Borkenkäferart "Buchdrucker" (Ips typographus) befällt umgeworfene oder absterbende Fichten und neigt zur Massenvermehrung. Dabei werden auch vitale Bäume zum Absterben gebracht. Schutzgebiete mit hohem Fichtenanteil werden daher als potentieller Herd für Borkenkäfer-Kalamitäten gesehen, was das Nationalparkmanagement erschwert. Dem soll durch die Entwicklung von Riskomodellen abgeholfen werden.
Für die Durchführung der Untersuchung wurde ein Höhenprofil im Revier Gstatterboden angelegt: Pheromonfallen und Fangbäume in 670 m, 940 m und 1200 m Seehöhe und Messung der Rinden- und Lufttemperaturen bis knapp 1600m Höhe. In der Folge wurden aus den Fangbäumen Stammstücke entnommen. 

Das schriftähnliche Fraßbild gibt der als Forstschädling gefürchteten Borkenkäferart "Buchdrucker" den Namen. Probleme macht er hauptsächlich in Fichtenkulturen.
Das Ausschlüpfen und Verhalten der Käfer wurde in Freilandkäfigen an zwei Standorten in 200 und 700m Seehöhe überwacht. Unter günstigen klimatischen Voraussetzungen ist auch in subalpinen Höhenlagen die Ausbildung einer 2. Generation möglich und damit in extrem warmen Jahren mit einem hohem Befallsrisiko zu rechnen. Siehe dazu auch die Studie von Schopf et. al (2009)!

Berichte und Veröffentlichungen:

Krenn, S. (2007, in. Vorbereitung): Untersuchungen zur Höhenabhängigkeit der Borkenkäferentwicklung an exponierten, montanen bis subalpinen Fichtenwaldstandorten. Diplomarbeit, Univ. f. Bodenkultur, Wien 2007.

 

WL06. Bestandsaufnahme von Tagfaltern (Lepidoptera) auf zwei verschieden bewirtschafteten Almen im Nationalpark Gesäuse

Autorin: Remschak Christina (Diplomarbeit)

Die Bestandsaufnahmen von Tagfaltern wurden auf der Kölbl- und Sulzkaralm durchgeführt. Die beiden Almen unterscheiden sich in Höhenlage und Bewirtschaftung. Zur Erfassung der Arten und ihrer Individuenzahlen wurde die Transektmethode verwendet.

Insgesamt konnten 57 Arten festgestellt werden: 55 auf der Kölblalm und 35 auf der Sulzkaralm. Davon gelten zwölf Arten österreichweit als gefährdet, zwei Arten sind in den FFH-Richtlinien der Europäischen Union als besonders schützenswert erwähnt.
Es zeigte sich eine Dominanz weniger, ubiquitärer und auf den beiden Almen unterschiedlicher Arten. Die nach der Literatur notwendigen Futterpflanzen fehlen für einige Arten. Hier ist noch Forschungsbedarf gegeben.

Tagfalter sind wichtige Indikatoren um Bewirtschaftungsmaßnahmen auf Almen naturschutzfachlich zu beurteilen.

Berichte und Veröffentlichungen:

Remschak, Ch. (2005): Bestandsaufnahme von Tagfaltern (Lepidoptera) auf zwei verschieden bewirtschafteten Almen im Nationalpark Gesäuse. Diplomarbeit Univ. Graz. 133 pp.

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WL07. Erhebung der Nachtfalterfauna in Lawinenrinnen

Autor: Habeler Heinz

Das Projekt dient der vollständigen Erkundung des Schmetterlingbestandes mit Datenverarbeitung und Archivierung im Lepidat-System, das rund 560.000 Funddaten von Schmetterlingen verwaltet. Die Aufnahme erfolgt seit 2005 v.a. mit Lebend-Lichtfallen. Von 2005 bis 2008 konnten insgesamt 729 Arten bei ca. 18.300 beobachteten und determinierten Individuen dokumentiert werden.
In der Scheibenbauerschütt wurden 420 Arten und im Kammerlgraben 423 Arten festgestellt wurden. Als besonders ertragreich erwies sich das Langgries: Pempelia palumbella ist eine wärmeliebende Art, die in der Steiermark nicht über 950m SH vorkommt. Phiaris helveticana war bisher nur im Wechselgebiet vor fast 100 Jahre alten Angabe nachgewiesen und wurde im Langgries wieder gefunden. Hier findet sich auch eine von nur drei steirischen Populationen des Bärenspinners Tyria jacobeae.

Lawinenrinnen beherbergen eine hochspezialisierte Wirbellosen-Fauna. In diesem Lebensraum werden mehrere Insektengruppen und Spinnen untersucht.

Einige Arten sind aus unbekannter Ursache stark im Rückgang begriffen. Allgemein verbreitete Arten haben in Lawinenrinnen sehr starke Populationen ausgebildet. Die gewaltigen Zerstörungspotentiale von Lawinen scheinen die Insektenwelt wirksam zu unterstützen.

Berichte und Veröffentlichungen:

Habeler, H. (2009): Gesäuse – Bericht 2008, Nationalpark Gesäuse – Lepidoptera. - Unveröff. Bericht im Auftrag der Nationalpark Gesäuse GmbH, 3 pp.
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Habeler, H. (2006): Gesäuse-Bericht 2006. - Unveröff. Bericht i. A. der Nationalpark Gesäuse GmbH, 21 Seiten mit Diagrammen.

Habeler, H. (2006): Brauchen Schmetterlinge Lawinenrinnen? – Im Gseis 7: 20 – 21.

Habeler, H. (1981): Lawinen als Lebensraumerhalter für Schmetterlinge. – Mitt. Abt. Zool. Landesmuseum Joanneum 10 (2): 95–97  


WL08. Der Gekörnte Bergwald-Bohrkäfer (Stephanopachys substriatus) im Nationalpark Gesäuse

Autoren: Mairhuber Christian & Paill Wolfgang

Der Bergwald-Bohrkäfer zählt zu den am wenigsten erforschten FFH-Schutzgütern. Die Art ist innerhalb
Mitteleuropas nur von sehr wenigen Fundorten bekannt. Historische Nachweise existieren jedoch gehäuft aus der nächsten Umgebung des Nationalparks Gesäuse.

Im Zuge der Untersuchungen des Jahres 2005 konnten zwar keine Nachweise erbracht werden. Auf Grund der Potenzialeinschätzung sowie der historischen Nachweise ist ein Vorkommen aber wahrscheinlich.

Die Untersuchungen sollten fortgesetzt werden, da der Nationalpark fundierte Erkenntnisse zu dieser FFH-Art schaffen könnte.

Die momentan verschollene FFH-Art "Bergwald-Bohrkäfer"


Berichte und Veröffentlichungen:

Ökoteam (2005): Der Gekörnte Bergwald-Bohrkäfer (Stephanopachys substriatus) im Nationalpark Gesäuse. - Unveröff. Bericht i.A: der Nationalpark Gesäuse GmbH, Dezember 2005, Graz

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WL09.  Wanzen und Heuschrecken der Sulzkaralm

Autoren: Frieß Thomas & Derbuch Georg /  Institut für Naturschutz

Als Teil des „Pilotprojekts Sulzkaralm“ wurde in den Jahren 2003 und 2004 die lokale Geradflügler- und Wanzenfauna in sechs repräsentativen Teillebensräumen der Sulzkaralm untersucht.

Vorrangiges Ziel des Teilprojekts war die Erfassung der Artengemeinschaften in unterschiedlichen Weidetypen und eine Bewertung hinsichtlich des naturschutzfachlichen Zustandes.
In Folge sollten exemplarisch für die untersuchten Biotoptypen Bewirtschaftungs- und Pflegemaßnahmen in Bezug auf die untersuchten Tiergruppen formuliert
werden. Insgesamt wurden 12 Geradflügler- (10 Heuschrecken, 2 Ohrwürmer) und 57 Wanzenarten beobachtet. 

Die Gemeine Gebirgsschrecke zählt zu den typischen Arten auf alpinen Matten. Foto: R. Thaller.


Berichte und Veröffentlichungen:

Frieß, T. & Derbuch, G. (2005): Zoologische Kartierung Sulzkaralm, NP Gesäuse- Fachbereich Insekten – Wanzen & Heuschrecken. Inventarisierung und Pflegemanagement. Unveröff. Studie i. A. d. Nationalpark Gesäuse GmbH, Graz, 92 pp.

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WL10. Laufkäfer und Wanzen bewirtschafteter Almen

Autoren: Frieß Thomas & Paill Wolfgang/  Ökoteam

Der Bericht beinhaltet die Ergebnisse der Kartierungen von Laufkäfern und Wanzen in ausgewählten Almflächen und Sonderstandorten. Der laufkäfer- kundliche Teil berücksichtigt 12 Flächen auf der Sulzkar-, Haselkar-, Scheuchegg- und Hüpflingeralm, die Bearbeitung der Wanzen beschränkt sich auf die drei zuletzt genannten Almen.

Vor dem Hintergrund einer nationalparkgerechten Almbewirtschaftung ist es das Ziel der Untersuchungen, eine Bestandsaufnahme und naturschutzfachliche Bewertung der ausgewählten Lebensraumtypen aus tierökologischer Sicht durchzuführen.
In Summe wurden 45 Laufkäfer- und 41 Wanzenarten festgestellt.

Farben- und Formenreichtum zeichnet die Gruppe der Wanzen aus. Foto: T. Frieß


Berichte und Veröffentlichungen:

Frieß, T. & W. Paill (2006): Naturschutzfachliche Evaluierung der Almbewirtschaftung im Nationalpark Gesäuse, Bewertung der Weideflächen anhand der Indikatorgruppen Laufkäfer und Wanzen – Unveröff. Studie i. A. d. Nationalpark Gesäuse GmbH, Graz, 73 pp.

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WL11. Gipfelfauna-Monitoring Spinnen und Insekten

Autoren: Frieß Thomas, Komposch Christian & Paill Wolfgang / Ökoteam

Begleitend zu einem vegetationskundlichen Monitoring in ausgewählten Gipfelbereichen des Nationsparks Gesäuse wurde ein zoologisches Programm zur Überwachung der Gipfelfauna (v. a. Spinnentiere, Insekten) eingerichtet.

Dieses zoologische Monitoringprogramm ist als Bindeglied zwischen dem Endemiten- und dem Lawinenrinnenprojekt zu verstehen.

Der vorliegende Zwischenbericht liefert erste Daten der Gruppen Laufkäfer und Wanzen, außerdem werden die Fallenstandorte beschrieben und dokumentiert.

Im Rahmen des Projektes werden Veränderungen der Gipfelfauna erfasst.


Berichte und Veröffentlichungen:

Frieß, T., Ch. Komposch & W. Paill (2006): Gipfelfauna-Monitoring im Nationalpark Gesäuse. Monitoringprogramm der Gipfelfauna unter besonderer Berücksichtigung sensibler, gefährdeter und endemischer Spinnentier- und Insektentaxa. Zwischenbericht i. A. d. Nationalpark Gesäuse GmbH, Graz, 36 pp.

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WL12. Spinnen und Insekten in Lawinenrinnen

Autoren: Frieß Thomas, Holzinger Werner, Mairhuber Christian, Komposch Christian & Paill Wolfgang/Ökoteam

Lawinenrinnen, Plaiken und andere Erosionsflächen beherbergen eine hoch spezialisierte Wirbellosenfauna mit zahlreichen Rote Liste-Arten.

Die bisherigen,  stichprobenartigen Untersuchungen belegen eine hohe naturschutzfachliche Bedeutung dieser Sonderlebensräume für den Nationalpark Gesäuse. Zudem ist in hoch gelegenen Lawinenrinnen und Erosionsstellen mit Endemiten und Sub- Endemiten Österreichs zu rechnen (vgl. WL 13 Endemiten-Projekt).

Die Erstdokumentation von klassischen Lawinenrinnen und Schuttströmen im Gesäuse nördlich und südlich der Enns soll den Naturschutzwert dieser Lebensräume darstellen.

Welche Bedeutung haben offene Fels- und Schuttstandorte für Weberknechte? Foto: Ch. Komposch, Ökoteam.


Berichte und Veröffentlichungen:

Frieß T., W. Holzinger, Ch. Mairhuber, Ch. Komposch & W. Paill (2006): Lawinenrinnen als bedeutsame Sonderlebensräume im Nationalpark Gesäuse. Dokumentation ausgewählter Spinnentier- und Insektengruppen in Lawinenrinnen und anderen Erosionsflächen und naturschutzfachliche Bewertung Tamischbachturm: Kalktal und Scheibenbauernkar. Zwischenbericht i. A. d. Nationalpark Gesäuse GmbH, 27 pp.

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WL13. Terrestrische Endemiten im Nationalpark Gesäuse

Autoren: Frieß Thomas, Holzinger Werner, Komposch Christian & Paill Wolfgang

Für enger verbreitete, endemische und sub-endemische Arten ist die Schutzverantwortlichkeit in den betreffenden Gebieten besonders hoch.

Im Nationalpark Gesäuse werden endemische Formen landbewohnender Spinnentier- und Insektengruppen daher im Zuge dieses Projekts erhoben und das aktuelle Wissen dargestellt. Ähnliche Ziele verfolgt das Quellprojekt mit der Untersuchung der Limnofauna

Die Daten sind in der aktuellen UBA-Studie „Kostbarkeiten in Österreichs Tier- und Pflanzenwelt“ ebereits enthalten. Das Ziel, den Nationalpark als einen Endemiten-Hotspot mit besonderer Schutzwürdigkeit herauszustreichen, wurde zweifellos erreicht.

Die Alpen-Johanniskrautzikade wurde bisher nur in den Nördlichen Kalkalpen und bei Innerkrems (Kärnten) nachgewiesen. Foto: Ökoteam.

Das Gesäuse ist nach den beiden Studien DER Hotspot der Endemiten in Österreich: Die bundesweit höchste Zahl an endemischen Taxa liegt bei 70 und wurde in einem Quadranten im Gesäuse festgestellt (siehe Karte). Seitens der Tierwelt wurden österreichweit maximal 46 endemische Taxa in einem Quadranten - und auch hier wiederum im Gesäuse - festgestellt (RABITSCH & ESSL 2009: 889). Einen wesentlichen Teil hiervon nehmen Laufkäfer, Spinnen und Weberknechte ein. Zu diesen Artengruppen liegt nun der Endbericht einer Studie des Ökoteams (Graz) im Auftrag des Nationalparks vor.

Berichte und Veröffentlichungen:

Frieß T., W. Holzinger, Ch. Komposch & W. Paill (2006): Tierische Endemiten im Nationalpark Gesäuse. Vorkommen ausgewählter endemischer und subendemischer Vorkommen des Nationalparks. Zwischenbericht i. A. d. Nationalpark Gesäuse GmbH, Graz, 36 pp.
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Ökoteam (2009): Tierische Endemiten im Nationalpark Gesäuse. Auftreten ausgewählter endemischer und subendemischer Spinnentiere und Insekten. – Unveröffentlichter Projektendbericht im Auftrag der Nationalpark Gesäuse GmbH, Graz, 143 pp.
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RABITSCH, W. & ESSL, F. (Red. 2009): Endemiten. Kostbarkeiten in Österreichs Tier- und Pflanzenwelt. Naturwissenschaftlicher Verlag für Kärnten und Umweltbundesamt, Wien, 923 pp. Zu bestellen beim Naturwissenschaftlichen Verein für Kärnten: nwv@landesmuseum-ktn.at
Kosten: 49,00 € zuzügl. Porto.

Eine gute Übersicht der aktuellen weltweiten Biodiversitäts- und Endemitenforschung gibt die WILDLIFE EXTRA - Seite!


 

WL14. Naturschutzfachliche Evaluierung der Almbewirtschaftung im Nationalpark Gesäuse: Zikaden und Spinnen

Autoren: Holzinger Werner & Komposch Christian / Ökoteam

Zikaden: Im Rahmen der Studie wurden 53 Zikadenarten aus 4 Familien erfasst. Zikaden sind auf den untersuchten Flächen in Dichten von 7 - 100 adulten Tieren pro m² vertreten. Faunistisch bemerkenswert ist der Erstnachweis der Rasenschmielenzirpe (Streptanus confinis) für Österreich. Im Bericht werden Maßnahmen zur Sicherung bzw. Förderung charakteristischer Zikadenzönosen vorgeschlagen.

Spinnen: Es sind 82 Spinnenarten aus 15 Familien dokumentiert. Die häufigsten Arten sind verschiedene Wolfspinnen. Unbeweidete bzw. extensiv beweidete Flächen beherbergen in der Regel wertvollere Arachnozönosen (im Hinblick auf Rote-Liste-Arten) als intensiv beweidete Flächen.

Der Nationalpark Gesäuse hat bereits die umfangreichsten Bestandsaufnahmen von subalpinen Zikaden- und Spinnenbestän- den der Steiermark. Foto: Ökoteam.


Berichte und Veröffentlichungen:

Holzinger W., Ch. Komposch & B. Komposch (2005): Naturschutzfachliche Evaluierung der Almbewirtschaftung im Nationalpark Gesäuse. Bewertung der Weideflächen anhand der Indikatorgruppen Zikaden, Spinnen und Kleinsäuger. Unveröff. Studie i. A. d. Nationalpark Gesäuse GmbH, Graz, 166 pp.

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WL15. Hydrobiologische Beweissicherung und Managementvorschläge für Quellen mit Tuffbildung und/oder in Maßnahmengebieten (LIFE-Bericht)

Autoren: Weigand Erich und Graf Wolfram

An 21 ausgewählten Quellgewässern wurden 31.336 Individuen aus bis dato 130 determinierten Taxa gesammelt, wobei erst ein kleiner Teil des Materials auf Artniveau bestimmt wurde. Die beiden Indikatorgruppen Plecopteren und Trichopteren nehmen dabei rund 30% ein, am häufigsten sind die Chironomiden. Die Methodik orientierte sich an der Gewässerbeurteilung der Wasserrahmen-Richtlinie.

Generell wurde der hohe Naturschutzwert der Quellen bestätigt, wobei die artenreichsten Quellen jene mit Tuffbildungen sind, vermutlich wegen der attraktiven Mikrohabitate. Teils wurden an Quellen und Tümpeln anthropogene Beeinträchtigungen nachgewiesen und Managementvorschläge unterbreitet. 

Die Quellbiotope sind vor allem von Larvenstadien spezialisierter Arten dominiert. - Foto: E. Weigand

Berichte und Veröffentlichungen:

GRAF
, W. und WEIGAND, E. (2007): Hydrobiologische Beweissicherung und Managementvorschläge für Quellen mit Tuffbildung und/oder in Maßnahmengebieten. - LIFE-Bericht im Auftrag der Nationalpark Gesäuse GmbH, 59 pp., 9 Fotoseiten. Weng, 2007. 

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WL16. Limnofauna und aquatische Endemiten von Quellen im Gesäuse

Autoren: Gerecke Reinhard et al.

Neben der Schwerpunktaktion der WL13 - Projekte (Terrestrische Endemiten) ist es die Forschung in den Quellbiotopen, die die meisten Nachweise seltener oder überhaupt erstmals nachgewiesener wirbelloser Tiere erbringt. Sehr ergiebig waren in dieser Hinsicht die "Gesäuse-Quellwochen" 2007 bis 2010, bei denen jeweils ein Spezialistenteam einige Tage lang im Gelände war.

Die aktuelle Tabelle der Neufunde weist zum Update-Termin insgesamt 116 Erstnachweise für Österreich, davon acht sichere Weltneuheiten und einige mutmaßliche Welterstfunde aus. Es ist aber erst ein Teil des riesigen Belegmaterials untersucht!

Eine spezielle Fallstudie widmete sich den Quellen der oberen Sulzkaralm. Als Folge des Almweidebetriebes verschlammen viele Gewässer, wodurch sich typische "Kulturfolger“ ansiedeln und eine Mischbiozönose entsteht. Die anspruchsvollen Quellarten werden zurückgedrängt, einige verschwinden völlig und womöglich unwiederbringlich.

Mehr Informationen: Seite "Quellforschung"

Wassermilben zählen zu den hoch spezialisierten Quellbewohnern, die sich fast nur aus Wirbellosen zusammensetzen. Foto: R. Gerecke


Berichte und Veröffentlichungen:

GERECKE, R. (2008): Stille Wesen an heimlichen Orten – die ersten Ergebnisse der Quellforscher. – In: Der Johnsbach, Schriften des Nationalparks Gesäuse Band 3, Weng 2008: 104 – 108. 

GERECKE, R. und Wagner, R. (2008): Tanzfliegen (Diptera: Empididae) aus Quellen im Nationalpark Gesäuse (Österreich). - Lauterbornia 63: 77-82 D-86424 Dinkelscherben, 2008-09-10.  -  Download Bericht (PDF 1.5 MB)

GERECKE, R. (2009): Quellprojekt Nationalpark Gesäuse - 2. Quellwoche 2008. - Bericht i.A. der NP Gesäuse GmbH,  Tübingen im Juni 2009: 11 S. - Download Bericht (PDF 0.3 MB)

GRAF, W. und WEIGAND, E. (2004): Hydrobiologische Erstcharakterisierung bedeutender Karstquellen der Sulzkaralm (Nationalpark Gesäuse). – 44. S., Abb. und Fotos, unveröff. Bericht der Nationalpark Gesäuse GmbH, Weng, Dezember 2004. - Download Bericht (PDF 5.0 MB)

GRAF, W. (2005): Leuctra astridae, a New Species of Plecoptera from the Austrian Alps.
Illiesia, 1(8)47-51. - Download Bericht (PDF 0.4 MB).

GRAF, W. und WEIGAND, E. (2007): Hydrobiologische Beweissicherung und Management-vorschläge für Quellen mit Tuffbildung und/oder in Maßnahmengebieten. - Bericht i.A. der Nationalpark Gesäuse GmbH, 59 pp., 9 Fotoseiten. Weng, 2007. - Download Bericht (PDF 3.5 MB)

REUSCH, H. (2009): Untersuchung zur Stelzmückenfauna (Diptera: Limoniidae, Pediciidae) im Nationalpark Gesäuse (Österreich, Steiermark). Erste internationale Quellwoche, Juli 2007. - Unveröff. Gutachten i.A. der NP Gesäuse GmbH., Jan. 2009, 3 S.

REUSCH, H. (2009b): Untersuchung zur Stelzmückenfauna (Diptera: Limoniidae, Pediciidae) im Nationalpark Gesäuse (Österreich, Steiermark). Zweite internationale Quellwoche, Juli 2008. - Unveröff. Bericht i.A. der NP Gesäuse GmbH., Juni 2009, 10 S. - Download Bericht (PDF 0.1 MB)

SEITZ, G. (2009): Drei neue Kriebelmückenfunde (Diptera: Simuliidae) für die
österreichische Fauna. - Unveröff. Bericht i.a. der NP Gesäuse GmbH, März 2009, 4 S.
Download Bericht (PDF 0.1 MB)

Seitz, G. (2009): First records of Simulium (E.) petricolum (Rivosecchi), Simulium (N.) bavaricum Seitz & Adler and Simulium (N.) oligotuberculatum (Knoz) (Diptera: Simuliidae) in Austria.- Lauterbornia 68: 3-8, D-86424 Dinkelscherben, 2009-12-17: 3-8.
Download Bericht (PDF 0.9 MB)



 

WL17. Risikoabschätzung von Borkenkäfer-Massenvermehrungen im Nationalpark

Autor: Schopf Axel

In österreichischen Großschutzgebieten ist das Forstgesetz uneinschränkt anwendbar. Daher ist der Befall von Fichten durch den Borkenkäfer Ips typographus ("Buchdrucker") ein Managementproblem, obwohl das an sich nur für Fichtenkulturen in Wirtschaftswäldern problematisch ist .

Ziel des Projektes war die Risiko-Darstellung der vom Buchdruckerbefall "gefährdeten" Standorte und Bestände im Nationalpark mit dem Phänologiemodell PHENIPS. Für den Nationalpark und seine Umgebung ergab sich ein  sehr variables Vermehrungspotential , wobei in  warmen Jahren bis in subalpinen Lagen   zwei Generationen abgeschlossen werden können.  Das bedeutet eine erhöhte Disposition für Massenvermehrungen. In den schwer zugänglichen Lagen ist eine  Borkenkäferbekämpfung und eine wirksame Pufferzone nicht oder nur erschwert möglich.

Tiefer gelegene Reinfichtenforste sind besonders anfällig für Borkenkäfer-Massenbefall: Eine Hypothek für das Waldmanagement im Nationalpark

Waldbaulich vorrangiges Ziel ist daher die Zurücknahme von großflächigen Fichtenwaldkomplexen (z.B. Gstatterbodener Kessel), rechtzeitige Konkurrenzregelungen in Jungbeständen, risikomin-dernde Pflege- und Waldumbaumaßnahmen sowie temporäre Kontrollmaßnahmen (rechtzeitige Entrindung, Totholzmanagement).

Berichte und Veröffentlichungen:

Schopf, A. et al (2008): Risikoabschätzung von Borkenkäfer-Massenvermehrungen im Nationalpark Gesäuse.- Unveröff. Bericht i.A. der NP Gesäuse GmbH, Institut für Forstentomologie, Forstpathologie und Forstschutz, Univ. für Bodenkultur Wien, Juli 2008: 117 S.

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WL18. Hummeln im Nationalpark Gesäuse

Autor: Neumayer Johann

Hummeln sind neben Schwebfliegenarten die wichtigsten Bestäuber im alpinen Pflanzenreich. Insgesamt wurden 1300 Individuen aus 22 Arten erfasst (Tabelle), davon über 1000 Hummeln aus 18 Arten innerhalb der Nationalparkgrenzen.

Interessant ist das Konkurrenzverhältnis zu den Honigbienen. Mit gesundem „Naturhonig“ wird ja auch in Nationalparkregionen gern geworben.
In Mangelzeiten sind aber bis in 1.500 Meter Entfernung vom Bienenstock deutlich weniger autochthone Bestäuber zu finden als ohne Honigbienen.

Die Hummel Bombus sichelii alticola. Bild: J. Neumayer
Berichte und Veröffentlichungen:

Neumayer, Johann (2009): Die Hummeln des Nationalparks Gesäuse und des Admonter Beckens.- Bericht i.A. der NP Gesäuse GmbH,  Elixhausen 2009: 48 pp.

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WL19. Bestandserhebung von Flusskrebsen (Decapoda) 

Autorin: Schlamberger Rita

Die in der Steiermark heimischen Arten Edelkrebs (Astacus astacus) und Steinkrebs (Austropotamobius torrentium) sind vom Aussterben bedroht. Sie stehen in Konkurrenz mit dem aus Amerika eingeführten Signalkrebs (Pacifastacus leniusculus). der die tödliche "Krebspest" mitgebracht hat. Lebensraumverluste geben den übrig gebliebenen Populationen oft den Rest.

Die Begehungen der Bäche im Nationalpark Gesäuse erbrachten in den Jahren 2007 bis 2009 keinen einzigen Nachweis. Im Umland kann man die Bäche um St. Gallen, Hall und Ardning zu den Hoffnungsgebieten zählen. Gefahren gehen nach wie vor den Bachverbauungen und von unkontrollierten Einleitungen (z.B. Gülle) aus.

Steinkrebs-Weibchen (Austropotamobius torrentium). Bild: Rita Schlamberger

Wenn Sie etwas über heimische Krebsvorkommen in der Nationalparkregion wissen, wenden Sie sich bitte an Rita Schlamberger!

Tel. +43 (0) 664 350 7424
          rita@sciencevision.at

Bericht: Schlamberger, Rita (2007): Bestandserhebung von Flusskrebsen (Decapoda) im Nationalpark Gesäuse. - Zwischenbericht, Graz Oktober 2007, 18 pp.



WL20. Geschützte Tagfalter im Nationalpark Gesäuse 

Autor: Koschuh Anton

Vorliegende Erhebung hat zum Ziel die Verbreitung der FFH-geschützten Tagfalter mit ihren Lebensräumen im Nationalparkgebiet des Gesäuses zu erfassen um auf Basis der erhobenen Daten zu einer Beurteilung des Erhaltungszustandes zu gelangen. Zusammen mit Vorerhebungen und Daten aus der Literatur lassen sich Verbreitungsmuster der Arten ableiten. Geländeerfahrung, die Kenntnis der Lebensräume besiedelter Habitate im Gebiet und anderen vergleichbaren Gebieten aus den nördlichen Kalkalpen sowie eine Luftbildinterpretation führt in dieser Arbeit zu einer flächigen Ausweisung von Potentialen auf Basis der ÖK (Österreichische Karte), die als Grundlage für nachfolgende Erfassung der Tagfalter-Arten dienen kann.

Im Gebiet des Nationalparks Gesäuse wurden bisher 5 geschützte FFH-Tagfalterarten festgestellt. Hiervon gelten Lopinga achine und Euphydryas aurinia im Gebiet als verschollen. Erstere wurde mittlerweile auch wieder nachgewiesen (H. Kerschbaumsteiner 2010).

 

Geschützte Tagfalter im Nationalpark Gesäuse
Bericht: Koschuh, A. (2010): FFH-Tagfalter im Nationalpark Gesäuse. Bericht i.A.d. Nationalpark Gesäuse GmbH. Graz: 50pp.

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WL21. Libellen im Nationalpark Gesäuse 

Autor: Russ Markus

Insgesamt konnten bei den Kartierungen von Juni 2009 bis August 2010 auf 14 Untersuchungsflächen im Nationalpark Gesäuse (und angrenzender Gebiete, wie das Neuburgmoor bzw. eine Untersuchungsfläche im Rahmen des LIFE Monitorings am Paltenspitz) 30 Libellenarten festgestellt werden. Der Nachweis der Bodenständigkeit konnte bei 10 Arten gebracht werden. Die Libellengewässer der Untersuchungsflächen vom Paltenspitz, der Drahbank, dem Neuburgmoor und der Haselkaralm werden als besonders wertvoll angesehen.

Gebänderte Heidelibelle

Bericht: Russ, M. (2011): Die Libellenfauna im Nationalpark Gesäuse.- Bericht i.A. der NP Gesäuse GmbH, Söchau: 74 pp.

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