A4. Managementpläne Almen C5. Biotop-Management Almen C6. Erhaltung Alte Almen
Die Almen und Bergwiesen, für Landschaft und die Artenvielfalt besonders bedeutend, sollen im Nationalpark und Natura 2000 Gebiet erhalten bleiben.
Im Gesäuse sind die meisten größeren Almen noch intakt. Doch schwer erreichbare Alpweiden sind auch hier schon aufgegeben worden. Jedem Bergsteiger ist der Anblick von Almen vertraut, die schon ganz verfilzt und verwachsen sind und wo sich vielleicht noch einige Stück Jungvieh die letzten Gräser zusammenrupfen.
Hier haben wir mit dem LIFE Projekt im Sinne der Arten- und Biotopvielfalt gegengesteuert. Unsere Partner waren die Almbauern und weitere Organisationen.
Die traditionellen Konzepte der Almwirtschaft sollen erhalten und belebt werden. Das bedeutet vereinfacht: ökologisch angepasste Kreislaufwirtschaft. Welche Strukturen haben wir mit dem LIFE Projekt unterstützt?
Schwendarbeiten (Entfernen von Jungbäumen und Hochstauden)
Koppelung (Zäunung) auf bestimmten Flächen, wie dem alten Alm-Anger
Umtrieb (Verteilung des Viehs) zwecks gleichmäßiger Abweidung
Geregelte Wasserversorgung (Tränken, Brunnen)
Flächenpflege (Mahd).
Als besonderer Naturschutzaspekt kommt die zeitweilige oder dauernde Auszäunung sensibler Flächen dazu. Das sind meist Seen, Tümpel, Moore oder Quellfluren.
In den Alpen findet man noch vitale Strukturen einer "nicht-globalisierten" Kreislaufwirtschaft. Kölblalm, Johnsbach
Gemeinsame Anstrengungen für Natur und Kultur
Nationalparkgelder, ÖPUL-Förderungen und LIFE-Mittel erlauben gemeinsam ein zwar arbeits-intensives, aber schonendes und nachhaltiges Almerhaltungskonzept. Als Musterprojekt kann die Sulzkaralm genannt werden, auf der etliche Vorhaben schon umgesetzt wurden. Diese Alm mit ihrer Weidegenossenschaft bildete den LIFE - Schwerpunkt.
Neben einigen FFH-Waldvogelarten, die auch die Waldränder und Freiflächen als Lebensraum brauchen, haben auch das Birkhuhn, die Gelbbauchunke und seltene Magerwiesen- und Moorhabitate von den Investitionen profitiert.
Viele Vogelarten brauchen im Gebirge die offenen Grasflächen und die Waldränder - auch die Almen. Birkhuhn, Johnsbach. Foto: Bildband
Besondere Sorgfalt mit Wasser und Pflanzen
Es kommt einem fast absurd vor, wenn man sich in unserem nicht gerade regenarmen Gebiet Sorgen um das Wasser machen muss.
Wenn sich aber niemand mehr um Brunnen und Tränken kümmert, werden Tümpel, Moore und Quellen auf der Suche nach Wasser heimgesucht und verschmutzt. Im Karst kommt es häufig vor, dass die spärlichen Quellchen dann zertreten werden und versickern.
Ehemals saftig grüne Angerwiesen mutieren zu überdüngten "Lägerfluren", wenn man sie nicht mehr pflegt. Und am Ende wird der triste "Plotschenboden", der einst ein schöne Blumenwiese war, wieder dem Wald und den Latschen überlassen.
Diesem durchaus umstrittenen Kapitel - natürliche Dynamik oder Artenschutz mit Eingriffen? - widmete sich das LIFE-Teilprojekt "Alte Almen". Auf der Wolfbauern-Hochalm (Zinödl) und auf der Eggeralm (unweit Ennstaler Hütte) wurde die Verbuschung in wochenlangen Einsätzen wieder für eine Zeitlang zurückgedrängt, um die Lebensräume für das Birkhuhn zu erhalten.
Der bildhübsche Sulzkarsee war bis 2006 durch künstliche Wasserzuleitung, Weidedruck und Fischbesatz überdüngt.