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Life Action A1:
Gewässer-Auen-Leitlinie „Enns“ (Partnerprojekt)
Ennsleitlinie von Selzthal bis Hieflau (PDF 7.5 MB)
Last update: Ende 2011; abgeschlossen
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Abschnitt 1: Die Enns verläuft zwischen Selzthal und Gesäuse- Eingang auf 18 km Strecke im NATURA 2000 Gebiet AT2205000 und ist durchgehend reguliert.
Abschnitt 2: Vom Gesäuse-Eingang bis Gstatterboden durchfließt die Enns auf 8 km naturnaher Strecke das NATURA 2000 Gebiet AT2210000 (Nationalpark). Es ist die einzige verbliebene Naturstrecke des Flusses!
Abschnitt 3: Vom Stausee Gstatterboden legt der Fluss nochmals 8 km im NATURA 2000 Gebiet AT2210000 in einer fast unberührten Felsschlucht bis Hieflau zurück. Das Flussbett fällt aber über längere Perioden fast trocken.
Die drei Flussabschnitte sind in den aktuellen Bewertungsentwürfen zur Wasserrahmen-Richtlinie jeweils verschieden eingestuft.
Infos zur WRRL Steiermark
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Der Enns-Seitenarm in der Lettmair Au wurde 2005 und 2006 mit Baggereinsätzen geöffnet. Seither ist die Silberweiden-Au unweit der Johnsbachbrücke mit neuem Leben erfüllt. Je nach Wasserstand schlängelt sich der Aubach bescheiden unter dem Themenweg durch oder wälzt sich eindrucksvoll breit daher. Bei sehr niederem Wasserstand versinkt das Gerinne im Schotter und nur mehr einige Tümpel bleiben übrig: So funktioniert eben eine Au.
Auf diese Art soll es an der Enns weitergehen - frisches Leben in längst versandete Flutarme, neue Lebensräume anstatt steriler Normverbauungen.
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Baggereinsatz 2005: Der Flutarm Lettmairau wird geöffnet
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Insgesamt vier Enns-Workshop in den Jahren 2005, 2007, 2008 und 2009 haben eine Fülle von Ideen für die Zukunft des Enns-Flusses zwischen Paltenspitz und Hieflau gebracht. Zusätzlich wurde 2007 und 2008 die Leitlinie des Schutzwasserbaues im steirischen Ennstal intensiv diskutiert. Neben einem zentralen Hochwasser-Sicherheitskonzept geht es primär um Flussbelebung und Renaturierungen.
Ende 2006 wurde ein Teil dieses Konzeptes, der Paltenspitz bei Selzthal realisiert. Auf rund 5 Hektar wurde dem Fluß hier Spielraum gegeben, alte Flutarme wurden rekonstruiert und die Uferböschung der Gestaltungskraft des Wildflusses überlassen. Die anlaufenden Flutwellen finden hier auch etwas Raum zum Abbremsen, einen sogenannten "Retentionsraum". Für die optimale Abstimmung haben wir uns die Mitarbeit des Institutes für Gewässerökologie der Boku Wien (Jungwirth/Muhar) gesichert.
2009 wurde das nächste große Arbeitspaket an der Steirischen Enns als LIFE+ Projekt bei der Europäischen Union eingereicht und 2010 genehmigt.
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Die Lettmairau ist seit der Schneeschmelze 2006 mit neuem Leben erfüllt. Ähnliche Strukturen, aber im größeren Umfang, gibt es seit Anfang 2007 im Mündungsgebiet der Palten.
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Leitlinie Abschnitt 1: Paltenmündung bis Admont/Gesäuseeingang
(Einstufung WRRL "grau")
Technische Verbauungen, die mangelhafte Anbindung bzw. Entwicklung von Altarmen und Begleitbiotopen, und denaturierte Mündungs- strecken von Zubringern beeinträchtigen den begradigten Flusslauf. Auf den Fischbestand wirken sich die Schwällen von den Kraftwerken Sölk und Salza sehr negativ aus.
Parallel zum LIFE Projekt wurde bereits ein Managementplan für das Vogelschutzgebiet im Auftrag der Landesnaturschutzbehörde erstellt. Diese Studien sollen in das Gesamtkonzept für den Flussraum einbezogen werden. Von 1995-1998 fand in Mooren und Feuchtwiesen dieses Gebietes bereits ein LIFE-Projekt statt (Pürgschachenmoor).
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Die täglichen "Gezeiten" der Kraftwerks- turbinen raffen Fischlaich, Vogeleier und Kleingetier hinweg.
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Leitlinie Abschnitt 2: Ennslauf von Gesäuseeingang bis Gstatterboden
(Einstufung WRRL "grün")
Gewässermorphologisch naturbelassen, Fließdynamik schwach beeinträchtigt: Der Schwellbetrieb der Kraftwerke Sölk und Salza ist auch hier noch merkbar. Örtliche Uferschutz - Einbauten sind weniger störend als der ansteigende Besucherdruck. Die Outdoor - Welle boomt: Etliche Trendsport-Aktivitäten konzentrieren sich auf den Wildfluss im Nationalpark.
Dass der Kraftwerks-Schwellbetrieb auch im Gesäuse ein Thema ist, verdeutlicht diese Grafik
Hier sind die Online-Pegelstände der Enns in Gstatterboden einsehbar.
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Im Eingangskatarakt kann sich die Enns nochmals richtig austoben ...
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Leitlinie Abschnitt 3: "Kummerbrücken- strecke" von Gstatterboden bis Hieflau
(Einstufung WRRL "schwarz")
Morphologisch völlig naturbelassen, ist die Restwassersituation im Natura 2000 Gebiet zeitweise unbefriedigend. Mit dem Bau des Triebwasserstollens für die zweite Ausbaustufe, wodurch nunmehr eine Maximalentnahme von 90.000 l/s möglich ist, hat sich die Restwassersituation zwar deutlich verbessert (kontinuierliche Abgabe auch im Winter, im Sommer dynamisiert), den Empfehlungen der Wasserrahmen-Richtlinie wurde aber nicht gefolgt.
Immerhin hat der Kraftwerksbetreiber AHP auch einen Fischaufstieg am Wehr Gstatterboden errichtet, sodass diese jahrzehntelange Totalbarriere seit 2010 entschärft ist. Damit ist die Enns ab Wandau sowie der Erzbach wieder an die obere Enns angebunden. |
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... bevor sie ihre Kräfte in den Dienst der Überflussgesellschaft stellen muss.
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Die konkreten Enns-Maßnahmen
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- Anbindung bzw. Reaktivierung reliktärer, durch Regulierungen abgetrennter Flussarme (wie z.B. Paltenspitz)
- Sanierung/ Anbindung verlandeter Altarm-Bereiche (wie z.B. Lettmair Au)
- Rücknahme bestehender Uferstabilisierungen, Förderung dynamischer Mündungsbereiche, Erosions- und Sedimentationszonen (wie z.B. Johnsbach).
- Extensivierung der Grünlandnutzung im Auenniveau
- Initiieren von Auwaldbeständen als Pufferzonen zwischen Augewässern und Kulturlandschaft (wie z.B. Krapfalm, Johnsbach Uferzonen)
- Konzept und Umsetzung der Besucherlenkung
Eine umfassende Problemanalyse wurde bereits 1996 erarbeitet:
Jungwirth, M. et al: Die steirische Enns – Fischfauna und Gewässermorphologie. 260 S., Univ. f. Bodenkultur, Wien 1996
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