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   Die LIFE - Gewässerprojekte: Enns, Palten und Johnsbach

 Last Update: 31.12.2011; abgeschlossen

A1. Leitlinie und Managementplan Enns
A2. Managementplan Johnsbach
C1. Maßnahmen Enns
C2. Rückbau Johnsbach
C4. Naturwaldmanagement Auen
C3. Zielartenprogramm Fische (Enns)
D1. Neophyten-Management Auen
F1. Monitoring Zielarten Enns
F6. Monitoring Quellen

Das Kulturland im Admonter Becken und im Gesäuse wurde der Natur in harter Arbeit abgerungen. Dieser Kampf ist wohl nie zu Ende, und der Trend zu mehr Naturnähe kann aus diesem Grund nur schrittweise umgesetzt werden.

Dennoch sollten denaturierte Gewässerabschnitte in Natura 2000 Gebieten nicht auf ewig so bleiben. Die Abgleichung der Naturschutzziele mit  Gefahrenschutz– und Sicherungs- maßnahmen ist in Zusammenarbeit der zuständigen Behörden und der Bevölkerung möglich.

Für die Revitalisierungen an Fluss und Bächen konnte der Nationalpark gleichgesinnte Partner gewinnen: die Fachabteilung 19b / Schutzwasserbau des Landes Steiermark und die Gebietsleitung der Wildbach- und Lawinenverbauung!

 

Fichte und Ahorn - eher ungewöhnliche Pioniere auf Schutt
Die letzte, noch ganz natürliche Strecke der Enns liegt im Gesäuse - rund acht von insgesamt 250 Kilometer ...

Kanal statt Mäander

Der Blick übers Admonter Becken ins Gesäuse zeigt die alten Mäanderschlingen und die Flussbegradigungen, die mit einer Reihe von "Durchstichen" schon ab dem 14. Jahrhundert einsetzten. Heute sind die Ufer der Enns zwar schön bewachsen, Längsverlauf und Querprofile sind aber sehr einförmig.

Den Hochwässern hat das nicht wirklich Einhalt geboten, wie dieses eindrucksvolle Hochwassermotiv des Ennsbaumeisters Manfred Marko aus dem Jahr 2002 recht deutlich zeigt.

Mit der Enns-Leitlinie wurden nicht nur kurzfristig realisierbare kleine Maßnahmen  angedacht. Denn allein die 35 Flusskilometer zwischen Paltenspitz und Hieflau bergen ein gewaltiges Naturpotential.

Zur Enns - Leitlinie

 

Österreichs "längster Fluss"!

Die Enns ist Österreichs längster Fluss, der zur Gänze (also von der Quelle bis zur Mündung) im Bundesgebiet verläuft.  Das Gesäuse liegt etwa im Mittelteil. Oberhalb ist der Fluss großteils reguliert, unterhalb von einer Kraftwerkskette zerstört.

Die Informationen in den folgenden Links stammen vom Institut für Hydrobiologie und Gewässermanagement (IHG / Boku Wien), das die wissenschaftliche Gesamtbetreuung des LIFE-Ennsprojektes durchführte.


Diagramm Gerinne-Bettstruktur

Diagramm Uferstruktur

Diagramm Fischarten

 

LIFE - Umfassende Maßnahmen
für Wildfluss und Seitenbäche

Das LIFE-Ziel war ein Beitrag zur nachhaltigen Verbesserung der Lebensräume an der Enns und zur besseren Anbindung der Zubringer.
Eingriffe an den Uferverbauungen und im Forst sowie die Wiedereinbindung von Aubereichen haben die Überlebenschancen gefährdeter Tiere und Pflanzen verbessert.

Die  Restwasserstrecke unterhalb des Stauwehres von Gstatterboden blieb außerhalb des LIFE Projektes, ist aber seit 2010 besser mit Restwasser versorgt und mit einem Fischaufstieg in Gstatterboden ausgestattet.


Projekt A1. Leitlinie und Managementplan Enns
Projekt C1. Maßnahmen Enns
Projekt C4. Waldmanagement Auen
Projekt D1. Neophyten-Management Auen




So sieht es zwischen Liezen und Admont auf weiten Strecken aus (Foto: Jungwirth)



Die intensive Nutzung der Gesäuse-Enns durch den Bootstourismus - letzte attraktive Naturstrecke! - schafft Probleme und musste besser geregelt werden.

Projekt A5. Besucherlenkungskonzept
Projekt D2. Gebietsaufsicht - "Enns-Ranger"
Projekt E3. Verhaltensfolder Natura 2000
Projekt E4. Maßnahmen - Beschilderung

Zum LIFE - Öffentlichkeits - Projekt


Die dichte Konzentration an naturgemäßen Sicherungs- und Rückbaumethoden im LIFE-Gesäuse Projekt ist natürlich auch für die Fachwelt interessant. Dem Austausch mit Experten dienen Workshops und andere Veranstaltungen.

In Europa sind derart fantastische Wildwässer leider sehr selten geworden.

Europaweit geschützte FFH-Arten, denen all diese Maßnahmen Freude bereiten sollten, sind Strömer, Koppe, Huchen und Bachneunauge, der Eisvogel, der Fischotter und vielleicht auch die fast schon ausgestorbene Tamariske. Für diesen Uferpionier führt der Nationalpark derzeit ein Aufzucht- und Ansiedelungsprojekt durch.


Projekt C3. Zielartenprogramm Fische (Enns)
Projekt F1. Monitoring Zielarten Enns

Zum LIFE - Monitoring

Das seltsame Bachneunauge ist vom Aussterben bedroht  und im Gesäuse nur noch  in Restbeständen heimisch


Das Projekt Johnsbach

Die rund fünf Kilometer lange „Zwischenmäuer- strecke“ des Johnsbaches ist jener Abschnitt, der zwischen dem Ort Johnsbach und der Mündung beim Weidendom den Nationalpark durchquert. Hier wurde der talverwüstende Wildbach in den 1950er und 60er Jahren hart an die Kandare genommen. Der gesamte Talboden ist von Sicherungsbauten durchzogen.

Das LIFE Projekt gibt uns die historische Chance, Hochwasser-Schutztechnik und Gewässerökologie auf einen gemeinsamen Nenner zu bringen. Die Arbeiten wurden im Herbst 2006 begonnen und 2010 abgeschlossen.

Zum Johnsbach - Projekt
Nicht nur für Jungfische war der Anblick der Johnsbachmündung trist. Er ist nun zu einem strukturreichen Delta umgewandelt worden.



Das Projekt Paltenspitz

Mit der Einreichung des LIFE Projektes konnte die Fachabteilung 19b des Landes Steiermark fünf Hektar Grund an der Paltenmündung bei Selzthal erwerben.



Zum Palten - Projekt
 
Bei der Paltenmündung: Ein "Klein - Amazonas", der sich nun auf mehreren Hektaren entwickeln darf.

Projekt "Quellen und Feuchtbiotope"

Einen ganz besonderen Stellenwert nehmen im Gesäuse die Quellen und ihre Biotope ein. Die Gesäuseberge sind zum größten Teil verkarstet, das heißt, das Wasser fließt unterirdisch ab und kommt teils im Tal, teils auch an den Berghängen wieder zutage. 

645 Quellen und über 100 Kleingewässer sind im Nationalpark Gesäuse von 2003 bis 2010 kartiert worden. Beeinträchtigungen entstehen örtlich durch Straßen, Trinkwasserfassungen oder durch das Weidevieh auf den Almen. Im LIFE Projekt zählen vor allem die Almquellen und Tümpel zu den Schutzgütern mit Management-Bedarf.


Zum Quellen - Projekt




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Quellen sind im Karst oft die einzigen Gewässerbiotope weit und breit. Ihre Lebewelt ist durch die Isolation einzigartig.