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Das dreijährige EU-Projekt ECONNECT ist das größte derzeit laufende internationale Projekt zur Verbesserung der ökologischen Vernetzung in den Alpen.
16 Projektpartner aus der EU (Österreich, Frankreich, Deutschland, Italien und Slowenien) und außerhalb der EU (Schweiz und Liechtenstein) arbeiten daran gemeinsam in den kommenden drei Jahren.
Das Projekt wird vom Forschungsinstitut für Wildtierkunde und Ökologie der Veterinärmedizinischen Universität Wien koordiniert.
Die weiteren Partner aus Österreich sind das Institut für Ökologie der Universität Innsbruck, das Umweltbundesamt, der Nationalpark Hohe Tauern - UND der Nationalpark Gesäuse.
In der Pilotregion "Nördliche Kalkalpen/Eisenwurzen/Gesäuse/Dürrenstein" organisiert der Nationalpark Gesäuse gemeinsam mit des Schutzgebietsverwaltungen NP OÖ Kalkalpen und Wildnisgebiet Dürrenstein alle Aktivitäten im Rahmen von ECONNECT.
Aktuelles aus der Pilotregion
Nach unseren Informationsveranstaltungen in den drei Bundesländern zu Beginn des Jahres 2009 wurden im Frühsommer bis Herbst rund 170 Personen zu ihren Vorstellungen und Ideen zur Vernetzung von Lebensräumen befragt. Die Ergebnisse dieser Interviews wurden am 9. Dezember im Besucherzentrum Ennstal präsentiert. Download der Präsentation vom 9.12.09
Ab Februar ist die Ausarbeitung von gemeinsamen Projekten in vier Arbeitsgruppen („Fließgewässer“, „Wald“, „Wiesen, Weiden & Almen“ sowie „Kommunikation – Regionalentwicklung“) geplant.
Nähere Informationen zu den geplanten Aktivitäten und zum Projekt erhalten Sie bei Lisbeth Zechner lisbeth.zechner@nationalpark.co.at oder Daniel Kreiner daniel.kreiner@nationalpark.co.at Tel. 03613 21000.
Link zum ECONNECT-Folder der Pilotregion
Link zur Karte der Pilotregion
Informationen zum Projekt
Die Alpen sind die wohl am intensivsten ausgebeuteten Gebirgszüge Europas, gleichzeitig beherbergen sie aber auch einen von Europas größten Pools an Biodiversität: Mit über 30.000 Tier- und 13.000 verschiedenen Pflanzenarten ist die biologische Vielfalt in den Alpen von unschätzbarem Wert.
Damit diese vielfältige Tier- und Pflanzenwelt aufrechterhalten werden kann, müssen die Tiere und Pflanzen die Möglichkeit haben zwischen verschiedenen Habitaten zu wandern – besonders in Zeiten des Klimawandels. Doch wir Menschen hindern sie daran durch die von uns gezogenen Barrieren: dicht besiedelte Gebiete, Autobahnen und Eisenbahntrassen, Flussverbauungen und Kraftwerke.
Politische Grenzen bedeuten unterschiedliche Regeln im Naturschutz; grenzüberschreitender Schutz des alpinen Raumes ist noch immer nicht umsetzbar.
Ziel des Projektes
Als Ergebnis des Projektes sollen primär ökologische Verbindungen im alpinen Raum verstärkt werden. In die Gesamtbetrachtung kommen nicht nur bereits geschützte Zonen (z.B. Nationalparks), sondern ebenso Landstriche und Landschaftskorridore mit hoher Biodiversität als Verbindungselemente. Ein Netzwerk alpiner Ökosysteme über Landesgrenzen hinaus soll da wieder entstehen, wo der Mensch Barrieren und Grenzen gesetzt hat.
Ökologischer Verbund in der Region
Die Nationalpark Gesäuse GmbH ist ECONNECT-Projektpartner und möchte im Rahmen des Projektes in enger Zusammenarbeit mit den Schutzgebietsverwaltungen des Nationalparks Oö. Kalkalpen und des Wildnisgebietes Dürrenstein einen umfassenden, transparenten Planungsprozess für einen „Ökologischen Verbund“ in der Region starten!
Wichtig ist dabei die rechtzeitige und umfassende Einbindung aller InteressensvertreterInnen, die an diesem Projekt mitarbeiten möchten. Dazu zählen neben den Schutzgebietsverwaltungen vor allem Grundeigentümer und Nutzungsberechtigte, VertreterInnen der Land- und Forstwirtschaft, der Jagd und Fischerei, des Wasserbaus sowie der Wildbach- und Lawinenverbauung, der Raumordnung und Regionalentwicklung.
Kultur, Wirtschaft und Tourismus
Die Projektregion ist von der gemeinsamen Geschichte des Kulturraumes Eisenwurzen mit seiner mehr als 800jährigen Nutzungsgeschichte geprägt. Auch heute noch bildet sie einen Kultur- und Wirtschaftsraum. Waren früher die Erzgewinnung und -verarbeitung der wirtschaftliche Motor, so sind es heute Tourismus und Landwirtschaft.
Der Landschaftscharakter der Kalkalpen ist von wuchtigen Bergstöcken mit schroffen Felswänden aus Kalk- und Dolomitgesteinen neben bewaldeten, sanftwelligen Mittelgebirgsketten aus weichen, sandigen, mergeligen und schiefrigen Gesteinen geprägt.
Weiträumige Gebiete mit geringer Siedlungsdichte und wenig Zerschneidung, großer Waldreichtum (>80 %), eine klein strukturierte Kulturlandschaft, großer Artenreichtum und eine hohe Zahl an Ostalpen-Endemiten (Arten, die nur hier vorkommen) sowie die große Zahl an bereits bestehenden Schutzgebieten mit einer Gesamtfläche von mehr als 200.000 ha zeichnen das Gebiet aus.
Die Region dient auch als Bindeglied zu den östlichen Ausläufern der Alpen mit Verbindung in Richtung Karpaten sowie zu den weiter westlich liegenden Schutzgebieten in den Alpen (z.B. Niedere und Hohe Tauern).
Einbinden und profitieren
Aber nicht nur die Natur, sondern auch die Region und ihre Bewohner sollen vom Projekt ECONNECT Projekten profitieren. Als Vision kann die Schaffung einer starken Marke „Region der Natur“, die für naturräumliche Besonderheiten, Qualität und Nachhaltigkeit steht und die Regionalwirtschaft fördern könnte, gelten. Auch die Bewerbung als „Weltnaturerbe“ der UNESCO wird angedacht.
Ausgewählte Links:
Die Projektregion
Wildnisgebiet Dürrenstein
Nationalpark Oberösterreichische Kalkalpen
Naturparke Österreich
Netzwerk Alpiner Schutzgebiete
Ökologische Netzwerke in den Alpen
Internationale Alpenschutzkommission CIPRA
ECONNECT-Projekt alpenweit
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