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Klima und Wetter im Gesäuse

Das Gesäuse steht wie der gesamte Westen und Norden Österreichs unter Einfluss des feuchtgemäßigten, mitteleuropäisch-ozeanischen Klimas. Dieses wird geprägt durch die vorherrschenden Westwinde, die Niederschlagsfronten vom Atlantik herantragen.

Die gesamten Nördlichen Kalkalpen zählen zum Nordstaugebiet. Das heißt: Wolken aus dem Norden stauen sich an dieser Gebirgskette und es kommt zum Abregnen der feuchten Luftmassen.

Rund die Hälfte aller Niederschläge in Österreich fallen entlang dieser relativ schmalen Prallhang-Zone, die durch das gesamte Bundesgebiet von West nach Ost zieht!

Bergwald in frischem Taunass
Bergwald in frischem Taunass nach Auflösung letzter Nebelreste

Niederschlag

Für die Witterung sind häufige und teilweise auch anhaltende Niederschlagsperioden mit beachtlichen Wassermengen (1200 bis über 2500 mm pro Jahr) charakteristisch. Im Vergleich dazu bewegen sich die Niederschlagswerte der Landeshauptstadt Graz um 860 mm und die der Bundeshauptstadt Wien um 620 mm. Die Niederschlagsmenge nimmt mit der Seehöhe zu. Jahreszeitlich fallen die meisten Niederschläge im Sommer.

Von großer Bedeutung aufgrund ihrer Katastrophenwirkung sind die Starkregen- ereignisse, vor allem im Zuge von Gewitter- regen, die Muren und Geschiebelawinen auslösen können. Solche Einzelereignisse können im Extremfall binnen einer Stunde bis zu 70 Liter Wasser pro Quadratmeter über die Landschaft schütten.

Daneben findet sich ein kleines Niederschlags- maximum im Winter, welches zum Teil beträchtliche Schneemengen mit sich bringt und dann rasch zu großer Lawinengefahr im Gesäuse führt.

Die Enns nach einem Frühwintereinbruch
Die Enns nach einem Frühwintereinbruch

Schönwetter

Häufiges Schönwetter garantieren vor allem Wetterlagen mit südlicher Strömung. Dabei sind im Winter Föhnperioden häufig, die warme Tauwetterperioden einleiten. Föhnstürme hinterlassen oft ausgedehnte Windwurfflächen im Waldgebiet.

Der Spätsommer und Herbst zählen durch den Rückgang der Nordstaulagen zu den schönsten und stabilsten Perioden im Jahr. Doch auch im Winter kann es oft länger anhaltendes Hochdruckwetter geben. Dabei kommt es oft zur Bildung von Inversion. Es ergibt sich eine Umkehrung der Temperaturwerte und in abgeschlossenen Tal- und Kessellagen bilden sich Kaltluftseen aus.


Die Gesäuseberge von Norden.
Die Gesäuseberge von Norden. Im Vordergrund fagt die Burg Gallenstein aus dem Nebel.

Lokale Unterschiede

Es gibt regionale und lokale Unterschiede - sowohl bei Häufigkeit und Menge der Niederschläge, als auch bei den mittleren Temperaturwerten und der Anzahl der Schönwettertage.

Im Ennstal und den Bereichen südlich davon macht sich zum Teil die abschirmende Wirkung der nördlichen Gesäuseberge bemerkbar. So sind die regionalen Niederschlagszentren eher im Buchsteinmassiv und um den Tamischbachturm zu finden.

Im Admonter Talboden haben wir eine mittlere Niederschlagsmenge von 1200 mm im Jahr und im Winter liegt zäher Nebel in diesem Kaltluftsee. In Hieflau werden im Schnitt 1433 mm gemessen, obwohl der Ort wesentlich tiefer liegt. Im zentralen Bereich um Gstatterboden macht sich die abschirmende Wirkung der umgebenden Buchsteingruppe mit weniger Niederschlag bemerkbar. Da die Gesäuseschlucht gut durchlüftet ist, lösen sich die Talnebel meist rasch auf.


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Der Admonter Reichenstein von Johnbach aus gesehen
Der Admonter Reichenstein von Johnsbach aus gesehen, das sich durch seine Nebelfreiheit auszeichnet