2017 - Quellkartierung Buchstein West

2017 wurden im Zuge der Quellkartierung 52 Quellen auf der Westseite des Buchsteins registriert. Sie liegen größtenteils außerhalb des Nationalparks, beziehen aber ihr Wasser aus Bereichen des Nationalparks.

2017 wurden im Zuge der Quellkartierung 52 Quellen auf der Westseite des Buchsteins registriert. Sie liegen größtenteils außerhalb des Nationalparks, beziehen aber ihr Wasser aus Bereichen des Nationalparks.

Autor(en): Haseke H., Remschak Ch.

Die Kartierung umfasste die Westseite der Buchsteingruppe, die großteils zum Buchaubach (Weißenbach) und im Süden über einige kleine Gräben zur Enns entwässert. Insgesamt wurden 140 Gewässerpunkte, davon 52 Quellaustritte registriert.

Damit steigt die Gesamtzahl der Quellen, die seitens der Nationalparkverwaltung in der Region erfasst und dokumentiert sind, auf 930 an. Die hier beschriebenen Quellen liegen alle außerhalb der Nationalparkfläche, beziehen jedoch ihr Wasser zum großen Teil von dort. Geologisch ist der Buchstein - Hauptstock aus der bekannten Schichtfolge der kalkalpinen Trias aufgebaut. Vorbergzüge aus mächtigem Wetterstein- oder Ramsaudolomit steilen sich zum gebankten Dachsteinkalk auf, der die Wände und Gipfel formt (Gr. Buchstein 2.224 m). Die Hänge und Talungen sind von quartären bis rezenten Lockergesteinsmassen, wie Moränen, Hangschutt und Schuttströmen erfüllt. Vereinzelt sind die Hangschuttpolster zu Brekzien verkittet. Im Lauferwald stehen entlang der Gesäusestörung (SEMP) die kreidezeitlichen Gosauschichten an. An solchen Schicht- und Schuppengrenzen wird oft Grund- und Karstwasser an die Oberfläche gedrückt.

Die Kartierung fand bei relativ trockenen Witterungsverhältnissen und moderatem Niederwasser statt. Die einigermaßen ergiebigen Quellen kommen alle erst im untersten Hangviertel zutage (Median bei 890 m). Höher als in 1.200 Meter Seehöhe gelegene Quellen sind meist sehr klein, in den schroffen Geländeformationen nur schwer zu erreichen und wurden i.A. nicht aufgesucht.

Größere Quellhorizonte entspringen in der Talenge „Pulvermacher“ (Mündung Langgrießgraben) und beim Gasthof Fischerhütte. Größere, etwas höher gelegene Einzelquellen haben aber auch der Grießbach, der Schliefgraben und der Kleine Billbach sowie im Südabschnitt der Mühlbachgraben, der Brunnergraben und der Ritschenbach zu bieten. Die Quellen sind durchwegs kalt, der T-Median liegt bei 7.6° C. Das Spektrum der Mineralisierung ist großteils unauffällig: die großen Karst- und Kluftquellen haben Leitfähigkeiten zwischen 200 und 350 μS, nur einige tiefere Quellsysteme aus salinaren Gesteinshorizonten überschreiten die 500 μS Marke. Der Median liegt bei 333 μS, d.h. leicht dolomitisch geprägte Wässer überwiegen. 21 Quellen erwiesen sich als in irgendeiner Form genutzt bzw. von Nutzungen betroffen, von Kiesabbau über Wegbrunnen und Hausversorgungen bis zu Fischteichen.

Amphibien waren im Gebiet selten anzutreffen. Das trockene Ambiente und das weitgehende Fehlen ruhiger bis stehender Gewässer ist generell nicht amphibienfreundlich. Einzig der Grasfrosch ist in den feuchten Schluchten präsent. Die FFH-Annex II Art Gelbbauchunke (Bombina variegata) kommt nur im Gebiet Lauferwald bis Lauferbauerinsel und als kleiner Inselbestand rechtsufrig Kl. Billbach vor. Der in der FFH-RL als prioritär eingestufte Steinkrebs (*Austropotamobius torrentium) wurde in Uferlöchern am oberen Buchaubach entdeckt; dieses Vorkommen sollte - wie überhaupt die Gesamtsituation dieser höchst gefährdeten Art rund um den Nationalpark - dringend näher untersucht werden.



Berichte und Veröffentlichung

Haseke H., Remschak Ch. (2017): Quellkartierung Buchstein West. St. Gallen bis Buchauersattel, Wengerbach bis Ritschenbach. Im Auftrag der Nationalpark Gesäuse GmbH. 60 S.

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