2007 - Holzbewohnende Porlinge im Nationalpark Gesäuse

Auf 10 Untersuchungsflächen wurden gut 50 Arten an Porlingen nachgewiesen.

Auf 10 Untersuchungsflächen wurden gut 50 Arten an Porlingen nachgewiesen.

Autor(en): Pock B.

In der vorliegenden Untersuchung wurde in zehn ausgewählten Naturwaldparzellen im Nationalpark Gesäuse der Artenbestand an Porlingen (Aphyllophorales, Polyporaceae) erhoben. Die Waldparzellen repräsentieren die im Nationalpark vorherrschenden Waldgesellschaften. Neben montanen Buchenwäldern, Buchen-Tannen-Fichtenwäldern mit einem Anteil an Lärchen-Zirbenwäldern wurde auch ein Kiefernwald untersucht. Die meisten Arten sowie den höchsten Anteil an gefährdeten Arten haben dabei die baumartenreichen Fichten-Tannen-Buchenwälder durch das größere Substratangebot.


Für das Auftreten seltener Arten und die Naturnähe eines Waldgebietes ist nicht nur die Menge des anfallenden Totholzes maßgeblich, sondern auch die Qualität des Totholzes. Weiters treten im Nationalpark auch naturnahe Waldgesellschaft auf, die von Natur aus einen geringen Totholzanteil aufweisen.
Ziel eines Naturwaldmanagements sollte es nicht sein, einen bestimmten quantitativ festgelegten Totholzanteil für jedes Naturwaldgebiet zu fordern, sondern Bedingungen zu ermöglichen und zu schaffen, wie sie in Natur- und Urwäldern durch natürliche Ereignisse entstanden sind. Als Vorschläge für ein Naturwaldmanagement wird unter anderem das Belassen von Altholzinseln, von einzelnen Überhältern sowie von Windwurfnestern und die Erhaltung und Vermehrung von stehendem Totholz genannt.


Für die Vermeidung von Schäden durch den Borkenkäfer soll durch ausreichend Totholz ein natürliches Gleichgewicht zwischen den genannten Schädlingen und seinen Gegenspielern hergestellt werden.


Ferner wird die Ermöglichung der Naturverjüngung durch eine Reduktion des erhöhten Rotwildbestandes gefordert. Insgesamt wurden 52 Arten von Holz bewohnenden Porlingen und einige andere bemerkenswerte Vertreter aus anderen Gruppen der Aphyllophorales (Nichtblätterpilze) kartiert. 11 Arten gehören davon den Roten Listen gefährdeter Großpilze der Steiermark an. Climacodon septentrionale (Nördlicher Stachelseitling) ist neu für die Steiermark. Trichaptum laricinum, der Lärchen Violettporling, wird in der vorliegenden Arbeit zum ersten Mal aus dem Alpenraum beschrieben.



Berichte und Veröffentlichung

Pock B. (2007): Holzbewohnende Porlinge im Nationalpark Gesäuse. Endbericht. Im Auftrag der Nationalpark Gesäuse GmbH. Feldkirchen bei Graz, 82 S.

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