Hartelsgraben, Sulzkaralm und Hesshütte

Hartelsgraben, Sulzkaralm und Hesshütte

 

Eine beindruckende Tour und eine der liebsten Wanderungen von Tamara Höbinger (Fachassistentin Naturschutz & Kommunikation)

 

Karte Hartelsgraben

  • Ausgangspunkt: Parkplatz beim Hartelgraben (direkt an der Gesäuse-Bundesstraße)
  • Endpunkt der Wanderung: Wirtshaus/Parkplatz Kölblwirt in Johnsbach
  • Seehöhen: Parkplatz Hartelsgraben 521m, Sulzkaralm 1.453m, Sulzkarhund 1.821m, Hesshütte 1.699m, Johnsbach 860m, Zinödl 2.191m
  • Gehzeit: Hartelsgraben – Sulzkaralm – Hesshütte: ca. 5h. Hesshütte – Johnsbach: ca. 2h. Optional Hesshütte – Zinödl (nur Aufstieg!): 1½h über Normalweg bzw. 2h über Panoramaweg
  • Schwierigkeit/Wegbeschaffenheit: mäßig schwierige Wege und Steige in unterschiedlichem Gelände, zum Teil steil aber nie ausgesetzt, gutes Schuhwerk erforderlich
  • Besonderheiten: Themenweg Hartelsgraben, Hochgebirgspanoramen, naturnahe Wälder, artenreiche Almlandschaft, Murmeltiere, Lärchenwald
  • Einkehrmöglichkeiten: Hesshütte, Kölblwirt (Johnsbach)

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Meine Lieblingswanderroute führt durch den Hartelsgraben auf die Sulzkaralm, weiter auf die Hesshütte und endet im Johsbachtal. Diese Route finde ich besonders schön, da sie das Erlebnis wilder Waldlandschaft, blühender Almflächen, alpine Berglandschaften und die Gemütlichkeit der Einkehr in einer Almhütte vereint. Der erste Teil der Strecke führt durch den Hartelsgraben auf Weg Nr. 665 über die älteste Forststraße der Steiermark! Die kühle, feuchte Luft im Schluchtwald ist an warmen Sommertagen eine willkommene Erfrischung. Der Schluchtwald den man durchwandert, ist eine Besonderheit, da er zu den wenigen laubholzdominierten Waldtypen im Gebiet zählt. Die Geschichte der alten Forststraße und der ehemaligen intensiven Holzkohle Verhüttung wird entlang des Themenweges im Hartelsgraben anschaulich erzählt.

Sulzkarsee

Nach längerem Aufstieg entlang der alten Forstrasse erreicht man über den Weg 601 die ersten Weideflächen der Sulzkaralm. Diese besticht durch ihre herausragende Almlandschaft. Großgewachsene Fichten, Felsbrocken inmitten der Almflächen, kleine Moore mit Wollgras und ein kleiner See – der Sulzarsee - sind nicht nur Lebensraum für zahlreiche Tiere und Pflanzen, sondern begeistern auch das Auge des Wanderers. Hier ist es leicht, Murmeltiere oder Gämsen an den die Alm umgebenden Steilflanken zu beobachten. Kühe und Pferde weiden auf den Almweiden, die kleine Almhütte lädt zu einer kurzen Rast und Erfrischung am Brunnen ein.

Von der Sulzkaralm folgt man einem steilen Steig zum sogenannten Sulzkarhund, eine charakteristische Felsformation die in ihrer Form an einen Hund erinnert. Vom Sattel geht es dann ein Stück bergab weiter auf Weg Nr. 601 in Richtung Hesshütte wo man sich schließlich die wohlverdiente Jause gönnen kann. Neben einer herzhaften Mahlzeit und einem kühlen Getränk genießt man auf der Sonnenterasse den Blick auf die Hochtorgruppe und den Zinödl. Die ganz Sportlichen erklimmen auch noch den Gipfel des Zinödl auf Weg Nr. 662 bevor sie in der Hütte einkehren. Der „Panoramaweg" auf den Zinödl (Weg Nr. 62) bietet entsprechend seinem Namen eine eindrucksvolle Sicht auf die umliegenden Gesäuse-Gipfel und die Tallandschaft der Enns.

Vor Anbruch der Dunkelheit gilt es ins Tal abzusteigen. Der Weg Nr. 601 nach Johnsbach ist der kürzeste und sicherste. Zudem durchwandert man hier, kurz nach der Hesshütte, einen im Herbst gelb-erstrahlenden Lärchenwald. Im Johnsbachtal angelangt, nimmt man am besten ein Taxi der Gseispur, um rasch und unkompliziert wieder an den Ausgangspunkt, oder zur Unterkunft im Ort zurückzukehren.