Wilde Verfolgungsjagden im Gesäuse

Auf der Fährte des urigen Gamswildes während seiner „Hohen Zeit“

War der Juli die Zeit der Rehbrunft im Nationalpark und hörte man im September das mächtige Röhren der Brunfthirsche in den Gesäusewäldern, so kommt nun mit den ersten Nebelschwaden und Frosttagen die wilde Jagd der eigentlichen Charakterwildart im Gesäuse, die Zeit der Akrobaten der Gipfel- und Latschenregion, der Kletterkünstler in Fels- und Schuttflur. Es ist das Gamswild, das die steilen Hochlagen beherrscht, wo sich die Böcke in der Brunft – vielleicht schon beim ersten Schnee – wilde Verfolgungsjagden über schroffe Grate und fast senkrechte Rinnen liefern.

Ihre im Winterkleid dunkelbraun geschmeidigen Körper zeichnen sich deutlich ab gegen den kalkgrauen Fels, oft hört der gespannte Wanderer vorerst nur vereinzelte Steine poltern, bis ein schrilles heiseres  Pfeifen als Mahnlaut der Geis plötzlich ein paar Stücke aus der sicheren Deckung brechen lässt, die bald mehr werden und flüchtig abspringen.

Erst jetzt merkt der Besucher, dass er schon lange vom Rudel beobachtet war und nun aber die kritische Fluchtdistanz unterschritten hatte – hier heroben im Reich der Gams! So spannend und erlebnisreich könnte eine Beobachtungs- oder Fotoführung im Gesäuse sein,  die vom Nationalpark jetzt im Spätherbst angeboten und von den Berufsjägern der Steiermärkischen Landesforste geführt wird: Quasi Abenteuer pur in der freien Natur der Bergwelt.

Doch es gibt auch Sorgen um den Bestand dieses edlen Hochwildes im Gesäuse - der Lebensraum wird zunehmend eingeengt: durch Lawinen und Steinschlag, durch Skitourengeher, die sich nicht an vorgegebene Routen halten, oder Schneeschuhwanderer. Diese drängen das Wild in der Notzeit in tiefergelegene Schutzwälder, wo es durch selektiven Verbiss der kleinen Bäumchen durchaus auch Schaden anrichten kann!

Seit einigen Jahren nun wird der Gamswildbestand durch Zählungen ausgewählter repräsentativer Einstandsgebiete erhoben und auf das ganze Nationalpark-Gebiet hochgerechnet. So können Veränderungen, also Zu– oder Abnahme der Gamspopulation sowie deren Vitalität, gut beobachtet werden. Derzeit gehen wir von einem Bestand von zirka 400 Stück Gamswild aus, wobei sich die Rudelstärke in den letzten Jahren wieder erfreulich erholt hat. Durch ein aktuelles Forschungsprojekt von Veterinärmedizinern gemeinsam mit der Nationalparkverwaltung unter der Mitarbeit der Landesforste-Berufsjäger wird der Gesundheitszustand der Tiere untersucht. Es sollen keine Mühen gescheut werden, dieses urige Wild im Gesäuse in seinem natürlichen Habitat zu erhalten.

Und wenn sie den Unterschied wissen wollen zwischen einer „Bockg´haklt‘n Geis“ und einem „Geisg´haklt‘n Bock“, dann melden Sie sich rasch zu einer Gamswildführung an.

Noch sind Restplätze frei. Führungen können im Infobüro Admont (03613-21160-20, www.nationalpark.co.at) gebucht werden.



Allgemeine Presseanfragen:
Isabella Mitterböck, Tel. 0664/34 65 629

Die Fotos können in hoher Auflösung von www.nationalpark.co.at/de/presse heruntergeladen werden. Verwendung ausschließlich für Berichte im Zusammenhang mit dieser Presseinformation und unter Anführung der Bildrechte. Jede weitere Nutzung des Bildmaterials bedarf der Zustimmung der Nationalpark Gesäuse GmbH.

 

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