2007 - Vegetationsökologische Analysen unterschiedlich intensiv bewirtschafteter Almen im Nationalpark Gesäuse

Die Kölblalm bei Johnsbach.

Die Kölblalm bei Johnsbach.

Autor(en): Miller-Aichholz F.

In dieser Arbeit wurden drei Almen hinsichtlich Sukzession und Vorkommen von Pflanzengesellschaften untersucht. Die Almen befinden sich im südöstlichen Bereich des Nationalparks Gesäuse. Der Nationalpark befindet sich im Ennstal in der nördlichen Steiermark, Österreich.

Die drei Almen sind unterschiedlich intensiv bewirtschaftet. Bei der Haselkaralm handelt es sich um eine relativ intensiv bewirtschaftete Fläche, und ist vor allem durch Almweiden im klassischen Sinn charakterisiert. Im Jahr 2004 weideten hier 21 Stück Vieh an 97 Tagen. Es wird auch noch direkt auf der Alm Milchwirtschaft betrieben. Im Scheuchegg findet man als prägende Faktoren relativ nasse und meist mäßig steile Weiden sowie Schlag- bzw. alte Windwurfflächen. Hier weiden 19 Rinder an 64 Tagen im Jahr. Als wenig extensiv beweidete Alm gilt die Hüpflingeralm. Sie dient heute lediglich als Vorweide für die Rinder bevor diese ins Scheuchegg getrieben werden, ist also nur an wenigen Tagen im Jahr beweidet.

Die Almen wurden vegetationsökologisch nach dem System von Braun-Blanquet untersucht und durch Zuordnung von Pflanzengesellschaften ausgewertet. Dafür wurde an 72 Punkten jeweils eine Vegetationsaufnahme durchgeführt. Die Punkte erhielt man durch eine semiobjektive Methode. Mittels visueller Luftbildinterpretation und anschließender zufälligen Auswahl wurden Untersuchungsflächen ermittelt, auf denen dann im Freiland subjektiv die Aufnahmepunkte ausgewählt wurden.

Es zeigt sich, dass die Haselkaralm eindeutig durch Weidegesellschaften (80%), die Hüpflingeralm durch Hochstauden und Weiden (48%, 34%) und das Scheuchegg durch Hochstauden und Schlagfluren (50%, 17%) charakterisiert werden. Dieses Bild lässt sich gut mit der heutigen und vergangenen Bewirtschaftung vereinbaren.

Aus den so erhaltenen Daten und der vorhandenen Literatur wurde ersichtlich, dass die Artenzahl nach Nutzungsaufgabe zunächst nicht gravierend bedroht ist, jedoch das typische Bild der Almlandschaft sehr wohl. Ein über Jahrhunderte geschaffenes Ökosystem mit allen seinen Komponenten ist dadurch zum Verschwinden verurteilt. Die Flächen würden verbuschen und mehr oder weniger rasch eine Wiederbewaldung eintreten. Dies zieht weitere Gefahren nach sich, und würde die Attraktivität für den Erholung suchenden Menschen erheblich senken. Darum sollte das Interesse des Nationalparks auf der Beibehaltung der traditionellen Almbewirtschaftung liegen. Dazu dient der bereits vorhandene Managementplan „Almwirtschaft“.

Diese Arbeit stellt durch die Aufnahme des Ist-Zustandes die Grundlage für weitere Maßnahmen im Rahmen dieses Managementplanes dar.



Berichte und Veröffentlichung

Miller-Aichholz F. (2007): Vegetationsökologische Analysen unterschiedlich intensiv bewirtschafteter Almen im Nationalpark Gesäuse. Diplomarbeit an der Universität Wien. Wien, 115 S.

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