2007 - Der Urwald Rothwald als Leitbild für Bestandesumwandlungen in der Fichten-Tannen-Buchenwaldstufe im Nationalpark Gesäuse

Naturnaher Mischwald am Fuße der Tieflimauer - völlig ursprüngliche Urwälder wie im Rothwald gibt es im Gesäuse nicht.

Naturnaher Mischwald am Fuße der Tieflimauer - völlig ursprüngliche Urwälder wie im Rothwald gibt es im Gesäuse nicht.

Autor(en): Carli A.

Die Aufgabe für das Waldmanagement im jungen Nationalpark Gesäuse ist es, die über weite Strecken forstwirtschaftlich überprägten Bestände wieder an die potenziell natürlichen Waldgesellschaften heranzuführen. Aufgrund der flächendeckend intensiven Forstwirtschaft der letzten Jahrhunderte in ganz Mitteleuropa sind „Vorbildbestände“, im Sinne von Wäldern im natürlichen Urzustand, nur mehr in wenigen, kleinen Restbeständen vorzufinden. Dass der Urwald Rothwald, der nach ZUKRIGL et al. 1963 sowie LEIBUNDGUT 1993 den größte Uwaldrest der Ostalpen bzw. Mitteleuropas darstellt, nur knapp 40 km vom Nationalpark Gesäuse entfernt liegt, ist somit als Glücksfall zu werten! Umsomehr als Gesäuse und Rothwald auch hinsichtlich Geologie und Klimaraum eine hohe Vergleichbarkeit aufweisen. Der Urwaldbereich des Rothwaldes fällt jedoch nur in den Seehöhenbereich 940 bis 1480 m, sodass er vorrangig die obere Stufe der Fichten-Tannen-
Buchenwaldtypen der nördlichen Kalkalpen repräsentiert. Für die tiefergelegenen Waldgesellschaften (u.a. Buchenwälder der unteren Buchenstufe, Kiefernwaldtypen) sowie die subalpinen Waldtypen (subalpine Fichtenwälder, Lärchen-Zirbenwälder) können keine unmittelbaren Vergleiche gezogen werden.

Forstliche Standortserkundungen liegen sowohl für den Urwald Rothwald (ZUKRIGL 1961, ZUKRIGL et al. 1963) als auch für die Gesäusewälder vor (CARLI 2007). Die genannten Arbeiten erlauben einen differenzierten Vergleich der Standorts- und Bestandesverhältnisse. Desweiteren werden in vorliegender Arbeit anhand mehrerer Untersuchungen aus dem Urwald Rothwald die bestandesökologischen Unterschiede von Urwald und Wirtschaftswald für den Typ des nordostalpinen Kalk-Fichten-Tannen-Buchenwaldes herausgearbeitet.



Berichte und Veröffentlichung

Carli A. (2007): Der Urwald Rothwald als Leitbild für Bestandesumwandlungen in der Fichten-Tannen-Buchenwaldstufe im Nationalpark Gesäuse. Im Auftrag der Nationalpark Gesäuse GmbH. Weng, 56 S.

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