2007 - Spät- und postglaziale Vegetationsentwicklung im Oberen Moor - Sulzkaralm

Die in Mooren über Jahrtausende konservierten Pollen ermöglichen eine Rekonstruktion der Vegetationsentwicklung. Hier ein Moor auf der Sulzkaralm.

Die in Mooren über Jahrtausende konservierten Pollen ermöglichen eine Rekonstruktion der Vegetationsentwicklung. Hier ein Moor auf der Sulzkaralm.

Autor(en): Drescher-Schneider R.

Das Pollenprofil aus dem „Oberen Moor“ auf der Sulzkaralm ermöglicht die Rekonstruktion der Vegetationsentwicklung im Gebiet seit dem Beginn des letzten spätglazialen Interstadials bis in die Neuzeit. Der Pollen der spätglazialen, teils sandig-kiesigen, meist aber tonig-schluffigen Seesedimente widerspiegelt die Verhältnisse in den Tieflagen.

Die Umgebung des Sulzkars war während dieser ersten postglazialen Klimaerwärmung noch nicht bewaldet. Zwergsträucher wie die Silberwurz und Spalierweiden wuchsen in der Umgebung des Sees. Spätestens mit der klimatischen Besserung am Beginn des Postglazials um ca. 11'500 Jahre vor heute erreichten zumindest Weiden (Salix waldsteiniana) und Latsche (Pinus mugo), bald auch Birken und Fichten das Sulzkar. Erste sehr schwache Hinweise auf eine gewisse Auflichtung der Wälder zeichnen sich während der späten Bronzezeit ab. Beweise für Weidewirtschaft zu jener Zeit fehlen jedoch. Die jüngste Geschichte ist auf wenige cm Sediment beschränkt. Rodungen während der Römerzeit und zwischen ca. 1460 und etwa 1700 AD sind erkennbar. Auf Köhlerei in der Region deuten die erhöhten Holzkohlewerte.



Berichte und Veröffentlichung

Drescher-Schneider R. (2007): Spät- und postglaziale Vegetationsentwicklung im Oberen Moor - Sulzkaralm. Im Auftrag der Nationalpark Gesäuse GmbH. Kainbach bei Graz, 8 S.

An Adobe Acrobat fileDrescherSchneider_2007_Spaet_und_postglaziale_Vegetationsentwicklung_im_Oberen_Moor_Sulzkaralm
391.16 KB